Was ist "Wert"?
Teil 1 - Geld und Währung
Im ersten Teil seiner Dokumentationsserie "Hidden Secrets of Money" geht Mike Maloney auf den Unterschied zwischen den beiden Begriffen "Geld" und "Währung" ein. Bevor ich 2017 das erste Mal über diese Dokumentation gestolpert bin, war mir der Unterschied zwischen diesen Wörtern nicht bewusst.
Eine ähnliche strikte Abgrenzung möchte ich nun zwischen den beiden Wörtern "Preis" und "Wert" treffen.
Für die meisten ist es offensichtlich, dass es einen Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen gibt.
Interessanterweise startet Alan Hibbard, der eng mit Mike Maloney zusammenarbeitet, in Kürze ebenfalls eine Dokuserie mit dem Titel "Hidden Secrets of Value", die zum Zeitpunkt dieses Blogposts noch nicht erschienen ist.
Die Ankündigung der Serie hat mir den Anstoß gegeben, über den Begriff "Wert" nachzudenken und ihn für mich zum ersten Mal überhaupt zu definieren. Oder es zumindest zu versuchen.
*Dieser Blogpost soll keine wissenschaftliche bzw. philosophische Abhandlung sein und erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder darauf, zu einem finalen Ergebnis zu kommen.*
Stattdessen soll er nur meine bis hierhin gesammelten Ergebnisse enthalten und dir einen Anreiz bieten, selbst über den Begriff "Wert" nachzudenken, um vielleicht zu anderen oder tieferen Erkenntnissen zu kommen...
Teil 2 - Wert und Preis
*"Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert."* - Oscar Wilde
Heutzutage, in unserer globalisierten Welt, ist es sehr leicht, von fast allem den Preis herauszufinden.
Teilweise ändert sich der an den Börsen gehandelte Preis von Rohstoffen sogar im Sekundentakt.
Doch was sagt der Preis über den Wert einer Sache aus, oder wie spiegelt sich der Wert im Preis wider? Oder spiegelt sich der Preis im Wert wider?
Was bedeuten diese beiden Begriffe eigentlich genau?
***Der Preis*** *ist diejenige Menge an Währung (oder eines anderen Guts), die für den Erhalt einer Ware oder Dienstleistung mindestens aufgebracht werden muss.*
Der Preis spiegelt dabei eine Vielzahl von Informationen wie Beschaffungskosten der Eingänge, Energie-, Arbeits-, Lager- und Transportkosten, etc. in einer einzigen Kennzahl wider.
Damit ist der Preis als ökonomische Kennzahl leicht zu definieren. Bei dem Begriff "Wert" wird es schon schwieriger.
Ich persönlich habe nach reichlicher Überlegung folgende Definition für "Wert" für mich aufgstellt, die ich hier als Vorschlag einmal teilen möchte:
*Der Wert einer Sache/Dienstleistung etc. ist ein Maß für*
*1) seine/ihre Nützlichkeit in einer bestimmten, gegebenen und objektiven Situation*
*2) seine/ihre Fähigkeit, immaterielle Bedürfnisse zu befriedigen*
*3) seine Fähigkeit, bestimmte Eigenschaften/Anforderungen zu erfüllen.*
*Die Anforderungen, nach denen gemessen wird, können sowohl subjektiv (immaterielle Bedürfnisse) als auch objektiv (nach bestimmten Regeln) sein.*
Gerade hierdurch unterscheiden sich die Begriffe "Preis" und "Wert" besonders, denn während Preise aus objektiven Kennzahlen abgeleitet werden, kann der Wert auch subjektiv sein.
Es gibt vielleicht Dinge, auf die wir uns einigen können, dass sie wertvoll sind: zum Beispiel Gold.
Von manch anderen Dingen wie zum Beispiel "Kunst", "Bitcoin" oder "Pokemonkarten" können wir jedoch ein unterschiedliches "Wertempfinden" haben.
Liest man die drei obigen Punkte meiner Definition durch und fasst sie zusammen, könnten alle unter dem Begriff "Nützlichkeit" fallen.
Ich definiere "Wert" also als Maß für "Nützlichkeit", wobei der Nutzen "materiell", oder "immateriell" und dabei gleichzeitig sowohl subjektiv als auch objektiv sein kann.
1) Nützlichkeit in einer bestimmten Situation
Meine Gedanken zum Thema "Wert" begannen mit der Frage:
Wann definiert man etwas als wertvoll?
Ich habe mich dabei gefragt, wann ich früher etwas als "wertvoll" bezeichnet habe. Eine exakte Definition für "Wert" ist mir nicht beigebracht worden. Also habe ich den Begriff "Wert" benutzt, wenn ich halt etwas für "wertvoll" empfunden habe. Empfindungen folgen aber keiner überprüfbaren und reproduzierbaren Regel.
Also musste aus Alltagsbeispielen ein Muster gefunden werden.
Da ich früher viel mit Pokemonkarten gespielt habe, möchte ich das Beispiel der **Nützlichkeit** und des **subjektiven Werts** an Pokemonkarten verdeutlichen, da ich der Ansicht bin, dass dies sehr anschaulich ist.
Dass Pokemonkarten einen subjektiven Wert haben, sollte wohl jedem klar sein.
Wer sich nicht in der Pokemonwelt auskennt, für den haben diese Pappkarten alle denselben Wert - nämlich höchstens den der Pappe.
Für diejenigen, die das Sammelkartenspiel beherrschen, haben die Karten unterschiedliche Nützlichkeit, wenn man die Spielregeln zugrunde legt. Dadurch haben sie selbstverständlich auch einen unterschiedlichen Wert, selbst wenn sie alle aus denselben Material bestehen.
Sehen wir uns hierfür kurz die beiden Karten vom Vogelpokemon "Taubsi" und dem Boxer "Nockchan" an:
Taubsi verfügt über 40 KP, Nockchan über 70 KP, gleichzeitig benötigt Nockchan nur eine Energie um einen Angriff zu starten, der 20 Schaden verursacht, während Taubsi zwei Energie für einen Angriff benötigt, der 10 Schaden verursacht.
Im Spiel ist Nockchan also viel nützlicher als Taubsi und damit - unter Anwendung der Spielkriterien - wertvoller.
Die höhere Nützlichkeit Nockchans spiegelt sich in einer weiteren Eigenschaft wider: **Seltenheit.** Darauf wollen wir aber später eingehen.
Schließlich kann es auch andere Dinge geben, die nicht selten sind, aber sehr nützlich sein können - zum Beispiel ein Schweizer Taschenmesser oder ein gutes Smartphone.
Unter Berücksichtigung der Anwendungsfälle sind sie also sehr nützlich und damit "wertvoll".
Aus diesem expliziten Beispiel habe ich mir die allgemeine Regel abgeleitet, dass etwas "wertvoll" sein muss, wenn es für eine bestimmte Situation eine hohe Nützlichkeit hat.
2) Die Nützlichkeit immaterielle Bedürfnisse zu befriedigen
Stell dir vor, du zögest durch die Wüste. Jemand käme vorbei und böte dir entweder ein Stück Gold oder ein Getränk an.
Wofür würdest du dich entscheiden, wenn dir nicht klar wäre, wie lange du noch in der Wüste sein würdest?
Wenn du dich für das Getränk entschieden hast, dann hast du das Getränk als "wertvoller" bewertet als das Gold.
Warum hast du dich dafür entschieden?
Na ja, weil das Getränk in der Situation die höhere Nützlichkeit hatte, immaterielle Bedürfnisse (deinen Durst) zu befriedigen.
Wieder wurde die "Wertbemessung" unabhängig von der Seltenheit getroffen, denn in der Wüste wäre sowohl "Gold" als auch "Wasser" selten, global betrachtet ist "Gold" aber viel seltener als "Wasser".
Dasselbe gilt natürlich auch für andere Bedürfnisse, deren Befriedigung wir in manchen Situationen als wertvoller erachten als die Folgekosten (z.B. bei Drogen) oder den Preis, den wir unmittelbar für die Befriedigung des Bedürfnisses zahlen.
Auch wenn die Mona Lisa letztendlich Gekritzel auf ein Stück Papier ist (verzeih mein Kunstverständnis, es soll an dieser Stelle aber plump klingen, um anschaulich zu sein), so befriedigt sie (oder andere Kunstwerke) unser Bedürfnis nach Kunst, Kultur oder andere Gefühle, die mit Kunstwerken verbinden.
Diese immaterielle Bedürfnisbefriedigung ist mein Kriterium, zu beschreiben, warum Kunstobjekte subjektiv wertvoll sein können.
Dies schließt natürlich auch andere Dinge wie Musik und so mit ein, die, im Gegensatz zur Mona Lisa, nicht auf ein einziges Objekt begrenzt sind.
3) Die Fähigkeit bestimmte Eigenschaften zu erfüllen
Hierunter zähle ich insbesondere die "Geldeigenschaft", die Dinge "wertvoll" macht.
Denn, obwohl wir uns darüber einig sind, dass Gold wertvoll ist, konnte es bisher keine der beiden oben genannten Definitionen für "Wertigkeit" erfüllen:
-Gold ist im Grunde genommen praktisch nutzlos. Die Hauptnutzung von Gold ist die Schmuckherstellung, die keinem praktischen Nutzen dient
-Gold befriedigt keine Bedürfnisse (ich kann es nicht essen)
Die "Geldeigenschaft" ist jedoch eine objektive Eigenschaft, auf die du und ich und viele andere uns geeinigt haben, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Oder hast du dies schon mal getan?
Wenn nicht, hier die Zusammenfassung:
Damit sich etwas als "Geld" eignet, muss es folgende Eigenschaften erfüllen:
-Austauschbarkeit (dein Stück Gold muss so wertvoll sein wie meins)
-Teilbarkeit (inkl. als Recheneinheit verwendbar sein)
-Dauerhaftigkeit (das Gold darf nicht verderben)
-Transportierbarkeit
Gold erfüllt alle diese Eigenschaften besonders gut und ist darüber hinaus auch noch sehr selten.
Seltenheit ist ebenfalls eine Eigenschaft, die etwas wertvoll machen kann - aber nicht wertvoll machen muss, wie ich bereits versucht habe zu zeigen.
Teil 3 - Fazit und Grenzen
*Meine Überlegung führte mich vorerst zu dem Entschluss:*
**„Etwas ist wertvoll, wenn es – unabhängig von Seltenheit – einen Nutzen stiftet, der menschliche Bedürfnisse (auch immaterielle) befriedigt. Wert entsteht also durch Bedeutung für das Wohlergehen, nicht durch Knappheit allein.“**
Es ist an dieser Stelle besonders wichtig zu erwähnen, dass die Diskussion um den Begriff "Wert" als Abgrenzung vom Begriff "Preis" gestartet wurde.
Dinge, denen sich auch schon aus moralischer Sicht kein Preis zuordnen lässt, wie zum Beispiel das Leben, Ökosysteme, etc. sollen daher von der Wertdefinition auch entsprechend ausgeschlossen werden.
Natürlich besteht auch die Gefahr, dass wertvolle Dinge wie Beziehungen nach dieser Definition nur dann als "wertvoll" missverstanden werden könnten, solange sie nützen. Dies ist selbstverständlich nicht beabsichtigt.
Primär, und das betone ich nochmals, soll es um **eine alltagstaugliche Definition** des Wertebegriffs oder der Wertbemessung gehen, die wir leicht in der Praxis nutzen können, und sich nicht um eine philosophische Abhandlung handeln, die bis ins Detail geht.
Aber über Vorschläge, Anregungen, konstruktive Kritik und Kommentare würde ich mich sehr freuen....
Und was ist denn nun mit Bitcoin? Ist Bitcoin jetzt wertvoll oder nicht? Das ist eine Frage, auf die ich an einer anderen Stelle eingehen möchte....

Wie Stablecoins die Welt verändern
Erster Teil: Ein Milchshake und spekulative Angriffe
Im Jahre 2018 stellte Brent Johnson, CEO des Investmentfonds Santiago Capital, in einem Interview mit Real Vision seine Dollar-Milkshake-Theorie vor.
Sie besagt, dass durch die relativ hohen Zinsen der US Notenbank (im Vergleich zu denen anderer Länder) das globale Kapital wie durch einen gigantischen Strohhalm in den US-Dollar gesaugt wird, wodurch dieser an Wert gewinnt, während die Auslandswährungen unter Abwertungsdruck (im Verhältnis zum Dollar) stünden.
Dieser Effekt ist ebenfalls Teil von Gresham's Gesetz, welches besagt, dass, wenn in einem Markt zwei Währungen existieren, die wertstabilere, gute Währung zurückgehalten (d.h. gespart) wird, während die "wertlosere", schlechte Währung ausgegeben wird - und dabei weiter inflationiert bzw. entwertet.
Der Dollar Milkshake wirkt damit wie ein globaler Gresham-Effekt, der erstmals im 16. Jahrhundert von Sir Thomas Gresham beschrieben wurde, da der US Dollar global gehandelt wird und damit sein Währungsraum auf die ganze Welt ausdehnt.
Gleichzeitig ermöglicht der Milkshake spekulative Angriffe, die die geringere Stabilität der schlechten Währung ausnutzt und diese weiter destabilisiert, was letztendlich zu einer weiteren Stärkung des Dollars führt und damit den Milkshake-Effekt bzw. die Erfordernis in Dollar zu sparen, weiter fördert.
Bei einer spekulativen Attacke wird ein Kredit in einer schwachen Währung aufgenommen und in eine stärkere Währung investiert. Meist werden hierfür US-Staatsanleihen verwendet, da diese neben der Währungsstabilität auch noch Zinsen bieten.
Durch die Abwertung der schlechten Währung über den Kreditzeitraum kann dieser leicht durch die Stabilität (und evtl. höheren Zinsen der US Anleihen) zurückgezahlt werden, wobei die Differenz aus Kreditkosten und Abwertung als Gewinn einbehalten wird.
Wenn Länder, die einer solchen Attacke ausgesetzt sind, nicht genug Dollar erwirtschaften, um ihre ausländischen Schulden zu bedienen, müssen sie Devisen am Markt kaufen – was sie mittels Verkauf der eigenen Währung tun, die dann weiter abwertet.
Spekulanten erkennen diese Schwäche und wetten gegen die betroffene Währung. Diese Angriffe verstärken den Abwertungsdruck und beschleunigen eine mögliche Krise. Der Dollar profitiert dann noch einmal – und zwar dadurch, dass er als sicherer Hafen angesehen wird.
Solange der Dollar als globaler Reserve- und Handelswährung dient, bleibt der "Milkshake" intakt, selbst wenn Einzelstaaten wie China oder Indien Teile ihres Handels in anderen oder eigenen Währungen abwickeln.
Zweiter Teil: Enter Stablecoins und die Ausbreitung des Dollar-Währungsraums auf den Cyberspace
In Zeiten globaler Unsicherheit flüchten Anleger in den US-Dollar. Stablecoins, von denen in Dollar denominierte Einheiten die Mehrheit ausmachen, wirken dabei wie eine digitale Verlängerung des Strohhalms, denn sie ermöglichen es Nutzern weltweit, innerhalb von Sekunden in "digitale Dollar" zu flüchten – ohne Bankkonto, ohne Grenzen.
In Ländern mit instabilen Währungen werden Stablecoins zunehmend als digitale Wertspeicher genutzt, um Inflation und Kapitalverluste zu entgehen. So verbreitet sich der "Milkshake" nun auch über die Blockchain in den Cyberspace.
In seinem Buch "Softwar" identifiziert Autor Jason P. Lowery, Major der US Space Force, den Cyberspace als eine neue Domäne (ähnlich wie die Luft im vergangenen Jahrhundert), in der eine Machtprojektion (Demonstration der Stärke) erforderlich werden kann.
Über die Stablecoins erobert der US-Dollar diese neue Domäne praktisch ungehindert. Da der Cyberspace die ganze Welt verbindet, von keiner Macht wirklich abgeschaltet werden kann und durch die Vernetzung neuer Geräte ständig weiter wächst, wächst damit auch der Währungsraum des Dollars stetig weiter. Die Inflation des Dollars wird
für die Nutzer weniger spürbar als bei anderen Währungen, da diese durch Wachstum des Währungsraums (und der Nutzer) viel besser verteilt wird.
Und je größer das (Zahlungs-)Netzwerk, desto wahrscheinlicher, dass es seine Konkurrenz (in diesem Falle Währungen wie Euro und co) schluckt. Wir haben dies bereits bei StudiVZ und Facebook gesehen.
Stablecoins: von Stabilität zur Sicherheit und Krediten
Wenn auch Stablecoins im Rahmen der Milkshake-Theorie als Stabilitätsanker gesehen wurden, wird die Stabilität von Stablecoins schon soweit anerkannt, dass sie als Sicherheiten angesehen werden können.
Stablecoins gewinnen zunehmend Einzug in die reale Welt der Finanzen, insbesondere als Sicherheit für Kredite außerhalb des krypto-eigenen DeFi-Sektors.
Institutionelle Akteure nutzen dollar-gekoppelte Stablecoins als Sicherheit für kurzfristige Finanzierungen und Geldmarktfonds, da sie rund um die Uhr abwickelbar und transparent sind - letztendlich sind die Stablecoins ja nichts anderes als eine digitale Abbildung einer Staatsanleihe, die selbst eine Sicherheit darstellt und nur von einer dritten Partei verwahrt wird.
Stablecoins könnten darüber hinaus die klassische Kreditkarte langfristig ergänzen oder sogar ersetzen. Zahlungsanbieter wie **Circle** (Emittent von USDC) oder **Tether** arbeiten bereits an Lösungen, bei denen Stablecoins direkt über Karten abgewickelt werden – ähnlich wie heute Kreditkartenzahlungen. Der Vorteil: Geringere Gebühren, schnellere Abwicklung und keine Abhängigkeit von zentralen Zahlungsnetzwerken wie Visa oder Mastercard.
All diese Verbreitungseffekte fußen auf einer Stärke und Ausbreitung des Dollars sowie der Tatsache, dass dieser als globale Reservewährung bestehen bleibt. Die Stablecoins profitieren dabei von ihrer quasi per Gesetz erzwungenen Deckung durch US-Staatsanleihen, was die Finanzierung der US-Regierung stützt.
Aber warum in zinslose Stablecoins investieren, wenn US-Staatsanleihen auch in Dollar denominiert sind und darüber hinaus noch Zinsen bringen?
Dritter Teil: Das FIAT-Endspiel und Bitcoin als Schwarzes Loch
Obgleich Stablecoins selbst keine Zinsen einbringen, stellen sie "geparktes" Kapital dar, das jederzeit in "Bitcoin" investiert werden kann.
Bitcoin erzielt über lange Zeiträume eine mittlere jährliche Wachstumsrate im zweistelligen Bereich, während US Staatsanleihen im unteren einstelligen Bereich liegen. Eine kurzfristige Investition in Bitcoin kann damit langjährige Investments in US Staatsanleihen leicht outperformen.
Ich betrachte daher Stablecoins als ein Vehikel, welches über Greshams Gesetz und der Dollar-Milkshake Theorie sämtliche Währungen nach und nach dollarisiert und in den Blockchain-Cyberspace transferiert.
Ab diesem Punkt ist der Dollar zu einem Giganten herangewachsen, wird dort aber auf einen weiteren Giganten treffen, der diese Domäne bereits dominiert hatte, bevor der Dollar sich hierhin ausgebreitet hatte: Bitcoin.
In Softwar wird Bitcoin als das größte Proof-of-Work Netzwerk dargestellt. Bitcoin nutzt reale elektrische Energie, um digitale Bits, d.h. die kleinsten Bereiche des Cyberspace, abzusichern. Diese Verankerung in der wirklichen Welt macht Angriffe auf das Netzwerk extrem kostspielig für feindliche Akteure (wie Staaten) und schafft eine unüberwindbare Sicherheitsschicht. Lowery sieht Bitcoin als potenziell sichere Basis für ein neues Internet, auf dem Daten, Identitäten und kritische Infrastrukturen vor Angriffen geschützt werden könnten.
Damit stellt Bitcoin die ultimative Sicherheit dar, da es das größte Netzwerk der neuen Domäne, auf die sich der Dollar ausgebreitet hat und auf die er dann angewiesen sein wird, letztendlich selbst absichert. Das heißt, nachdem die Welt dollarisiert wurde und mit digitalen Token und Blockchains vertraut ist, könnte die globale, in Stablecoins gebundene Liquidität ein weiteres Mal über einen gigantischen Strohhalm in Bitcoin gezogen werden.
Bitcoin funktioniert dann wie ein gigantisches "Schwarzes Loch" und verschlingt die letzte der FIAT-Regierungswährungen (den US-Dollar).
Ab diesem Punkt ist eine Bepreisung des Bitcoins in Euro oder Dollar nicht mehr möglich, da der Euro bereits aufgehört hat zu existieren und der Dollar durch eine spekulative Attacke von Bitcoin dauerhaft abwerten wird.
An diesem Event-Horizon (Punkt ohne Rückkehr) - um bei dem Weltraum-Sprachbild zu bleiben - wird die US-Regierung zerbrechen und die Menschheit auf den technologisch-deflationären Bitcoin Standard wechseln - bei der vielleicht eine global gesicherte, dezentrale KI bzw. ein solcher Algorithmus sämtliche Politiker und Bänker ersetzen wird.
Einen Trading Bot bauen Teil 4 - Kryptoindikatorblog Teil 7
`Hinweis zur Verwendung von Links:`
`Zur Zeit erlaubt mein read-cash-Account kein Posting von Links. Ich werde Links dennoch als Verweise oder Quellen in meinen Posts verwenden, diese jedoch so abändern,dass ein Upload des Artikels möglich ist. Hierzu ersetze ich die Endungen, z.B. "Punkt com" durch [.]com.`
`Dadurch klappt zwar das direkte Anklicken nicht, aber durch Anpassen des Links in der Adresszeile solltet Ihr das Ziel dennoch finden können.`
`Vielen Dank.`
*Im letzten Teil haben wir uns eine Trading Strategie überlegt und diese mittels Tests optimiert.*
Jetzt, da uns eine optimale Strategie vorliegt, geht es darum, die Puzzleteile zu einem Werk zusammenzufügen.
Dieser Bot, oder dieses Programm, soll dann rund um die Uhr auf einem Mini-PC laufen.
Inwiefern es selbstständig Käufe und Verkäufe tätigt, ist dir und deinen Möglichkeiten überlassen.
**Das Gerüst eines Trading Bots**
Im Rahmen dieses Artikels will ich das Grundgerüst eines Bots vorstellen. Dieses sieht in etwa so aus:
*while(true):*
*PreiseHolen()*
*IndikatorAusführen()*
*KennzahlBewerten()*
*AktionDurchführen()*
*warten(Zeit)*
Das Gerüst ist also eine Endlosschleife (while loop), die sich die Preise holt und dann den Wert des Indikators bestimmt.
Wenn wir das auf das optimierte Beispiel im letzten Blogpost anwenden, bedeutet dies, der Bot würde einen aktuellen Bitcoinkurs aus dem Internet abfragen und dann den einprogrammierten Indikatorwert- das Mayer-Multiple - bestimmen.
Der erhaltene Wert würde dann mit den aus den Optimierungen gefundenen Schwellenwerten (1.1 und 2.0) verglichen werden.
Sollte ein Schwellenwert über- bzw. unterschritten werden, so dass ein Kauf oder Verkauf von Bitcoin erforderlich wäre, käme nun der Schritt, der mit "Aktion durchführen" gekennzeichnet ist.
Nach dem Durchführen der Aktion, die wir uns in diesem Kapitel näher ansehen wollen, wartet der Bot eine festgesetzte Zeit und wiederholt die obigen Schritte erneut.
**Aktion durchführen**
Wenn dein Bot statt mit Bitcoin mit Ethereum und den vielen auf Ethereum aufgesetzten Token handeln soll, wirst du wohlmöglich die Börse *Uniswap* verwenden wollen.
Uniswap besitzt für Python eine API, mit der du deinen Bot vollständig autonom agieren lassen kannst.
Wenn du Erfahrung gesammelt hast und gut programmieren kannst, wirf einen Blick auf die Python-API, falls du dies ausporbieren willst:
`https://uniswap-python[.]com/getting-started.html#making-trades`
Wenn du jedoch andere Coins handeln willst, dir deine Börse keine API bietet, oder du bei deinem Handel noch etwas Anderes tun willst, empfehle ich die folgende, relativ einfache Lösung:
**SMTPLIB als Aktion nutzen**
Lass dich doch von deinem Bot per Mail informieren, dass gerade ein interessanter Zeitpunkt vorliegt!
Mit der SMTPLIB kannst du mit wenigen Zeilen Codes deinen Bot E-Mails versenden lassen.
Damit dies funktioniert, brauchst du jedoch zwei E-Mail Adressen
(nein keine Aliases, zwei VERSCHIEDENE bei verschiedenen Providern).
Eine verwendet dann dein Bot und eine, auf welcher du dessen Vorschläge empfängst.
Ich empfehle für deinen Bot Startmail. Startmail kostet zwar etwa 50 Euro im Jahr
***dies ist keine Werbung, ich bekomme von Startmail nichts***
aber du kannst deinem Bot ein eigenes IMAP-Konto zuweisen und, mit einem eigenen Passwort geschützt, wird auch dein Hauptkonto geschützt!
Wenn du kostenlose und bekannte Anbieter wie GMail oder Outlook verwenden möchtest, solltest du sicherstellen, dass diese Zugriff von äußeren Programmen zulassen.
Um dies zu testen, versuche einfach dein bestehendes Emailkonto in z.B. Thunderbird einzurichten. Wenn dies gleich funktioniert, solltest du nichts weiter tun müssen. Falls es Probleme gibt, findest du hier ein paar Tipps, um Zugriff von externen Programmen - was dein Bot ja sein wird - zuzulassen:
`https://joecomp[.]com/how-set-up-gmail-thunderbird`
Merke dir die von dir verwendeten Portnummern gut, du wirst sie gleich brauchen.
Sobald alles funktioniert, wollen wir dem Bot die SMTPLIB hinzufügen und mit ein paar Codes eine E-Mail versenden lassen, die uns z.B. benachrichtigt, wenn wir kaufen wollen:
*import smtpblib*
*server = smtplib.SMTP_SSL('smtp.MAILPROVIDER[.]com', SMTPPORTNUMMER)*
*server.login('DEINE_MAIL_ADRESSE', 'PASSWORT')*
*server.sendmail('EMAILADRESSE_DES_BOTS', 'EMPFÄNGERADRESSE',*
*'NACHRICHT')*
*server.quit()*
*Denke daran im Quelltext oben auch die eckigen Klammern um den Punkt zu löschen.*
Das war es auch schon fast. Du musst nur noch die in Großbuchstaben angegebenen Variablen durch deine Informationen ersetzen und dann sollte dir dein Bot Mails schicken können.
Bedenke, dass dein Bot nur die Mails schreibt und keinen Kauf oder Verkauf tätigt. Das musst du dann zwar selbst machen, aber du musst dann nicht mehr die Kurse selbst checken ;)
Viel Spaß bei der Umsetzung.
Einen Trading Bot bauen Teil 3 - Kryptoindikatorblog Teil 6
*In diesem Teil soll es um die Optimierung des hypothetischen Bots gehen und um das mit der Optimierung verbundene Risiko des Over-Fittings. Was es damit auf sich hat und wie du vorgehen könntest, wirst du mit Beispielen in diesem Blogpost erfahren. Viel Spaß...*
**Optimierungen**
Im vergangenen Blogpost haben wir eine simple Trading-Strategie formuliert, die wir hier noch einmal kurz wiederholen wollen:
*Kaufe* Bitcoin, wenn das Mayer-Multiple unter 1.2 liegt, und *verkaufe* bei über 2.4.
Testen wir die Trading Strategie mit einem Datensatz der letzten etwa 500 Tage, erhalten wir folgende Grafik:
***Abb.1*** *Das Mayer-Multiple über die letzten 500 Tage seit Erstellung dieses Artikels.*
Wie wir sehen können, wäre über den dargestellten Zeitraum nur die Kaufbedingung ausgelöst worden. Der Bot hätte am ersten Tag (hier um 08.2022) für einen festgelegten Betrag eine bestimmte Menge an BTC erworben und säße seitdem in dieser Position (HODL).
Wir haben nun 2 Optionen:
1) Anpassung des Beobachtungszeitraums (z.B. auf 1000 Tage erhöhen)
2) Anpassung der Strategie (verkaufe bei z.B. 1.4 und kaufe bei z.B. 0.8 (hier etwa die Spannweite des Mayer Multiples)
**Beginnen wir mit Option 1.**
Der Beobachtungszeitraum, bzw. dein Testdatensatz, muss in einem sinnvollen Verhältnis zu den Daten stehen, die dein Bot für die Berechnung braucht. Das Mayer Multiple benötigt als Bezug immer ein 200 Tage Mittel. Den Datensatz auf 500 Tage zu beschränken, mag vielleicht etwas klein gewählt sein, andererseits könnte dies ausreichen, wenn deine Position auch nicht länger als ein Jahr gehalten werden soll. Wäge also ab, was für dich passend ist. 500 Tage sind ein sinnvoller Zeitraum, wenn du z.B. auf monatlicher oder wöchentlicher Skala handelst.
In der folgenden Grafik werden wir den Beobachtungszeitraum auf 1000 Tage erhöhen:
***Abb.2*** *Das Mayer-Multiple über die letzten 1000 Tage seit Erstellung dieses Artikels.*
Auf 1000 Tage betrachtet, erhöht sich die Spanne von etwa 0.8-1.4 auf 0.6-2.1. Das Problem für den Bot ist jedoch, dass die Spanne mit 2.2 beginnt und der Bot gezwungen wäre, Bitcoin dort zu verkaufen. Du solltest deinem Bot in diesem Fall Bitcoin als Startkapital geben, oder wir erhöhen die Zeitspanne noch ein Wenig auf 1200 und beginnen dann, den Bot mit "Spielgeld", die folgende Strategie umzusetzen:
Spielgeld: 1000 EUR*
Verkaufe 100%: Mayer Multiple>2.0
Kaufe 50%: Mayer Multiple <1.1
**Dies sind keine echten 1000 EUR sondern nur ein Tabelleneintrag, der mit jedem Trade modifiziert wird. Diese Tabelle bezeichnen wir fortan als Werte-array und lassen uns diesen ausgeben, damit wir sehen können, über wieviel Vermögen der Bot bei jedem Trade verfügt. Die Ausgabe erfolgt dabei in eckigen Klammern [].*
*Mit diesen Tabelleneinträgen können wir dann die Effektivität dieser Strategie bewerten.*
Wenn wir den Bot unter diesen Bedingungen arbeiten lassen, erhalten wir folgende Abbildung und Daten:
***Abb.3*** *Das Mayer-Multiple über die letzten 1200 Tage seit Erstellung dieses Artikels.*
Der Bot hätte zu Beginn des Datensatzes am 06.09.2020 für 500 EUR Bitcoin gekauft, am 29.12.2020 (natürlich nicht am Peak) wieder für 645 EUR verkauft, am 17.05.2021 wieder Bitcoin gekauft und hätte diese Position nicht mehr verlassen.
Der Werte-array für dieses Verhalten lautet:
[1000, 500, 1145, 572.5]
Wie wir sehen können, hätte der Bot Profite in EUR gemacht, die Vekaufsbedinung ist aber vielleicht zu selten ausgelöst worden (einmal in fast drei Jahren!!).
Durch weiteres Herumprobieren werden wir nun die Verkaufsbedinung optimieren, um so, hoffentlich, mehr Profite zu machen.
**Over-fitting**
Du solltest aber bedenken, die Bedingungen nicht so zu wählen, dass du aus deinem Datensatz den maximal möglichen Profit herausholst.
Dies wird als *over-fitting* bezeichnet. Zwar würdest du dann bei deinem Datensatz den höchstmöglichen Profit unter den gefundenen Bedingungen machen, aber der Datensatz bedient sich aus Daten der Vergangenheit. Schließlich muss es nicht sein, dass sich die Zukunft, in der du den Bot sicher verwenden willst, genauso verhält, wie die Vergangenheit, mit der er trainiert worden ist.
Es wird also empfohlen, den optimierten Datensatz, dann noch einmal über einen längeren Zeitraum zu testen.
Wir wählen nun die Kauf- und Verkaufsbedinungen noch einmal zwischen 1.1 und 1.5 für den 1200 Tage Datensatz und erhalten:
[1000, 500, 909, 454.5, 823, 411.5]
Oder tabellarisch:
Kauf Verkauf Vermögen
START **1000**
09.2020 11.2020 909
05.2021 09.2021 823
12.2021 offen 411+120 in BTC*
*der Bot hält zusätzlich noch 0.0047 BTC, zur Zeit etwa 120 EUR.
Wie wir sehen können, macht der Bot unter diesen Bedingungen über die Zeit Verluste. Dieser Test war also keine Optimierung.
Zur Veranschaulichung testen wir aber den Bot unter diesen Einstellungen noch einmal über einen Zeitraum von 2000 Tagen:
***Abb.4*** *Das Mayer-Multiple über die letzten 2000 Tage seit Erstellung dieses Artikels.*
Auch hier ergibt sich ein ähnliches Bild. Mit einem Werte-array von:
[1000, 500.0, 817.68, 408.84, 773.47, 386.74, 700.08, 350.04]
, sieht man, dass der Bot trotz etwa 0.004 zusätzlichen BTC definitiv im Minus wäre. 1.1 und 1.5 sind also kein optimales Paar.
Wenn wir jedoch auf dem selben 2000 Tage Zeitraum noch einmal etwa 1.1 und 2.0 (wie oben erwähnt) probieren, liefert der Bot einen Werte-array von:
[1000, 500.0, 936.91, 468.46, 1126.50, 563.25]
und zusätzlich etwa 0.0078 BTC (etwa 200 EUR).
Mit etwa 760 EUR ist der Bot zum Ende zwar etwa 24% im Minus, konnte zwischenzeitlich aber auch fast 12% Rendite erzielen. Die Frage ist jetzt, ob man die Rendite re-investiert oder gesichert hätte. In diesem Beispiel ist von einem Reinvestment ausgegangen worden.
*Wenn du dich für einen Indikator und den für dich optimierten Bedingungen entschieden hast, ist es an der Zeit, die Trades auch wirklich durchzuführen. Eine Möglichkeit stelle ich dir dann in dem nächsten Artikel vor.*
Einen Trading Bot bauen Teil 2 - Kryptoindikatorblog Teil 5
*Im zweiten Teil des Blogs wollen wir etwas konkreter werden und uns mit folgenden Aspekten befassen:*
*1.) Umsetzung*
*2.) Bedingungen für die Profitmitnahme*
*3.) kostenloses Testen mit "Spielgeld"*
*Zu diesem Zweck werde sich beispielhaft auf einen Indikator und eine Strategie festgelegt. Diese sei:*
*-der Bot kauft bei entsprechender Bewertung des Bitcoinpreises für 50% des zur Verfügung stehenden Kapitals Bitcoins*
*-der Bot verkauft bei entsprechender Bewertung des Preises ALLE erworbenen Bitcoins in EUR*
*-Die Gewinne aus Verkauf und Einkauf werden getrennt gespeichert und nicht reinvestiert!*
*Die Instruktionen und Tipps werden in Pseudo-Code verfasst, den du dann für deine Programmiersprache anpassen kannst. In Begleitvideos auf Odysee werde ich dir einen Botbau explizit für Python zeigen. Also bleib dran, wenn dich das interessiert und folge mir auf Odysee!*
**1.) Umsetzung**
Nehmen wir einmal an, wir wollen den Bitcoinpreis ausschließlich auf Basis des Mayer-Multiples bewerten. Nach dem Mayer-Multiple beginnt Bitcoin bei einem Wert von 2.5 eine Blase zu bilden.
Unsere Beispielstrategie definieren daher, den Bitcoin vor Blasenbildung bei unter 2.5 zu verkaufen und in günstigen Phasen, sei mal als unter 1.2 definiert, nachzukaufen:
`if (Mayer_Multiple<1.2):`
`kaufen()`
`if (Mayer_Multiple>2.4):`
`verkaufen()`
Werden diese Bedingungen so direkt implementiert, würde der Bot an jedem weiteren Tag kaufen/verkaufen, solange die Bedingungen gültig sind.
In der Realität stünde dem Bot aber nur eine begrenzte Menge an Bitcoin oder Geld für den Trade zur Verfügung. Um dies zu vermeiden, werden wir eine weitere Boolean-Variable hinzufügen, die weitere Aktionen in dieselbe Richtung verhindert, sofern die Bedingung einmal erfüllt wurde.
Diese nennen wir einmal "bereits_gekauft". Eine Boolean Variable kann nur die Werte "wahr" (englisch "true") oder "falsch" (englisch "false") annehmen. Wenn also bereits gekauft wurde, soll der Bot nicht weiter kaufen können. Die obige Strategie wird dann definiert als:
`if (Mayer_Multiple<1.2 and bereits_gekauft==false):`
`kaufen()`
`gekauft=true`
`if (Mayer_Multiple >2.4 and bereits_gekauft==true):`
`verkaufen()`
`gekauft=false`
Nach dem Kauf oder Verkauf muss die bereits_gekauft Variable noch in den jeweils anderen Zustand gesetzt werden, so dass nach einem Kauf wieder verkauft werden kann usw.
*Tipp: Logischerweise muss dem Bot zu Beginn einmal erklärt werden, in welchem Zustand der Bot starten soll. Natürlich ist dies auch davon abhängig, ob du zu Testzwecken- dazu später mehr - mit Bitcoin oder EUR anfangen willst. Wenn du mit EUR startest, muss der Bot in der Lage sein zu kaufen (der Boolean muss mit false starten)*
**2.) Bedingung für Profitmitnahme**
Neben der Bewertung des Preises muss der Profit auch gegen die Handelsgebühren gepreist werden. Transaktionsgebühren bei Bitcoin sind im Vergleich zu anderen Blockchains sehr hoch (insbesondere z.Z. durch das Aufkommen von Bitcoin-NFT und BRC20-Token).
Wenn darüber hinaus noch in einen Stablecoin auf Ethereum getauscht werden soll, fallen ebenfalls noch hohe Gebühren bei Ethereum an. Die Wertsteigerung in Bitcoin (fortan als Profit bezeichnet) muss also diese Gebühren decken.
Da die Gebühren aber ständig variieren, und wir das Abfragen der aktuellen Gebühren auf beiden Ketten der Einfachheit halber nicht zum Teil des Bots machen wollen, nehmen wir an, dass die gesamten für den Tausch nötigen Gebühren durch 5% des Verkaufswertes gedeckt werden können. Wenn wir Beispielsweise mit 200 EUR Transaktionen handeln, ist diese Annahme in den meisten Fällen erfüllt, wie die beiden folgenden Charts zeigen:
***Abb. 1)*** *Mittlere Transaktionsgebühren für Ethereum über einen Zeitraum von etwa 4 Jahren nach Messari. io.*
***Abb. 2)*** *Mittlere Transaktionsgebühren für Bitcoin über einen Zeitraum von etwa 3 Jahren nach bitinfocharts. com. Die mittlere Gebühr über diesen Zeitraum betrug etwa 5 USD.*
Zusätzlich zu den oberen beiden Bedingungen muss also für den Verkauf gelten:
1.05*Investment < (Investment_Wert-Investment)
*Pro-Tipp: Beim schnellen Handel müssen diese Gebühren einkalkuliert werden. Wenn wir jedoch Indikatoren nehmen, deren Datenbasis auf langen Zeiträumen basiert, sollte eine Kurssteigerung von 5% in den Bewertungsanweisungen des Bots bereits enthalten sein. Das Mayer Multiple drückt das Vielfache des mittleren Preises der vergangenen 200 Tage aus. Wenn das Mayer-Multiple sich von einem Wert von 1.2 auf 2.4 fast verdoppelt, verdoppelt sich auch das Verhältnis vom mittleren Preis.*
**3.) Kostenloses Testen mit "Spielgeld"**
Für die Optimierung des Bots und die ersten Probeläufe wäre es schön, Fehler ausmerzen zu können, bevor wir echtes Geld verlieren. Außerdem können wir durch Proben erste Gewinnerwartungen des Bots ermitteln.
Um mit "Spielgeld", das uns nichts kostet, zu arbeiten, definieren wir uns in dem Bot eine Array-Variable, die das verfügbare Fiat-Geld zählt:
`FIAT=[]`
Und eine, die die vorhandenen Bitcoins zählt:
`BTC=[]`
Vor Start des Bots weisen wir eine der beiden Währungen einen Startwert zu. Diesen kannst du in der Probe beliebig wählen, solltest ihn aber in realistischem Rahmen zu deinen Trades setzen:
Zu Demozwecken, wählen wir 100 EUR (dies sind wie gesagt keine echten EUR).
Denk daran, dass diese 100 EUR nun definieren würden, welche Transfergebühren wir minestens unterschreiten müssen, um einen Tausch durchzuführen (hier wären das 5 EUR). Sobald wir also bei 106 EUR verkaufen könnten, hätten wir bei maxmal 5 EUR Gebühren nur 1 EUR Gewinn gemacht!
`FIAT.append(100)`
Sobald also das Mayer Multiple von 1.2 unterschritten wird, was heute - 14.05.2023 -der Fall wäre, soll der Bot also 50% des FIATs verkaufen und entsprechend Bitcoin kaufen:
`if (Mayer_Multiple<1.2 and bereits_gekauft==false):`
`BTC.append(0.5*FIAT[-1]/Kauf_Preis)`
`gekauft=true`
`FIAT.append(0.5*FIAT[-1])`
Wir tun also nichts anderes, als eine Liste zu führen und dabei immer den letzten Eintrag [-1] für eine Berechnung zu nutzen und den berechneten Wert der Liste dann hinzuzufügen (append).
*Tipp: Wir können diese Liste dann nehmen und die Trades über die Zeit graphisch darstellen.*
Die Verkaufsanweisungen des Bots können ein Wenig anders aussehen. Hier stehen dir zwei Optionen zur Auswahl:
1) Führe den Gewinn (die Differenz aus Verkaufspreis und Kaufpreis inkl. Gebühren) in einer separaten Liste. Dies bedeutet, dass dein Bot zwar nie mehr als mit 100 EUR Wert traden kann, aber du riskierst es nicht, deine zusätzlich erworbenen EUR wieder zu verlieren.
2) Nutze die Gewinne für weitere Käufe. Gemäß der obigen Strategie-Definition beschäftigt sich der Rest dieses Artikels mit Punkt 1).
`Gewinn=[]`
`if (Mayer_Multiple >2.4 and bereits_gekauft==true):`
`BTC.append(0)`
`FIAT.append(Fiat[0])`
`Gewinn.append(BTC[-1]*Aktueller_Preis-Investment)`
`gekauft=false`
Der Verkauf macht nichts anderes als der Liste gehaltener Bitcoins den Wert 0 hinzuzufügen und der Liste vorhandener EUR wieder den Startwert hinzuzufügen.
ABER nun wird die Differenz aus Anzahl verkaufter Bitcoins mal aktuellem Preis (Wert der Bitcoins) und dem Investment (50% des FIAT-Startwerts) separat abgespeichert .
Der Bot ist jetzt für erste analoge Testzwecke fast fertig. Wir müssen nur noch Probedaten von Coingecko herunterladen (das habe ich dir in vielen meiner Videos bereits gezeigt) und dann für jeden einzelnen Datenpunkt in der Länge des Datensatzes (in range(len())) die Bewertung durchführen und anhand dieser den Bot entscheiden lassen, was zu tun ist. Dazu setzen wir um jeden Schritt, der nach der Festsetzung unserer Variablen erfolgt, eine Schleife (for loop):
`FIAT=[]`
`BTC=[]`
`FIAT.append(100)`
`Gewinn=[]`
`gekauft=false`
`for i in range(len(CoingeckoPreisDaten)):`
`Mayer-Multiple_berechnen()`
`if (Mayer_Multiple<1.2 and bereits_gekauft==false):`
`BTC.append(0.5*FIAT[-1]/Kauf_Preis)`
`gekauft=true`
`FIAT.append(0.5*FIAT[-1])`
`if (Mayer_Multiple >2.4 and bereits_gekauft==true):`
`BTC.append(0)`
`FIAT.append(Fiat[0])`
`Gewinn.append(BTC[-1]*Aktueller_Preis-Investment)`
`gekauft=false`
Herzlichen Glückwunsch, der Bot steht für erste Testzwecke bereit. Wie wir den Bot testen und optimieren können, sehen wir uns in Teil 3 an!

Einen Trading Bot bauen Teil 1 - Kryptoindikatorblog Teil 4
Vorwort
*Dieser Blog wird in mehreren einzelnen Sektionen erscheinen und Teil der Indikatorserie werden.*
*In den folgenden Monaten werden hier theoretische Grundlagen und Ideen für den Bau eines Trading Bots vorgestellt. Ich werde jedoch in diesem Blog nicht einen expliziten Algorithmus offen legen, sondern auf verwendbare Tools und Probleme eingehen.*
Was ist ein Trading Bot?
Ein Trading Bot ist ein Programm, welches den Kauf und Verkauf einer Anlageklasse automatisiert. Der Bot handelt nach einem vorgegebenen Muster automatisiert und nimmt dir so die Emotionen aus dem Handeln. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn du nicht aus Panik verkaufen oder aus Gier zu teuer kaufen möchtest.
Auf der anderen Seite ist der Bot aber auch nur so klug wie die hinterlegte Strategie. Es kann also sein, dass der Bot nicht am absoluten Hochpunkt verkauft oder beim tiefsten Preis kauft.
Dafür, sofern in die Regeln und Kurse dies zulassen, nimmt der Bot, wann immer es ihm möglich ist, auch Profite mit.
Für einen hypothetischen Bot sollen die Kurse der gehandelten Kryptowährungen, wie bei meinen anderen Blogs und Videos dieser Serie, mit der **Coingecko-API** geholt werden. Sämtliche anderen Anweisungen werden also auch in **Python** programmiert werden.
Was benötigst du?
**Strategie**
Zunächst solltest du dir überlegen, **welche Strategie** der Bot verfolgen soll. Meiner Meinung nach gibt es zwei grundlegende Strategien:
1) Akkumulation von FIAT Währungen (zum Beispiel EURO) durch Kauf und Verkauf einer Kryptowährung (meist Bitcoin) in einen Stablecoin (zum Beispiel DAI)
2) Akkumulation einer Kryptowährung durch Zwischenhandel mit einer anderen
(Zum Beispiel Akkumulation von Bitcoin durch geschicktes Kaufen und Verkaufen einer volatileren anderen Währung z.B. Litecoin)
Beide Strategien können mit der **Little Old Lady Strategy** vom Krypto-Influenzer Davinci Jeremy dargestellt werden.
Bei der Little Old Lady Strategie wird eine Währung verkauft, so bald sich ihr Wert verdoppelt hat. Der Anteil, der dabei verkauft wird, sollte dabei unter 50% liegen, so dass man weiterhin handeln kann, sich aber gleichzeitig sein jeweiliges Investment sichert.
**Indikatoren**
Wenn du dich für eine Strategie entschieden hast, geht es nun darum festzulegen, nach welchen Regeln der Bot handeln soll. Also, dass der Bot weiß, ob das jeweilige Asset, gekauft (also billig ist) oder verkauft (also überbewertet ist) werden soll.
Wenn du Bitcoins kaufen/verkaufen und dabei Gewinne in einer FIAT Währung oder einem Stablecoin sichern willst, sollte der Bot seine Kaufentscheidungen auf Basis einer (oder besser mehrerer) der folgenden Indikatoren treffen:
-Mayer Multiple
-Bitcoin Dominanz
-Verdopplungszeit
oder Variationen hiervon. Vielleicht möchtest du aber auch lieber RSI, Golden/Death Cross oder andere verwenden.
*Ich erwähne hier aber bevorzugt die bereits von mir vorgestellten Indikatoren, weil du den Code für diese aus meinen Videos verwenden kannst.*
Du kannst natürlich auch gerne den Bitcoin Preis in Relation zu meiner Prognose verwenden. https://read.cash/@mad-readcash/wann-ist-bitcoin-teuer-das-mayer-multiple-kryptoindikatorblog-teil-1-8144095e https://www.youtube.com/watch?v=9ETluiskj08&list=PLvDv5sGAy2tGCuVOJ0MigVJsLnQqSvDGh&index=2&pp=gAQBiAQB https://www.youtube.com/watch?v=eZpWIrenrAY&list=PLvDv5sGAy2tGCuVOJ0MigVJsLnQqSvDGh&index=3&pp=gAQBiAQB https://read.cash/@mad-readcash/wohin-geht-der-bitcoinpreis-mein-modell-vorgestellt-54969282
Für den Handel zwischen zwei Kryptowährungen empfehle ich das Modell des Wealth Cycles nach Mike Maloney, oder eine Variation hiervon wie SWAPNX4Y.
**Programmierkenntnisse und Hardware**
Deine Strategie und die verwendeten Indikatoren bzw. Regeln musst du nun in Computer Code übersetzen, so dass du ein Programm hast, welches du dann auf einem Mini Computer - wie dem **Raspberry Pi**, den wir im Rahmen dieses Blogs verwenden wollen - ausführen kannst. Mehr zur Umsetzung einer Strategie erfährst du im zweiten Teil dieser Serie.
Damit der Bot ständig die aktuellen und relevanten Kurse erhält, muss der verwendete PC permanent mit dem Internet verbunden sein und durchgehend laufen. Nur so kann er zu jedem Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Da der Raspberry Pi günstig in der Anschaffung ist (etwa 100-150 EUR mit Zubehör) und nur wenig Strom verbraucht, würde ich mich für diesen entschieden. Wenn du noch einen alten Laptop hast, kannst du auch diesen verwenden.
Andererseits ist die Rechenleistung des Pis stark begrenzt, so dass deine Berechnungen nach Möglichkeit nicht zu oft durchgeführt und zu kompliziert sein sollten. Entsprechend solltest du dann auch die zeitliche Auflösung wählen.
https://read.cash/@mad-readcash/so-entscheide-ich-wann-ich-welche-coins-erwerbeverkaufe-813b6346 https://read.cash/@mad-readcash/krypto-indikator-blog-2-swapnx4y-e7781ea9
**Börse**
Zu guter Letzt benötigst du noch einen Account bei einer Exchange, die die Tausch- bzw. Verkaufsgeschäfte für dich durchführt. Ideal wäre es, wenn deine Exchange über eine API verfügt, so dass der Bot die Trades vollständig autonom und zu jeder Zeit durchführt. Viele Exchanges verlangen, dass du KYC-Politik durchläufst, also all deine persönlichen Daten hinterlegst.
Eine Alternative zu diesen **zentralisierten Anbietern** wie Bitpanda , Binance oder Coinbase sind **dezentrale Exchanges**, oder Dexes, die selbst nur Computercode sind. Dies ist mit gewissem Risiko verbunden, aber Dexes gelten als sicherer gegenüber Dexes in Bezug auf ihre Einlagen.
Die bekannteste Dex ist Uniswap. Uniswap bietet allerdings nur die Möglichkeit Ether und Token des Ethereum Netzwerks untereinander zu tauschen. Über Wrapped Assets wie zum Beispiel renBTC kannst du Token des Ethereumnetzwerkes erwerben, die die Preisbewegungen von anderen Kryptowährungen nachbilden, die nicht Teil des Ethereumnetzwerkes sind. Du musst diese Derivate jedoch in die natürlichen Assets umtauschen, wenn du den echten Coin und nicht dessen Repräsentation erwerbben möchtest.
Wenn Uniswap für deine Vorhaben ausreichend ist, findest du hier eine Anleitung für eine vollständig automatische Umsetzung eines Trades über Uniswap mit einem Bot in Python.
Wenn du mit einer DEX Kryptowährungen anderer Netzwerke direkt erwerben willst, ohne über diese Repräsentationen zu gehen (zum Beispiel Bitcoin direkt gegen echte Litecoin tauschen möchtest), kann ich dir Thorswap empfehlen.
Ich weiß zwar nicht, ob es eine API für Thorswap gibt, die sich integrieren lässt, und auch ist das Angebot an Coins auf Thorswap noch begrenzt, dennoch ist Thorswap die erfolgreichste Multichain DEX.
https://www.youtube.com/watch?v=MbQT6O6OGxg https://www.youtube.com/watch?v=fN9gHKFu0QI https://johandecoster1980.medium.com/how-to-build-a-uniswap-bot-in-python-ea1fe4eb1672 https://www.youtube.com/watch?v=v51LHopVCrU
**Geduld**
Nun, nachdem du weißt, worauf es ankommt, benötigst du Geduld und Zeit für die Umsetzung deines Projekts sowie für die Fortsetzung des Blogposts.
Die Perspektive Wechseln ... Krypto-Indikatorblog Teil 3
*In dieser Sektion geht es darum, Preise und mittlere Preise anders zu betrachten.*
Die Standarddarstellung von Preisen in EUR oder USD erfolgt bei Preischarts normalerweise immer in der **linearen Darstellung**, bei der die Abstände pro EUR oder USD immer gleich weit sind.
Beispiel linearer Darstellung:
*Z.B. ist der Abstand bei zwischen 1 EUR und 2 EUR auf der vertikalen Achse derselbe wie der zwischen 3 und 4.*
In der **logarythmischen Darstellung** ist der Abstand zwischen den festgesetzten Größenordnungen gleichgroß.
Beispiel logarythmischer Darstellung:
*Die Abstände zwischen 10 und 100 genauso groß gewählt wie die Abstände zwischen 100 und 1000 EUR.*
**Und was bringt das?**
Diese sogenannte Log-Scale, oder logarythmische Darstellung, besagt, dass der prozentuale Gewinn/Verlust zwischen zwei Einträgen immer derselbe ist. Wenn Bitcoin zum Beispiel von 100 EUR auf 1000 EUR steigt (+1000%), sind eine Steigerung von 1000 auf 10 000 EUR auch +1000%. Im Vergleich dazu sieht die Steigerung von 1000 auf 10 000 EUR in der linearen Darstellung aber viel extremer aus als in der logarythmischen Darstellung.
*Du kannst dir auf Coingecko zum Beispiel beide Darstellungsmöglichkeiten anzeigen lassen, aber nur jeweils eine zur Zeit. Für die Wahl der Darstellung findest du rechts oberhalb des Charts die Auswahl "logarythmisch" oder "linear" für die entsprechende Darstellung.*
In der folgenden Abbildung habe ich für dich den Bitcoinpreis seit Beginn des Coingecko Datensatzes einmal in der log-scale und einmal in der linearen Darstellung für dich vorbereitet:
*Abb.1: Bitcoinpreis nach Coingecko in linearer Darstellung (links) und in logarythmischer Darstellung (rechts).*
Wie du sehen kannst, wirken die Kursstürze in der logarythmischen Darstellung weniger extrem als in der linearen Darstellung.
**Log-Scale Charts mittels Coingecko-API selbst erstellen**
Wenn du dir, wie in meinen Tutorials gezeigt, die Preise für deinen Coin mittels der Coingecko-API holst und ebenfalls in der logarythmischen Darstellung darstellen willst, muss dein Anzeigeprogramm entweder die log-scale von Natur aus unterstützen, oder du musst deine Preise umrechnen und dann dich mit einem Trick behelfen.
Für meine Charts verwende ich GNUPlot, welches du auch nutzen kannst und kostenlos ist. Wie du GNUPlot verwendest, habe ich dir in meinen Exklusivvideos gezeigt.
Für die logarythmische Darstellung in GNUPlot wird der folgende Befehl benötigt:
*set logscale <axis> <factor>*
Um also den Chart rechts zu reproduzieren, verwendest du also:
set logscale y 10
Falls dein Programm die log-scale nicht unterstützt, musst du von jedem Preis den logarythmus zur Basis 10 (oder anderen, die dich interessieren (siehe unten)) bestimmen. In Python machst du das mit:
*math.log(a, Basis)*
Wenn du die Basis 10 setzst, solltest du für den Bitcoinpreis (zur Zeit) Werte zwischen 0 und 5 erwarten, wobei 0 => 1 EUR, 1 => 10 EUR, 5 =1> 100 000 EUR. In der Basis 10 bedeutet also jede Zahl vor dem Komma die Größenordnung in 10er-Schritten, also wieviele Nullen der Preis hat.
*Zum Beispiel 37000 EUR sind in der log scale etwa 4.57 . Die Größenordnung ist also 4 Nullen (also im 10 000er Bereich).*
**Andere, interessante Skalen**
Statt sich die standard logarythmische Skala (zur Basis 10) anzusehen, sollte man sich bei Bitcoin auch die Basis 2 ansehen. Hier siehst du dann, wie lange der Bitcoinpreis braucht, um sich zu verdoppeln. Andersherum ausgedrückt, sind dann 50% Kursstürze auf der Achse auch immer gleich groß.
Statt dir in dem Chart anzusehen, wie lange Bitcoin braucht, um sich im Preis zu verdoppeln, kannst du die Verdopplungszeit aber auch rückwirkend berechnen und dir daraus einen Indikator bauen. Hierzu habe ich hier ein Video. Andere, alternative Basen findest du hier. https://www.youtube.com/watch?v=eZpWIrenrAY https://odysee.com/@mad:dad/d2d-exklusiv:a
**Rechnen mit logarythmischen Daten (log-moving averages)**
Du kannst jetzt die logarythmischen Werte entweder exakt verwenden oder runden und für weitere Analysen verwenden. Wenn du zum Beispiel die logarythmischen Werte verwendest und analog zum früheren Indikatorblog den moving average bildest, wirst du mittels gerundeter log-Werte noch mehr Schwankungen ausgleichen. Ein log basierter moving average hat auf kürzerer Zeitskala also rechnerisch den Effekt wie einfach eine längere Zeitskala zu verwenden.
Wenn du deine log-Werte wieder in die lineare Skala zurückrechnen willst, musst du die Exponentfunktion verwenden.
Zum Beispiel habe ich oben gesagt 37000 in log scale sind etwa 4.57. Wenn du nun aber 10 hoch 4.57 eingibst, landest du bei etwa 37154. Du siehst also, wie Rundungen das Ergebnis beeinflussen.
Auch wenn es ähnlich klingt, haben diese Funktionen nicht wirklich etwas mit "exponential moving averages" zu tun.
**Exponential Moving Averages**
Bei diesen gleitenden Mittelwerten, siehe früheren Indikatorblog-Post, werden die einzelnen Preise, die in die Berechnung einbezogen werden, nicht gleich sondern verschieden gewichtet. Eine ausführliche Erklärung hierzu findest du auf investopedia. Neuere Preise haben stattdessen mehr Gewicht bei bei Mittelung, so dass diese gleitenden Mittel den aktuellen Chart besser folgen. https://www.investopedia.com/terms/e/ema.asp
Krypto-Indikator Blog (2) SWAPNX4Y
*Dieser Blogpost ist keine Finanzberatung und dient nur zu Informationszwecken. Alle hier und in verwandten Artikeln vorgestellte Indikatoren sind so gestaltet, dass sie mit leichtem Programmieraufwand selbst gebaut, verwendet oder angepasst werden können. Ein Video zum Quellcode folgt in etwa wöchentlichem Abstand auf meinem Odysee-Kanal.*
Was ist das für ein Indikator?
Der SWAPNX4Y Indikator ist kein etablierter Indikator in der Finanzwelt und der technischen Analyse. Er ist lediglich eine andere Darstellung von Mike Maloney's Wealth Cycle Konzept, dessen grundlegendes Verständnis ich für essenziell halte.
An vielen Stellen bin ich auf meinem Youtube Kanal oder hier auf read.cash auf den Wealth Cycle bereits eingegangen, habe ihn auf Kryptowährungen übertragen und auch als Indikator in anderen Darstellungen vorgestellt. Ich verwende den Wealth Cycle als Grundlage für eine Kaufentscheidung und eine Darstellung dessen habe ich bereits auch hier auf read.cash vorgestellt. https://read.cash/@mad-readcash/so-entscheide-ich-wann-ich-welche-coins-erwerbeverkaufe-813b6346
Was ist der Wealth Cycle?
In dem oben genannten Artikel findest du eine Vorstellung des Wealth Cycles mit Material von dessem Vordenker Mike Maloney. Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch auch in diesem Blogpost kurz auf die Grundlagen des Wealth Cycles -inklusive eines Beispiels und die Übertragung auf Kryptowährungen - eingehen, bevor ich den SWAPNX4Y Indikator beschreibe.
Der Wealth Cycle beschreibt den Wert (wichtig: NICHT PREIS) eines Assets gegen ein anderes über die Zeit. Das kann Gold gegen Öl, Arbeitszeit gegen Aktien, oder jede beliebige Kombination zweier Güter sein. Das Wichtige am Wealth Cycle ist, dass durch Division die Nennung in EURO (oder Dollar) entfällt und so eine zeitliche Verzerrung durch Inflation herausgerechnet wird.
**Beispiel:**
Zur Veranschaulichung soll hier das Wertepaar Gold und Silber genannt werden. Jeder von uns weiß aus kulturellem und historischem Hintergrund, dass Gold und Silber einen Wert haben. Doch welchen Wert hat Gold gegenüber Silber? Silbermünzen einer Unze (etwa 30g) werden mit der Aufschrift "1 Dollar geprägt", Goldmünzen desselben Gewichts mit "50 Dollars". Gehandelt werden sie jedoch zu anderen Dollarpreisen. Im Alten Rom schwankte das Verhältnis noch zwischen 1:8 bis 1:12 je nach betrachtetem Zeitraum. Heute beträgt der gehandelte Wert weit über 80! Silber ist also gegen Gold historisch gesehen unterbewertet! Man kauft also, wenn man der Strategie des Wealth Cycles folgt, bevorzugt Silber und wartet auf ein besseres Tauschverhältnis ehe man von Silber in Gold zurücktauscht. Man würde dann mehr Gold für sein Investment bekommen, als wenn man heute direkt Gold kaufen würde. Wichtig hierbei ist jedoch, dass es sich um eine Spekulation handelt und es notwendig sein kann, Jahrzehnte auf ein besseres Verhältnis warten zu müssen. https://de.goldbroker.com/news/gold-silber-verhaltnis-im-laufe-von-200-jahren-2723
**Übertragung auf Kryptowährungen**
Bei Kryptowährungen läuft die Zeit glücklicherweise viel schneller. Viele Kryptowährungen werden in festen Paaren gehandelt. Es gibt dabei meist immer ein Altcoin:Bitcoin-Paar oder ein Token:Ethereum-Paar. Diese Paarungen geben viele Börsen automatisch an (das bedeutet der Altcoin wird in Bitcoin und nicht in Dollar gepreist), für Anfänger erweist sich das Verwenden solcher Börsen jedoch als sehr kompliziert. Darüber hinaus möchte man einen bestimmten Coin gegen einen anderen tauschen, dessen Paarungen nicht vorhanden sind oder gelistet werden. Das kann zum Beispiel ein Tausch von Litecoin (LTC) gegen Dash (DASH)sein.
SWAPNX4Y
Dieser Indikator soll die o.g. Probleme lösen. SWAPNX4Y steht für "tausche n coins von x für coin y". Er soll also über einen festen Zeitraum angeben, wieviele Coins y ich für meine n Coins x erhalte. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn man noch eine Menge x Coins hat, von denen man sich verabschieden möchte.
Ziel des Trades ist es, über den Zeitraum für seine x Coins (nachfolgend 2 LTC) möglichst viele DASH zu bekommen.
Natürlich kann der Indikator auch reversibel verwendet werden. Also, wenn man in möglichst viele DASH getauscht hat, wieder in noch mehr LTC als vorher besessen zurückzutauschen. Über derartige Tauschgeschäfte hin und zurück an jeweils günstigen Zeitpunkten lassen sich über die Zeit die Mengen des Coins x (hier LTC) vergrößern, sofern das Projekt y nicht vollständig wertlos wird.
Nachfolgend sei dir das Litecoin-Dash Verhältnis inklusive eines Beispieltrades gezeigt. Die Frage ist, wann bekomme ich am meisten DASH für meine 2 LTC:
*Abb.1 SWAPNX4Y für LTC in DASH. Während man im Dez. 2022 etwa 3.8 DASH für 2 LTC bekommen hat, waren es Ende Februar 2023 nur etwa 2.5. Mit entsprechenden Tauschgeschäften hin und zurück lassen sich so LTC akkumulieren.*
Wenn du diesen Indikator und derartige Abbildungen selbst erstellen willst, dann folge mir auf Odysee. Wie angekündigt wird es dort ein exklusives Video zu diesem Indikator, und wie er sich programmieren lässt, geben!
Wann ist Bitcoin teuer? Das Mayer Multiple. Kryptoindikatorblog: Teil 1
Vorwort
*Diese Blogserie geht nicht allzu sehr auf Werkzeuge technischer Analysen ein, die auch für andere Assetklassen wie Aktien verwendet werden (z.B.* *RSI**,* *VPVR* *etc.) und stellt keine Prognosen über kurzfristige Bitcoin- oder Kryptopreise auf, sondern stellt dir Indikatoren vor, die du mittels Daten der Coingecko API nachbauen kannst, um diese für deine eigenen Trades zu verwenden oder auf deren Basis Kaufentscheidungen zu treffen.*
*Wie du diese Indikatoren selbst in Python programmieren und verwenden kannst, erfährst du in meinen Videos für den jeweiligen Indikator exklusiv auf meinem* *Odysee* *Kanal.* https://www.finanzen.net/ratgeber/relative-strength-index https://medium.com/@tradingindepth/volume-profile-5-best-vpvr-trading-strategies-52f21216bec2 https://odysee.com/@mad:dad
*Melde dich hierfür auf Odysee.com an und verwende Odysee normal wie Youtube. Viele Content Creators, die du von Youtube kennst, haben auch hier einen Kanal.*
*Mit regelmäßigem Betrachten von Videos auf Odysee sammelst du die Kryptowährung LBC, mit der du auch meine Arbeit unterstützen kannst, indem du meinen Exklusivcontent freischaltest. Vielen Dank dafür!*
Vom gleitenden Mittel zum Mayer Multiple
Das weltweite und schnelle Handeln von Vermögenswerten (Aktien, Gold, Kryptowährungen, etc.) kann zu vielen Preisschwankungen innerhalb eines kurzen Zeitraums führen. Um diese Schwankungen zu glätten und Trends zu erkennen, werden im Handel "gleitende Mittelwerte" (moving averages) verwendet. Diese gleitenden Mittel können über verschiedene Zeiträume gewählt werden. In der folgenden Abbildung siehst du, den Verlauf des Bitcoinpreises in roten und grünen Kerzen und darunter den Verlauf des Preises als gleitender Mittelwert über verschiedene Zeiträume:
*Abb. 1 Verlauf des Bitcoinpreises in US Dollar und der Verlauf des Bitcoinpreises für mehrere gleitende Mittelwerte (z.B. 200 Tage, blau).*
*Image taken from:* *https://s3.tradingview.com/p/pwduifUn_big.png*
Ein im Kryptobereich besonders häufig gewählter gleitender Mittelwert, ist derjenige, der über 200 Tage bestimmt wird.
Für die Berechnung dieses 200 Tage Mittels (200DMA) ist lediglich die Summe aller "Schlusspreise" der vergangenen 200 Tage zu bilden und dann dieser Wert durch 200 zu teilen:
200DMA=(Tag1+Tag2+...Tag200)/200
Der Schlusspreis ist derjenige Preis, der genannt wird, wenn der Handelstag beendet ist.
Das Mayer Multiple
Dieser relativ simple, aber dennoch verlässliche Indikator geht auf den Bitcoin-Investor Trace Mayer zurück, der auch den Proof of Keys Day etabliert hat.
Das nach ihm benannte **Mayer Multiple** ist das Verhältnis aus dem aktuellen Bitcoinpreis und dem 200DMA. https://www.tracemayer.net/ https://www.youtube.com/watch?v=rOPPr6emLos
MayerMultiple = BTCpreis/200DMA
Anders ausgedrückt:
*Wieviel teurer ist Bitcoin heute im Vergleich zum mittleren Preis der letzten etwa 7 Monate?*
Auf Basis dieses Verhältnisses lassen sich Aussagen darüber treffen, ob Bitcoin sich tendenziell eher in einer Preisblase befindet.
Aus seinen Analysen erhielt Trace Mayer, dass Bitcoin **eine Blase zu bilden beginnt, wenn das Mayer Multiple bei 2.4 liegt**.
Ein Verhältnis von 2.4 bedeutet, dass Bitcoin heute etwa 240% teurer ist als im Mittel der vergangenen 200 Tage.
Eine simple Strategie wäre also, Bitcoin bei einem Mayer Multiple unter 2.4 (idealerweise bei nahe 1) zu kaufen und bei 2.4 und höher stückweise zu verkaufen:
*Abb.2 Verlauf des Bitcoinpreises (orange) und das Mayer Multiple (blau) mit seinem Schwellenwert 2.4 als schwarze Linie.*
Gemäß dem Mayer Multiple ist Bitcoin, trotz der kürzlichen Preissteigerung von fast 40% im vergangenen Monat (Januar 2023), zur Zeit keineswegs in einer Blase!
**Mayer Multiple selbst berechnen**
Möchtest du das Mayer Multiple in deiner Bitcoin Strategie verwenden und Abbildungen wie die oben gezeigte Grafik selbst erstellen können? Auf meinem Odysee Kanal wirst du hierzu ein Video finden, in dem ich dir zeige, wie du in Python mit der Coingecko API das Mayer Multiple berechnen kannst.
Viel Spaß!
https://odysee.com/@mad:dad/mayer-multiple-exkl:a

Wie dezentral ist Bitcoin?
***Spoiler Alert:***
*Dieser Blog wird dir keine absolute Antwort geben. Vielleicht könnte aber das Fazit für dich von Interesse sein.*
Was bedeutet dezentral?
Ein kurzer Blick auf Wikipedia liefert zu dieser Frage keine eindeutige Antwort. Stattdessen werden die Bestandteile des Wortes erklärt:
de vom Lateinischen "von, weg"
und
zentrum, ebenfalls lateinisch, bedeutet "Mitte".
Es wird ferner vermerkt, dass der Begriff "in unterschiedlichen Bereichen und Epochen eine unterschiedliche Bedeutung" habe. Für den Begriff "dezentral" gibt es auch keine Skala, nach der Abstufungen quantifizierbar möglich sind.
*Gemein ist in dezentralen Systemen aber, dass alle kritischen Bereiche, in denen es Entscheidungsgewalt gibt, verteilt und nicht einzelne Instanzen konzentriert sind*.
Die Gewaltenteilung in einem Staat in gesetzesgebend (Legislative), ausführend (Exekutive) und rechtsprechend (Judikative) ist ein Beispiel für verteilte, also dezentrale Macht, während - im Gegensatz dazu - in einem zentralen System all diese Macht von einer Instanz ausgeht: dem Diktator.
Gewaltenteilung bei Bitcoin
Auch bei Bitcoin gibt es eine Art Gewaltenteilung, nämlich die Code-Schaffung, die Konsensfindung, und die Überwachende. Die letzten beiden werden durch Software erledigt, die erstere von echten Personen. Aber sehen wir uns diese Bereiche einmal genauer an:
Die Code-Schaffung ist vergleichbar mit der *Legislative*. Das Parlament kommt zusammen, diskutiert und verabschiedet ein Gesetz. In Bitcoin werden in sogenannten BIPs (Bitcoin Improvement Protocols), Verbesserungsvorschläge für die Software gesammelt, darüber abgestimmt, und dann an der Umsetzung in Computercode gearbeitet. Solche Verbesserungsvorschläge sind eher technischer Natur und schwierig zu erklären, wenn man nicht gerade als Coder geboren ist. Entsprechend kann an der Code-Schaffung nur beteiligt sein, wer programmieren kann und weiß, wie man an solchen Opensource Projekten mitarbeitet. Einerseits ist der Bitcoin Code frei einseh- und benutzbar, andererseits kann nicht jeder ihn lesen und verstehen. Aber es kommt ja auch nicht so einfach jeder in ein Parlament.
Die Konsensfindung ist die *Exekutive*. Sie hält sich strikt an den vorgegebenen Bitcoin-Code und verarbeitet danach die Transaktionen. Die MINER bündeln ein Satz Transaktionen zu Blöcken und führen damit die Bitcoin Blockchain fort. Dafür müssen sie technisch-kryptographisch arbeiten und Rechenleistung erbringen. Die Miner stehen untereinander in Konkurrenz und derjenige mit der meisten Rechenleistung hat die höchste Wahrscheinlichkeit, die Blockchain als nächster fortführen zu können. Für seinen Aufwand wird er mit neuen Bitcoins belohnt. Minen kann prinzipiell jeder, der sich die Bitcoin-Software herunterlädt und entsprechend einrichtet. Schnell merkt man jedoch, dass dies keine Gelegenheitsaufgabe ist (System rund um die Uhr online und kühl halten etc.) und man mit privaten Computern keine Chance gegen Unternehmen mit spezialisierten Rechenclustern hat. Rechenleistung wird in Pools gebündelt, und zur Zeit haben die beiden größten Pools, wie du hier sehen kannst, etwa 55% der gesamten Rechenleistung. Das spricht in diesem Punkt nicht gerade sehr für verteilte Kontrolle in diesem Bereich. https://btc.com/stats/pool
Unter der Auditiven verstehe ich Full-Nodes, die nicht aktiv nach Bitcoin schürfen, aber stets die neueste Version der Bitcoin Blockchain herunterladen, speichern und verwalten. Diese Knotenpunkte können jederzeit jede Bitcoin Transaktion und alle Bilanzen verifizieren. Für eigene Audits kannst du dein eigenen Full Node einrichten oder du verwendest die Onlinedienste eines Blockexplorers. Auch dies erfordert etwas technisches Know-How, aber kaum potente Hardware, so dass sich praktisch jeder an diesem Prozess beteiligen kann.
Diese Form der Instantauditierung aller Bilanzen ist komplett neu und von entscheider Relevanz, wenn wir Bitcoin bei seiner Wurzel als Gegenbewegung zum klassischen Finanzwesen auffassen. Denn zur Zeit "rettet" eine kleine Gruppe ungewählter Bürokraten intransparent die Großfinanz mit praktisch unbegrenzter Geldmenge vor "Schieflagen" und vergrößert über den Cantillon-Effekt die Schere zwischen Arm und Reich nur noch mehr. https://de.wikipedia.org/wiki/Cantillon-Effekt
Weitere zentrale Probleme
Neben einer nicht völlig dezentralen Gewaltenteilung in Bitcoin leidet das Bitcoin-Netzwerk unter weiteren Problemen, die nicht völlig dezentral sind:
Der Erwerb von Bitcoins findet fast ausschließlich über zentrale Anbieter (Börsen) statt
Der unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" bekannte Erfinder von Bitcoin besitzt eine nicht gerade insignifikante Menge an Bitcoins. Zwar weiß man nicht, wer Satoshi ist und ob er/sie überhaupt noch lebt/leben, aber sollte sich Satoshi erkenntlich zeigen, würde er eine zentrale Rolle einnehmen und mit seinen Entscheidungen den Wert von Bitcoin maßgeblich beeinflussen. https://www.btc-echo.de/news/so-viele-bitcoin-hat-satoshi-nakamoto-wirklich-96088/
Fazit und meine Auffassung vom Begriff "dezentral"
Trotz der oben genannten Ausführungen, nach denen Bitcoin in keinem Aspekt wirklich dezentral ist, ****ist Bitcoin das mit Abstand größte und relevanteste Netzwerk, das Mechanismen zur Selbstregulation, Transparenz, offener Teilhabe, Auditierbarkeit und Teilung der Entscheidungsgewalt bietet******.** Die Abstriche in Sachen "Dezentralität" resultieren meiner Meinung nach aus der menschlichen Natur (z.B. Profitgier führt zur Poolbildung und damit zur Abnahme der Dezentralität des Netzwerks).
Auch wenn es keine allgemein gültige Definition für "Dezentralität" gibt, verstehe ich unter einem völlig dezentralen System eher ein theoretisches Konstrukt, das wohl in der Realität nie vorkommen wird (kann?). Natürlich bin ich für anregende Diskussion offen ;)
Daher möchte ich den Begriff "dezentral" nicht als Gegenteil zu "zentral" ansehen (d.h. wenn etwas nicht zentral ist, ist es automatisch dezentral), sondern Bitcoin stattdessen als "in hohem Ausmaß nicht zentral" bezeichnen.
Diese Analogie stelle ich mir z.B. vor wie bei dem Adjektiv "heilig". Wenn etwas "nicht heilig" (also quasi ordinär) ist, muss es ja nicht automatisch gleich "unheilig" (verflucht) sein.
So könnten Wahlen auf der Blockchain ablaufen
Einleitung
Im Grunde ist eine Blockchain eine Datenbank eines Netzwerks, das sich stets darüber einig ist, welche Einträge jemals stattgefunden haben und welches kontinuierlich nach einer Einigung sucht, aktuelle und künftige Einträge zu bearbeiten und zu erstellen. Diese Änderungen müssen stets auf vergangene Einträge zurückgeführt werden können.
Kennzeichnend für solche Systeme ist ihre Robustheit gegenüber Fälschungen. Wenn ein Teilnehmer in dem Netzwerk zu betrügen versucht, muss er das gesamte Netzwerk überzeugen, dass sein Eintrag der einzig gültige ist.
Daher können Blockchains geeignet sein, Wahlen sicherer zu machen. Ich möchte in diesem Artikel eine hypothetische Methode vorstellen, wie eine Wahl auf der Blockchain schon heute umgesetzt werden könnte. Dieses Modell soll aber anschaulich sein und dir beim #CryptosVerstehen helfen, ohne zu viele technische Details zu erörtern.
Dieser Artikel benutzt einen hypothetischen Fork (also eine technische Kopie) der ZCash Blockchain, da diese mit ihren Shielding und Deshielding-Techniken interessante Anwendungsmöglichkeiten für diesen Bereich bietet. Diese Blockchain soll den Coin "STIMME" haben, der für die Wahl (die Abgabe der STIMME als Transaktion) verwendet werden soll.
Shielding-Techniken bei ZCash
In Zcash gibt es zwei Adresstypen: Die geshieldeten z-Adressen und die transparenten t-Adressen. Je nach dem, wie eine Transaktion zwischen diesen beiden Typen stattfindet, sind mehr oder weniger Informationen öffentlich einsehbar.
Betrachten wir die folgden Fälle:
**Sender: -> Empfänger: Wirkung:**
*t -> t Diese Transaktionen sind komplett einsehbar*
*t -> z Empfänger bleibt unbekannt (shielding)*
*z -> t Sender bleibt unbekannt (deshielding)*
*z -> z Sender und Empfänger bleiben anonym*
Übertragung auf eine hypothetische Wahl
Kennzeichnend für eine freie Wahl ist, dass diese fair (eine Stimme) und geheim ablaufen (man nicht einer Person eine für eine Partei abgegebene Stimme zuordnen kann). Der Wahlveranstalter sendet per Post eine Paperwallet mit je 1 STIMME Coin auf einer t-Adresse für jeden wahlberechtigten Bürger.
Jeder Bürger erhält also eine Paper Wallet mit 1 STIMME und seiner eigenen t-Adresse.
Für Bitcoin sieht eine Paper Wallet so aus:
*Abb.1 Eine Bitcoin Paperwallet. Die Bitcoin Public Address beginnend mit "1LHQ" entspräche der hypothetischen t-Adresse in dem Wahlschein. Diese ist ein eindeutiger Schlüssel für einen Bürger, der einmalig gültig wäre.*
Jede Paperwallet besteht aus einem öffentlichen (public) Schlüssel (key), der genutzt wird, um die Bilanz abzufragen und einem privaten (private) Schlüssel, der benötigt wird, um die Coins ausgeben zu können. Übertragen auf unsere Wahl nutzen wir den public key, um zu verifizieren, dass ich auch wirklich (nur) 1 STIMME habe. Und ich kann am Ende der Wahl sehen, ob meine STIMME auch wirklich ausgezählt wurde (ich also gewählt habe).
Für den eigentlichen Wahlvorgang wird der private key der Paperwallet benötigt. Der private key wird mittels Einscannen des QR Codes in eine Wahl-App übertragen. Diese ist im Endeffekt nichts anderes als eine mit dem Wahlnetzwerk verbundene Wallet. Jetzt kann der 1 STIMME Coin ausgegeben werden. Ich wäre bereit für die Wahl.
Damit die Wahl geheim bleibt, muss ich eine t nach z Transaktion an diejenige Partei durchführen, für die ich abstimmen möchte. Der Wahlzettel hat also für jede Partei einen QR Code mit dessen aktueller z-Adresse gelistet. Zum Abstimmen muss ich also nur diesen QR Code scannen und die Transaktion durch Eingabe eines Pins oder ähnlichem bestätigen.
Nach außen ist dann sichtbar, dass ich abgestimmt habe, aber nicht für wen. Ich kann die Wahl vor Ort in einer Kabine, oder bei Kenntnis der z-Adresse meiner Partei (zum Beispiel über deren Website) bequem und instantan von überall aus durchführen.
Zum Ende der Wahl muss die Partei alle STIMME Coins, die sie auf ihrer z-Adresse einsammeln konnte, nur noch veröffentlichen. Sie überträgt also die gesamte Bilanz von ihrer z-Adresse an eine t-Adresse (deshielding), die sie dem Wahlleiter vorher mitgeteilt und verifiziert oder von diesem erhalten hat. (Diese Adresse muss sie übrigens bei jeder Wahl ändern, damit sie nicht die Stimmen der letzten Wahl noch einmal verwendet)
Sobald die Wahl gelaufen ist, weiß man durch die Adresstypen und die Transaktionshistorie:
-Wer war wählen, wer war es nicht?
-Wie viele Stimmen an jede einzelne Partei geflossen sind
Daraus lassen sich alle anderen nötigen Informationen ableiten. STIMME Coins könnten theoretisch in t nach t Transaktionen über die Wahlbezirke, Kreise und Länder zur immer nächst höheren Ebene fließen. Es wäre also für jeden Bürger transparent einsehbar, ob auch wirklich alle Stimmen richtig und komplett der nächst höheren Ebene übertragen wurden.
Denkbare Anfälligkeiten
Die Blockchaintechnik stellt dabei also sicher, dass die Auszählungen korrekt ablaufen. Allerdings ist jede (und sei sie absolut korrekt) Bearbeitung von Informationen nur so gut wie die Informationen selbst. Deshalb wären folgende Manipulationen möglich:
-Bedrohung: Betrüger könnten unter Androhung von Gewalt eine Stimmabgabe für eine bestimmte Partei erzwingen. Die Blockchain erkennt das nicht, sie sieht nur die Stimmabgabe und wertet sie aus
-Mehrfachwahlen: Die Blockchain wertet nur die pseudonymisierte Stimmabgabe aus. Sie weiß nicht, welcher Bürger hinter welcher t-Adresse steckt und ob dieser Bürger wirklich nur eine gültige Paperwallet (mit 1 STIMME) erhalten hat. Sobald ein Bürger mehrere Paperwallets erbeutet, erpresst oder anderweitig erhält, kann er mehrfach an der Wahl teilnehmen.
**Hinweis:** *Der Autor ist nicht mit ZCASH verbunden oder hat in irgendeiner Weise finanzielle Unterstützung als Gegenleistung für das Verfassen dieses Artikels durch oder in ZCASH (ZEC) erhalten. Allerdings macht ZCASH eine kleine Position in dessen Portfolio aus.*
*Mehr über Zcash erfährst du auch auf meinem Youtube Kanal:*
https://www.youtube.com/watch?v=zansvuObJ0Y
So entscheide ich, wann ich welche Coins erwerbe/verkaufe
Spoiler Alert und Vorwort
*Ich weise darauf hin, dass dieser Artikel keine Finanzberatung ist, nur zu Unterhaltungszwecken dient und jegliche in diesem Artikel genannte Kryptowährung nur zu Beispielzwecken erwähnt wird.*
*Ziel dieses Blogposts ist es nur, dir (m)eine Methode vorzustellen, die dir helfen könnte, den Wert einer Kryptowährung zu abzuschätzen. Diese Methode dient also nicht dazu, das nächste 100X Juwel aus tausenden von Kryptowährungen zu identifizieren. Stattdessen kann dir diese Methode nur zu oder von einem Kauf eines Coins oder Token (ab)raten, den du schon in deinem Portfolio bzw. auf deiner Beobachtungsliste hast.*
Grundlagen
Wealth Cycle (Wohlstandzyklus)
Viele Kaufentscheidungen treffe ich auf Basis des Modells des Wealth Cycles. Ich habe schon öfter darüber getwittert oder Videos hierzu auf Youtube gemacht. https://twitter.com/dremar92/status/1253645112179068928 https://www.youtube.com/watch?v=M2Lhy3dW_IM
Der Wealth Cycle ist ein Konzept des Bestsellerautors Mike Maloney (Guide to Invest in Gold and Silver) und beschreibt das Verhältnis eines Vermögenswertes gegen ein anderes. Das von ihm oft gebrachte Beispiel ist das Dow-Gold-Ratio, also das Verhältnis des Dow Jones zum Goldpreis. Hierfür teilt man einfach den Preis des Dow durch den Preis einer Unze (Oz, etwa 31 g) Gold. Zur Vereinfachung nehmen wir die Werte:
Dow= 30.000 Punkte (bzw. USD) und 1 Oz Gold = 2.000 USD.
Das Ratio ist 15 (also 30.000 durch 2.000). Mittels historischer Daten kann man dieses Verhältnis über die Zeit zurückrechnen und findet heraus, dass dieses nicht konstant ist, sondern in wellenförmigen Zyklen variiert:
*Abb.1 Das Dow Gold Verhältnis (blau) von 1900 bis 2010 aus Mike Maloneys Präsentation mit angegebenem Titel. Screenshot der* *Präsentation* *auf Youtube.*
Anhand der Variation dieses Verhältnisses kann man Aussagen darüber treffen, ob Aktien gerade gegen Gold über- oder unterbewertet sind. Im Falle eines Ratios von 5 benötigt man nur 5 Unzen Gold, um einen Anteil im Dow zu erwerben (Überbewertung des Golds -> tausche Gold gegen Dow).
Bei einem Dow Gold Ratio von 45 tauscht man diesen Anteil des Dows wieder zurück in Gold (Gold unterbewertet). Mit dieser simplen Strategie hätte man um 1990-2000 mit einem Tausch aus 5 Unzen Gold 45 Unzen machen können.
Den eigentlichen Zyklus und die Tauschanweisung stellt Mike Maloney wie folgt durch Spiegelung und Verschieben des Graphens wie folgt dar:
https://www.youtube.com/watch?v=l-knwwD-PZc
*Abb.2 Das Dow Gold Verhältnis (blau) und das inverse Verhältnis (rot) von 1900 bis 2010 aus Mike Maloneys Präsentation mit oben angegebenem Titel.*
Man kauft dann entsprechend das unterbewertete Asset und tauscht bei Anpassung des Verhältnisses ins Andere. Durch Hin- und Hertauschen der beiden Assets lässt sich über die Zeit immer mehr Asset (in seinem Fall Gold) akkumulieren und damit ein Vermögen aufbauen.
Dies zeigt er durch Herausnehmen und Aneinanderreihen der Abschnitte des Wealth Cycle, wann immer ein Tausch stattgefunden hat:
*Abb.3 Vermögensaufbau durch Anwendung des Wealth Cycles über die Zeit.*
Jeder, der nicht zwischen den Assets hin- und herspringt, bleibt in diesem "Value Channel", wie er es nennt, zwischen dem roten (invertierten Chart) und dem blauen Chart gefangen, wobei über die Zeit Vermögen aufgebaut und wieder "vernichtet" wird.
Wealth Cycle bei Kryptowährungen
Nachdem du jetzt weißt, was der Wealth Cycle ist und wie man ihn ließt, verwenden wir diesen für unsere beispielhaften Kaufentscheidungen. ****Glücklicherweise**** sind Kryptowährungen so volatil, dass Tauschzyklen deutlich schneller auftreten als bei Aktien oder Edelmetallen. Als Referenz verwende ich Bitcoin (und nicht Gold).
Nachfolgend möchte ich dir zeigen, wie sich diese Methode auf Kryptowährungen übertragen lässt. Zu Beispielzwecken erstelle ich hier eine Watchlist mit Coins verschiedener Kategorien aus:
Bitcoin -> Referenz (nicht abgebildet)
Ethereum -> Smart Contracts (violett)
Solana -> NFTs (grün)
Cosmos -> Multichain (schwarz)
Litecoin -> Tauschmedium (grau)
Monero -> Privacy (orange)
Umsetzung von Mike Maloney's Strategie im Bereich der Kryptowährungen
**Festlegung von Coins und Beobachtungszeitraum**
Ich verwende dabei aus Gewohnheit einen Zeitraum von 1000 Tagen und eine Liste von etwa 10 Coins. Für diesen Blogpost habe ich eine Beispielabbildung über einen Zeitraum von 500 Tagen erstellt und die oben genannten Coins verwendet.
**Wealth Cycle berechnen**
Ich bestimme für jeden der o.g. Coins über die 500 Tage den Wealth Cycle nach Mike Maloney (also das Verhältnis aus Bitcoin Preis geteilt durch Altcoin Preis zu jedem einzelnen Tag).
Dieses Verhältnis sagt mir dann, wieviele Altcoins ich an jedem dieser Tage brauche, um einen Bitcoin zu erwerben (oder wieviele Altcoins ich für einen Bitcoin bekommen würde).
**Festlegung der Referenz**
Die Referenz ist ein Wert, der mindestens erreicht werden muss, damit sich der Tausch überhaupt lohnt. Ansonsten hätte man die ganze Zeit über ja nichts machen brauchen.
Das "Nichts machen brauchen" drücke ich dabei durch den Mittelwert des Verhältnisses über den Zeitraum von 500 Tagen aus. Dies ist mein Bezugspunkt.
Bei der obigen Abb.1 liegt der Mittelwert geschätzt wohl bei etwa zwischen 10 und 15. Solange da Dow Gold Ratio zwischen diesen Werten liegt, ist kein Tausch erforderlich.
**Festlegung der Schwellenwerte für einen Tausch**
Ein Tausch von einem Asset in ein anderes führe ich durch, sobald der Preis des jeweiligen Assets entweder das 0,5-fache oder das Doppelte des Mittelwerts erreicht.
Dafür muss dann nur das Verhältnis zu jedem Tag durch den Mittelwert geteilt werden, um die entsprechenden Vielfache zu erhalten.
Wenn das Mittel in der Abb.1 tatsächlich 15 wäre, dann spräche nach meiner Methode viel für einen Tausch bei einem Dow Gold Ratio von 30 bzw. 7,5.
Natürlich kannst du auch andere Vielfache wie 1.5 oder 0.75 verwenden. Dies führt aber bei einer langen Liste von Coins schnell zu vielen Tauschvorgängen, weshalb ich mich für höhere Schwellenwerte entschieden habe. Diese treten dann aber erst bei längeren Zeitspannen und dann nur für wenige Coins in der Liste auf. Du kannst dies gerne in Abb.1 mit den Schwellenwerten 22,5 (statt 30) und 11,25 statt 7,5 vergleichen. Es wären deutlich mehr Tauschvorgänge nötig.
**Visualisierung**
Nach den obigen Anweisungen, also Bestimmung des Bitcoin:Altcoin Verhältnisses normiert (also geteilt) mit dem 500 Tage Mittelwert, erhalte ich für jeden der oben genannten Coins diesen Chart:
Wie man sehen kann, gab es vor etwa 460 (Tag 40) bis 370 (Tag 130) Tagen eine Zeit, in der das Bitcoin:Solana Verhältnis (grün) einen kompletten Zyklus bis zu meinen Schwellenwerten 2 und 0.5 durchlaufen ist. Dies zeigt, wie schnell die Wealth Cycles in Kryptowährungen durchlaufen werden können.
**Interpretation**
Aktuell (Anfang Sept. 2022) nähern sich sowohl Monero (XMR) als auch Cosmos (ATOM) dem Schwellenwert von 0.5 an.
Dies bedeutet, dass man bald nur halb so viele ATOM bzw. XMR (wie in den vergangenen 500 Tagen) benötigt, um einen vollen Bitcoin zu erwerben.
Bzw. du bekommst jetzt etwa realtiv gesehen (gegenüber sonst) die doppelte Menge an BTC für deine ATOM bzw. XMR.
Dies spräche für eine kommende starke Überbewertung von XMR und ATOM gegenüber Bitcoin und damit für einen Verkauf von XMR und ATOM gegen BTC.
Auch aufgrund des kommenden Wechsels von Proof of Work zu Proof of Stake gewinnt Ethereum gegenüber Bitcoin an Stärke. Es könnte sich daher vielleicht auch lohnen, einige ETH gegen BTC zu tauschen.
*Also: Verkaufe Coins (für Bitcoin) bei deinem Schwellenwert unter der 1er Linie (hier ist nämlich das 500 Tage Mittel erreicht), und kaufe die Coins mit BTC, die darüber liegen. So einfach ist das.*
****Dies ist natürlich keine Finanzberatung!****
Wohin geht der Bitcoinpreis? Mein Modell vorgestellt.
Erklärung
*Der folgende Artikel ist keine Finanzberatung, er dient lediglich zu Unterhaltungszwecken. Kryptowährungen unterliegen starken Preisschwankungen bis hin zum Totalverlust (siehe Luna). Informieren Sie sich vor jeder Investition selbst und ausführlich und verwenden Sie dabei nie mehr Kapital als Sie bereit sind zu verlieren.*
Preismodelle
Preismodelle sind Versuche, künftige Preisbewegungen anhand von historischen Verläufen vorherzusagen, wobei oft mathematische Modelle verwendet werden. Da vergangene Preisbewegungen aber kein Garant für künftige Ereignisse sind, sind Preismodelle IMMER skeptisch zu betrachten.
Sie besitzen dennoch eine Existenzberechtigung, da sie uns helfen, Preisbewegungen im Nachhinein zu verstehen und zu bewerten.
Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die herangezogen werden können, um zu prüfen, ob der Bitcoinpreis über- oder unterbewertet ist.
Die bekanntesten Modelle sind das Stock-to-Flow (Bestand zu Förderung) **S2F**, dessen Erweiterung auf andere Assets wie Edelmetalle und Diamanten (**S2FX**) von @100TrillionUSD , eine Abwandlung des S2F -bekannt als Stock to Fomo (fear of missing out (Angst etwas zu verpassen)) von @w_s_crypto sowie die 1 Million Dollar Prognose von John McAfee. https://medium.com/@100trillionUSD/modeling-bitcoins-value-with-scarcity-91fa0fc03e25 https://medium.com/@100trillionUSD/bitcoin-stock-to-flow-cross-asset-model-50d260feed12
*Abb.1 Hyperbolisches Stock to Fomo-Model von @w_s_crypto . In diesem Modell wird der historische Bitcoinpreis gegen eine hyperbolische Funktion (eine Variante der Areatangens hyperbolicus (tanh-1) ) aufgetragen. Die Asymptote wird dabei als der Moment interpretiert, an dem niemand Dollars gegen Bitcoin tauschen will. Dies entspricht dann dem Ende des Dollars.*
*Die Asymptote wird mathematisch wie gewohnt bestimmt und das Ergebnis in eine Zeit rückübersetzt, die dann als Stichtag für die Prognose verwendet wird.*
Modelle sind damit nur eine mathematische Näherung an die Historie mit entsprechenden Ungenauigkeiten und Vereinfachungen, die dem Modell zugrunde liegen.
Daher sollte man exakte Stichtagsprognosen auf Basis ebenfalls ungenauer Modelle stets hinterfragen. Aber, wie oben gesagt, gilt, dass Modelle helfen Sachverhalte zu verstehen und zu vereinfachen und ihre "besonderen Eigenschaften" (wie die Asymptote) regen zum Nachdenken an.
Rückblickend betrachtet lagen einige der obigen Prognosen falsch - oder das Erreichen ihrer Vorhersagen gilt als zunehmend unwahrscheinlich - so dass Kritiken an diesen Modellen nicht abbrechen. https://fnordprefekt.de/
Nachfolgend möchte ich mein Modell auf Basis der Bitcoin Halving-Cyclen vorstellen. Natürlch hat auch dieses Modell seine Schwächen. Ich möchte aber, dass du verstehst, wie ich zu meinen Prognosen komme. Dann kannst du dir dein eigenes Urteil bilden.
Annahmen in meinem Modell
Etwa alle 250.000 Blöcke - also etwa alle 4 Jahre - halbiert sich die Inflationsrate von Bitcoin. Es kommen also ab dem 5. Jahr also nur 50% so viele Bitcoin zum Bestand hinzu wie die 4 Jahre zuvor. Dann bleibt die Inflationsrate etwa 4 Jahre auf diesem Level, bis sie dann wieder um 50% fällt.
Dieses periodische und vorhersagbare Verhlaten hat in Kryptoszene zur Einführung von Begrifflichkeiten geführt, die von Jahreszeiten abgeleitet sind. So gibt es einen "Kryptowinter" oder eine "Altseason".
Für meine Prognose versuche ich zunächst, einen typischen Zyklus zu ermitteln. Ich betrachte dabei aber keine absoluten Preise (wie 20.000 USD), sondern nur Werte relativ zu dem Allzeithoch des jeweiligen Zyklus. Das Allzeithoch des vergangenen Zyklus bis 2020 (etwa 20.000 USD) wird dabei mit 100% bzw. 1 bewertet (16.000 USD entsprechen in diesem Zyklus dann 80% bzw. 0.8).
Das vergangene Hoch von etwa 60.000 USD betrachte ich als Allzeithoch des aktuellen 4 Jahreszyklus (auch 100%), welcher noch bis etwa 2024 anhält.
Aufgrund des limitierten Datensatzes und der Tatsache, dass Bitcoin noch sehr jung ist, gibt es gerade einmal Daten für einen vollständigen und zwei angebrochene Zyklen, auf die ich mich beziehen kann. Dies ist die größe Schwäche meines Modells:
*Abb. 2 Bitcoinpreiszyklen relativ zum Allzeithoch eines Zyklus. Die X-Achse zählt die Tage, die seit dem Beginn eines neuen Zyklus vergangen sind.*
Man sieht, dass die Allzeithoch eines jeden Zyklus immer Zwischen 300 und 600 Tagen liegen und dass nach einer etwa 400 Tage dauernden Durststrecke ein weiteres, geringeres Hoch erscheint.
Ich verwende eine simple Polynomfunktion 5. Grades (zur Abbildung von zwei Hochpunkten) als Basis zur Simulation des mittleren Verlaufs (orangefarben) eines solchen Zyklus:
*Abb. 3 In orangefarben ist der mittlere Zyklus aus den oberen drei Zyklen dargestellt und in grün die Polynomfunktion, die ich als Grundlage für mein Modell verwende.*
Als letztes muss nur noch der relative Preis in absolute Zahlen rückübersetzt werden. Hierfür muss dann nur mit dem Allzeithoch des entsprechenden Zyklus multipliziert werden.
Für eine Prognose des künftigen Zyklus multipliziere ich mit dem mittleren Verältnis, mit dem sich die Allzeithochs verändern - et voila:
Meine Prognosen
*Abb. 4 Aktueller Verlauf des Bitcoinpreises (rot) gegen eine Modellierung des aktuellen Zyklus (schwarz) und des künftigen Zyklus (2024-2028) in blau.*
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Modells geht dieses Modell weiterhin von temporär und anhaltend niedrigen Bitcoinpreisen im Bereich von 20.000-30.000 Euro für den Zeitraum Rest 2022 bis (einschließlich) 2023 aus. Natürlich kann Bitcoin durch einen Crash eines großen Stablecoins auch noch weiter abstürzen. Solche Ereignisse sind in dem Modell aber nicht vorgesehen. Das Modell berücksichtigt also nur, wie sich der Preis verhalten würde, wenn Bitcoin sich weiterhin normal verhalten würde (wie zuvor).
Im Sommer des Folgejahres des nächsten Halving Events (Juli 2025) liegt der Hochpunkt der Prognose, für den ich einen Bitcoinpreis von mehr als 200.000 EUR für nicht unwahrscheinlich halte. Eine kritische Marke wäre 250.000. Die Zeit wird zeigen, ob Bitcoin diese knacken, erreichen, oder (weit?) verfehlen wird.
Details und das Modell als NFT
Details zu meinem Modell und der Prognose findest du hier in einer englischsprachigen PDF, die Teil eines NFTs auf der Tezos Blockchain ist. https://objkt.com/asset/hicetnunc/759296
Wenn du mich und meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich auf deinen Besuch auf meinem Youtubekanal, oder (natürlich) wenn du dieses einzigartige NFT erwerben möchtest ;) https://www.youtube.com/channel/UCF3Gl8ZWFgmD__jIXciMq1A
Regional- und Alternativwährungen - und wie Kryptowährungen als solche eingesetzt werden könnten
Was sind Regional- und Alternativwährungen?
Vielleicht hast du schon einmal einen Freizeit- oder Themenpark besucht, der seine eigene Alternativwährung verwendet. Bei Betreten des Parks - oder in bestimmten Wechselstuben auf dessen Gelände - erwirbst du die Alternativwährung des Parks gegen deine gesetzlich verordnete Landeswährung
(z.B. kaufst du Taler in einem "Mittelalter"-Themenpark mit deinen EUROs).
Für Speisen, Souvenirs und Attraktionen musst du dann ausschließlich mit diesen zahlen. Bei Verlassen des Parks kannst du vielleicht deine Taler gegen Gebühr wieder in EURO zurücktauschen (oder eben auch nicht). Außerhalb des Parks besteht für die Taler aber keine Nachfrage, sie sind also wertlos.
Das Konzept zur (meist aufgezwungenen) Verwendung einer Alternative hat psychologische Gründe. Das Verwenden von Plastikchips in Kasinos zum Beispiel hat ganz andere Wirkungen auf uns als wenn wir bei jedem Einsatz die Papierscheine aus unserer Geldbörse suchen und hinlegen müssten.
Was glaubst du etwa, warum die Preisänderungen für Indizes an der Börse (z.B. dem DAX) in Zähler oder Punkte genannt werden und nicht (obwohl gleichwertig) EUROs?
Dieses Konzept der Alternativwährungen muss nicht nur auf einige Parks begrenzt sein, sondern kann ganze Regionen (Städte, Stadtbündnisse etc.) umspannen. Aus der Sicht von Ländern mit Währungen, die überregional verwendet werden (z.b. US Dollar) sind Regionalwährungen gleichzeitig die Hauptwährung (die gesetzlich verordnete Währung) dieser Region und werden außerhalb dieser praktisch nicht verwendet (siehe Beispiel weiter unten).
Es gibt aber auch Regionen, die eine freiwillige Alternative parallel zur Landeswährung anbieten.
Regionalwährung am Beispiel des Hongkong Dollars
*Abb. 1 Links 20 Hongkong Dollar, rechts 20 chinesische Yuan.*
Obwohl Hongkong offiziell von der britischen Regierung vor etwa 25 Jahren an die Volksrepublik China zurückgegeben wurde, verwendet Hongkong seine eigene Währung, während im gesamten Festlandchina der chinesische Yuan (RMB) als Landeswährung dient
(mit der mir bekannten Ausnahme "Kasinostadt" Macau, die den Pataca verwendet).
Steigt man in Hongkong in die Bahn und fährt in die benachbarte Stadt Shenzhen (bekannt als das chinesische Silicon Valley)
muss man bereits die Währung wechseln, da in Shenzhen kaum noch Nachfrage nach Hongkong Dollars besteht.
*Aus festlandchinesischer Sicht ist der Hongkong Dollar* **eine Regionalwährung, jedoch keine Alternativwährung**, *da ein Festlandchinese kaum die Möglichkeit hat,* ***wenn er es denn wollte****, außerhalb von Hongkong mit Hongkong Dollars zu zahlen*.
Alternativwährungen als echte, freiwillige Alternative
Im Folgenden möchte ich den Begriff "Alternativwährung" für eine Währung verwenden, wenn diese ***freiwillig***, neben einer gesetzlich verordneten Landeswährung für den Erwerb von Gütern oder Dienstleistungen verwendet werden kann/darf.
Diese Definition schließt also die Kasinochips aus. Und neben dem naheliegenden Beispiel von Grenzregionen
(z.B. kann nahe der deutsch-dänischen Grenze der EURO als Alternativwährung zur dänischen Krone verwendet werden)
möchte ich dir in diesem Blogpost tatsächlich eine solche freiwillige Alternative
(die in ihrer Region als Regionalwährung funktioniert)
vorstellen:
Der Chiemgauer
Gestartet als Projekt der 10. Jahrgangsstufe der Chiemgauer Waldorfschule im Jahre 2003, mit dem Ziel, regionale Wirtschaftskreislaufe zu fördern, ist aus dem Chiemgauer eine Regionalwährung entstanden, die als Gutscheinsystem einer regionalen Vereinsgenossenschaft
(zur Abgrenzung von der gesetzlich aufgezwungenen Währung)
zu verstehen ist, welcher rund 600 Unternehmen angehören und auf ein Gebiet ausgebreitet ist, in welchem fast eine halbe Million Menschen leben.
Der Chiemgauer ist 1:1 in EURO gedeckt. Mehr über dieses spannende, erfolgreiche Projekt findest du hier. https://www.chiemgauer.info/startseite/?no_cache=1
Der Bitcoin (oder Bitcoin Cash)
*Im Folgenden verwende ich Bitcoin als Beispiel, da es sich um die weltweit erste, dezentrale und erfolgreiche Kryptowährung handelt. Sämtliche Überlegungen lassen sich jedoch auch auf andere Kryptowährungen übertragen. Da read.cash Teil des Bitcoin Cash Ökosystems ist, möchte ich diese nicht unerwähnt lassen.*
Bitcoin als digitales, dezentrales Bezahlnetzwerk hat die Möglichkeit als globale Alternativwährung zu agieren, ohne dabei wie der Chiemgauer oder der Palmas räumlich begrenzt zu sein. Aufgrund seiner Beschaffenheit besteht die Möglichkeit, Bitcoin absolut freiwillig zu als solche Alternative zu benutzen. Aufgrund dieser Freiwilligkeit ist natürlich das Momentum zur Akzeptanz und Nutzung eher gering (auch bedingt durch die nicht gerade unerheblichen Kursschwankungen und Transaktionskosten).
Besonderes Aufsehen hat hierbei der Kleinstaat El Salvador erregt, welcher das Nutzen von Bitcoin seit etwa September 2021 als gesetzlich anerkannte Alternative zum US Dollar ermöglicht. Ob staatliches Erklären einer Alternative wirklich auf Freiwilligkeit beruht, sollte jeder für sich entscheiden. https://www.genonachrichten.de/2020/11/12/banco-palmas-brasilianische-solidarbank-mit-alternativwaehrung-expandiert/ https://www.deutschlandfunk.de/bitcoin-als-staatswaehrung-in-el-salvador-100.html
Freiwillige Akzeptanz und Nutzung einer Alternative erfolgt besonders dann, wenn diese Alternative funktioniert und für beide Seiten Vorteile bringt. Ganz ohne staatliche Verordnung oder Anerkennung erfreut sich der Bitcoin-Ableger Bitcoin Cash weltweiter Beliebtheit (und das trotz enormen Wertverfalls vom Allzeithoch):
*Abb.2: Weltweite Verbreitung von Akzeptanzstellen für Bitcoin Cash.*
Wie können Regionalgelder die lokale Wirtschaft fördern?
Eine wichtige Kenngröße für die Messung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Raums ist die Umlaufgeschwindigkeit. Diese ist ein Maß für die Anzahl an Transaktionen, in der stets dieselbe Geldeinheit verwendet wird.
Beispiel: Eine 5 EURO Note wird als Trinkgeld bei einem Restaurantbesuch an den Kellner gegeben. Dieser gibt genau diesen Schein heute Abend an der Tankstelle aus. Die Umlaufgeschwindigkeit ist 2. Ein und derselbe 5 Euroschein hat Dienstleistungen und Waren im Wert von insgesamt 10 EURO (2x5=10) gekauft.
**Multiplikation durch räumliche Zahlungsbeschränkung**
Diese Multiplikation der Wirtschaftskraft durch das Halten der Währung in einem geschlossenen Raum ist ein wichtiges Mittel zur Stärkung der lokalen Wirtschaft. Würde der Kellner sein Trinkgeld in einer regional begrenzten Alternativwährung erhalten, wäre er gezwungen bei einer Tankstelle im Gültigkeitsraum zu tanken. Tankt er jedoch mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Währung im Nachbarort, kommt dieses Geld seiner Heimatstadt nicht mehr zugute - es sei denn, es fließt dorthin wieder zurück.
Nutzen einer Regionalwährung und zinslose Mikrokredite
Ein großes Hemmnis der regionalen Entwicklung ist die eingeschränkte Kreditvergabe. Besteht in der Region nicht genug Potenzial für die Unternehmensgründung inkl. die Rückzahlung des Kredits plus Zinsen wird die Unternehmensgründung oder Erweiterung nicht erfolgen. Die Verwendung einer Regionalwährung könnte hier wie folgt Abhilfe schaffen:
Die Regionalwährung (RW) besitzt per Nennung innerhalb ihres Gültigkeitsbereichs dieselbe Kaufkraft wie die gesetzlich verordnete Währung (EURO), wird jedoch immer mit Abschlag ge- und verkauft:
*Man kauft zum Beispiel 1 RW für 1,05 EURO und erhält beim Verkauf von 1 RW nur 0,95 EURO. Diesen Abschlag könnte die Regionalbank, die die RW herausgibt, oder weiterer ein Vermittler (z.B. ein Supermarkt) mit zusätzlicher Gebühr als Marge nutzen.*
Obgleich RW und Landeswährung dieselbe Kaufkraft besitzen, könnte das Nutzen der RW das Gemeingefühl stärken oder mit anderen Vorzügen (schnellere Zahlungsabwicklung an der Supermarktkasse etc.) verbunden sein.
Möchte sich jemand z.B. als Bäcker selbstständig machen, könnte er einen zinsfreien Kredit in RW aufnehmen
(er muss also nur die in RW genannte Summe über den Zeitraum des Kredits zurückzahlen).
Die Eier könnte er beim lokalen Bauer und Mehl im Supermarkt gegen RW erwerben.
Der Supermarkt könnte die RW parallel an seine Bürger verkaufen, die diese als Alternative innerorts für Einkäufe oder Dienstleistungen (Baby-Sitting, Nachhilfe etc.) nutzen.
Der Bäcker wird einen Teil der RW verkaufen müssen, um außerorts die Öfen zu erwerben.
Der Bauer hat durch den Bäcker einen verlässlichen Abnehmer und der Bäcker kann durch Bepreisung seines Brots in RW den Kredit leichter zurückzahlen, da in RW keine Zinszahlungen nötig sind. Brot und Brötchen könnten die Bürger in RW günstiger erwerben, wodurch die Bürger,
(oder Unternehmen, die die Brötchen ihrerseit verwenden)
die Nutzung von RW vorziehen könnten.
*Die Verwendung einer RW ermöglicht eine Optimierung der regionalen Wirtschaft, was in Zeiten von Klimawandel, Lieferkettenproblemen und Resourcenknappheit doch eigentlich gefördert werden sollte!*
Über den Erfolg einer RW entscheidet letztendlich die Zahl der teilnehmenden Bürger und ihr Wille, diese als wirkliche Alternative zu benutzen. Projekte wie der Chiemgauer oder der Palmas zeigen, dass dies möglich ist.
Die Rolle der Regionalbank
Das traditionelle Bankenwesen wird an gleich mehreren Fronten bedroht:
- FinTechs wie Paypal oder online Banken mit besseren Konditionen
- Zentralbank Digitalwährungen, die Geschäftsbanken obsolet macht
- Kryptowährungen, die durch ihren P2P Charakter keinen Mittelsmann benötigen.
Regionalwährungen können der Bank ein neues Geschäftsfeld bieten:
Die Bank verdient am An- und Verkauf von RW
(1,05 EURO pro 1 RW im Verkauf, bzw. 0.95 EURO pro 1 RW im Ankauf)
und ist gleichzeitig einer der wenigen (oder gar der einzige) Herausgeber.
Sie könnte Geschäftskunden anbieten, Einlagen in EURO bei ihr für eine bestimmte Zeit zu parken und erzeugt eine gleiche Menge an RW, die sie dann nach obigen Konditionen in Umlauf bringt. Einen Teil ihres Gewinns (und sei es nur 1 cent pro Verkauf) könnte sie an die Gläubiger, die ja mit ihrem Vermögen die Deckung der RW sicherstellen, als Gewinn gutschreiben. Es sind praktisch diese Einlagen, die dann auch die Mikrokredite decken, die strukturelle Entwicklung der Region fördern und die Bank mit zusätzlichem Kapital versorgen.
Die Bank hat durch jahrelange Kundenpflege auch die Möglichkeit das Risikopotential ihrer Kunden für die (Mikro)Kreditvergabe besser abzuschätzen.
Regionalwährung als Crypto-Token
Ob sich der Herausgeber einer Regionalwährung entscheidet, die Blockchaintechnik zu nutzen, ist im Vorfeld zu klären. Natürlich können auch Gutscheine, Karten o.ä. verwendet werden.
Die Blockchaintechnik bringt natürlich die Vorzüge einer Infrastruktur digitaler Bezahltechniken mit
(Sender und Empfänger benötigen in den meisten Fällen lediglich ein Internetfähiges Gerät und Internetzugang), erfordert aber auch Kenntnisvermittlung, an der die Regionalbank ebenfalls führend mitwirken kann (Kundenbetreuung, Key Verfahrung etc.).
Eine Regionalwährung kann als Crypto-Token in relativ einfachen und wenigen Schritten auf einer Vielzahl von bestehenden Blockchains eingerichtet werden - es muss nicht zwangsläufig der Bitcoin verwendet werden.
Gleichzeitig ermöglicht die Verwendung der Blockchain eine Einsicht der Bürger in die Aktivitäten des Herausgebers. Der Bürger weiß also jederzeit, wieviele RW erzeugt wurden.
In meinem Video über SLP-Token zeige ich dir, wie du relativ simpel einen SLP-Token auf der Bitcoin Cash Blockchain aufsetzen kannst. Wenn du einen meiner limitierten SLP Token haben möchtest, kommentiere doch gerne unter diesem Artikel oder dem Video mit deiner BCH-Adresse. https://youtu.be/DgCbRFWFadM
Token, die auf eine bestehende Blockchain aufgesetzt werden, erfordern neben dem Halten des Tokens selbst auch den Utility Token des Blockchainnetzwerks, um Zahlungen in diesem Netzwerk abzuwickeln.
Für das Versenden von SLP Token auf der Bitcoin Cash Blockchain wird also auch noch etwas Bitcoin Cash (BCH) benötigt. Die Kosten für Transaktionsgebühren bestimmen somit die Wahl des Netzwerks, auf dem der Token aufgesetzt wird. Zur Zeit kosten Transaktionen bei Bitcoin Cash weniger als 1 Cent, weshalb selbst geringe Mengen BCH ausreichen können, um über einen längeren Zeitraum viele Transaktionen in RW als SLP Token zu tätigen. Gleichzeitig erhöht die Nachfrage an BCH durch das Nutzen des SLP Tokens den Wert von BCH. Im Vergleich dazu:
Die Transaktion von ERC-20 Token auf Ethereum kann schnell mehrere Euro in Ether kosten. https://bitinfocharts.com/de/comparison/transactionfees-bch.html#3y
Mehr:
In diesen Zeiten der Dezentralisierungsbewegung werden ständig neue Konzepte zur Gewinnung von mehr Autarkie entdeckt oder wieder entdeckt. Wenn dich dies ebenso fasziniert, empfehle ich dir das Buch "Freie Privatstädte" von Titus Gebel.
https://www.amazon.de/Freie-Privatst%C3%A4dte-Wettbewerb-wichtigsten-Markt/dp/3000626778

Zentralbank Digitalgeld (ZBDG), Carbon Credits und Big Brother... Wie dies alles zusammenpasst
In meinem neuen Blogpost möchte ich auf Zentralbank Digitalgeld, von welchem du bestimmt bereits unter dem Begriff "digitaler Euro" gehört hast, eingehen, und dir zeigen, wie eine Einführung dessen unser Leben weitgehend verändern wird.
Doch beginnen wir vorarb mit der Begrifflichkeit. Ich verwende Zentralbank Digitalgeld (ZBDG) als Übersetzung des englischen Terminus *Central Bank Digital Currency (CBDC)*, wie du ihn sonst in der Literatur vorfinden wirst.
Ich richte mich dabei nicht nach der eingehens erwähnten Definition von "Geld", sondern bezeichne den digitalten Euro fortan - dem umgangsprachlichen Gebrauch geschuldet - einfach als "Geld", obwohl der englische Terminus "currency" eigentlich "Währung" bedeutet. https://read.cash/@mad-readcash/bitcoin-so-dass-deine-eltern-es-verstehen-und-nutzen-konnten-kapitel-1-erster-teil-4cd95142
Der Digitale Euro - Ein Marketing Gag?
Mit dem Aufstieg der Kryptowährungen -und vor allem der voranschreitenden Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens in China via beliebter Messenger Apps-sind die westlichen Notenbanken unter Zugzwang geraten. Aber insbesondere als Reaktion auf den digitalen Yuan der chinesischen Zentralbank soll der digitale Euro kommen!
*Aber ist der Euro nicht bereits digital?*
Ja, das ist er! Du bezahlst per Verschiebung digitaler Bilanzen, wenn du deine Kreditkarte, deine Bankkarte, Paypal oder einen anderen Zahldienstleister verwendest. Das einzige, was den kommenden digitalen Euro vom jetzigen Euro unterscheidet, ist die vollständige Eliminierung von Bargeld. https://www.youtube.com/watch?v=bIPUMdEckiQ
Was die Einführung des digitalen Euros für dich bedeutet
Neben dem vermeintlichen Gewinn an "Convenience" verlierst du all deine **Privatsphäre.** Jeder Bezahlvorgang wird dann erfasst, gespeichert und in irgendeiner Weise benutzt werden. Wir werden später noch einmal auf diesen Punkt zurückkommen, wenn wir uns mit der Verschmelzung des ZBDG mit Blockchain-Technik befassen. Aber auch, wenn du nichts zu verbergen hast, wird dir ein weiterer Aspekt nicht gefallen: **Die Zinspolitik**.
Solange es Bargeld gibt, gibt es eine Möglichkeit, negative Zinsen zu vermeiden. Statt also jährlich Kapital zu verlieren, könnte man dieses vom Konto abheben und es in Banknoten unter der Matratze parken. Das bringt zwar keine Erträge, aber es verschwindet nicht von selbst!
ZBDG und die aktuellen, dezentralen Kryptowährungen wie Bitcoin sind nicht dasselbe
Auch wenn du denken magst, dass ZBDG und Kryptowährungen beides digitale Formen von dem sind, was du als "Geld" kennst, enden hier deren Gemeinsamkeiten auch schon. Bitcoins und viele andere Kryptowährungen sind digitale Bezahlmöglichkeiten (wenn auch hierzulande kaum akzeptiert), hinter denen keine zentrale Institution (wie eine Bank) steht. Sie können daher nicht konfisziert, eingefroren oder mit Negativzinsen belegt werden.
Aber sehen wir uns einmal an, wie die Blockchaintechnik, wenn sie in ZBDG verwendet würde, dein Leben beeinflussen könnte:
**Big Brother sieht zu:**
Auf einer Blockchain werden alle Bilanzen und deren Bewegungen fälschungssicher und unveränderbar für alle Ewigkeit abgespeichert. Eine Blockchain unter Kontrolle einer Notenbank, bei der jeder Account einer Person eindeutig zugeordnet werden kann, bedeutet, dass jeder (Ein)Kauf, jede Transaktion, alle beteiligten Kontakte, Kunden, Zulieferer etc. permanent und offen einsehbar dieser Zentralbank vorliegt. Die Notenbank hätte dann ein Einblick in dein Kaufverhalten, deine Interessen, politische Neigung etc.
Auf diese Weise könnte sie dein Kaufverhalten auch gezielt steuern (umerziehen) oder deinen Datensatz ohne deine Einwilligung in obskure K.I. Programme einpflegen.
Als einziger Knotenpunkt im Netzwerk des digitalen Euros kann die Bank Transaktionen verhindern, Konten einfrieren und Vermögen durch Knopfdruck umverteilen.
**Die Bürgerwallet, digitale ID und Zentralbank Domain:** In einer möglichen Zukunft wird dir die Europäische Zentralbank (EZB) eine Wallet erstellen. Ich nenne sie mal aus PR Gründen "die Bürgerwallet".
Die EZB könnte hierfür z.B. deinen Fingerabdruck in einen nur für sie bekannten Algorithmus eingeben, aus welcher sie deine einzigartige **digitale ID** in Form einer Public Address
(wie z.B. qpqjfa9dy4n0cr2vxvfde3tppsct2lhxasne7pgqua)
berechnet, die du fortan für alle staatlichen Dienste, Steuern und Bankaktionen verwenden musst. Diese digitale ID verknüpft alle deine Daten (vllt inklusive deiner Kranken-, Rentenkassen etc.) mit deinem Konto bei der EZB.
Da die Verwendung von Kryptoadressen für den Durchschnittsbürger zu kompliziert ist, wird dir die **EZB eine Domain** zur Verfügung stellen, die deine ID menschlich lesbar macht. Statt eine Transaktion an
**qpqjfa9dy4n0cr2vxvfde3tppsct2lhxasne7pgqua**
zu senden, wird stattdessen die Bankdomain MaxMustermann89.ezb verwendet werden. Mehr dazu findest du in meinem Video über Unstoppable Domains. Du kannst die o.g. Adresse gerne verwenden, um mir ein Wenig Bitcoin Cash zu senden, wenn dir dieser Content gefällt.
https://youtu.be/jSrndq-vOpE
**Bedingungsloses Grundeinkommen, Airdrops, automatische Besteuerung und Negativzins:**
Damit DU dich auch freiwillig entscheidest, auf deine Privatsphäre zu verzichten, wird dir die Bürgerwallet einige spannende Features bieten, die eine direkte Umsetzung der Geldpolitik der Notenbank sein wird. Hierzu zählen z.B. "**Geldgeschenke**", die in der Kryptoszene als Airdrops bezeichnet werden. Diese Airdrops könnten Ausgleichszahlungen für Minderheiten (Diversity Bonus), eine besondere Zuwendung für dich sein (z.B. zu deinem 18. Geburtstag), Bafög oder Umschulungszuschüsse.
Neben diesen Airdrops könnte die Zentralbank zum Ankurbeln der Wirtschaft auch **ein Bedingungsloses Grundeinkommen** einführen. Das bedeutet, dass nur jeder Bürger mit der Bürgerwallet monatlich einen festen Betrag bekommt, der ähnlich wie aktuell bestehende Sozialleistungen ausgezahlt wird.
ABER: dieser Betrag kann nicht gespart und muss Zweck gebunden ausgegeben werden (hierzu im nächsten Punkt mehr)! Sonst verfällt er am Ende des Monats einfach! Außerdem könnten aus deinem Kaufverhalten und deiner digital ID auch **automatisch deine Steuern berechnet und auch gleich abgegolten werden**. Und natürlich gibt es aufgrund der Eliminierung des Bargelds keinen Schutz vor Negativzinsen. Max Mustermann wird sein Konto mit jeder Sekunde, in der er nichts kauft, praktisch in Echtzeit und bis zur 10. Nachkommastelle (kein Scherz, Etherum hat sogar noch mehr Nachkommastellen), schrumpfen sehen! https://www.trendingtopics.eu/china-shenzhen-plant-airdrop-von-30-millionen-digitalen-yuan/ https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/diese-idee-soll-fuer-eine-gerechte-vermoegensverteilung-sorgen-1546340812
**EZB-20 Token:**
**Social, Carbon, Health, Food Credits:**
Neben Geld wird es in der Gesellschaft der Zukunft auch andere Token von Wert geben. **Carbon Credits (quasi CO2-Token)** werden in deine Wallet integriert und könnten (ähnlich wie ERC-20 Token im Ethereumnetzwerk) gleichzeitig mit deinen digitalen Euros bei jedem Einkauf verechnet werden:
Ist dein dir zugeteiltes Carbon Credit für dieses Jahr aufgebraucht, weil du bereits in den Urlaub **geflogen** bist, wird die EZB den Kauf deiner weiterer CO2 intensiver Produkte blockieren. An der Kasse müsstest du dich dann zum Auffülen deiner Carbon Credits für die grüne Variante entscheiden, weitere Carbon Credits erwerben (faktisch eine Strafzahlung) oder eine Spende an Projekte durchführen müssen, die z.B. Wälder wieder aufforstet.
Verzichtest du jedoch dieses Jahr auf deinen Urlaubsflug, könntest du von der EZB einen finanziellen Ausgleich in Form eines Airdrops in digitalen Euros bekommen oder dein **Sozialkredit** wird angehoben werden.
Der Sozialkredit wäre ein weiterer Token, der deine "Gutbürgerschaft" messen wird. Wenn du nie bei rot über die Ampel gehst, nicht vorbestraft bist, dich ehrenamtlich und/oder politisch (aber dann in der richtigen Partei) beteiligst, usw. wird dein Sozialkredit angehoben werden. Dies könnte dir ermöglichen bestimmte begrenzte Dinge zu erwerben oder einen Vorteil bei der Steuerberechnung zu erhalten.
Fällst du jedoch fortwährend negativ auf (weil du z.B. deine 5. Boosterungsimpfung verweigerst), werden gegen dich bestimmte Sanktionen verhängt werden (keine Zahlungen an Tankstellen, kein Eintritt in den ÖPNV etc.). Deine Social Credits werden reduziert.
Die Konten der Sozial und Carbon Kredits könnten für dich allein oder sogar für alle Bürger komplett einsehbar sein, um größeres Engagement zu erwirken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkredit-System
Natürlich könnte die EZB dann auch deinen Kauf von ungesunden Produkten (Tabak, Alkohol, Zucker(?)) erschweren oder verhindern, wenn deine **Health Credits**, das künftige Äquivalent der Krankenkassenansprüche, erschöpft sind.
**Food Credits** wären das tokenisierte, digitale Äquivalent von Essensmarken oder Lebensmittelmarken, die Teil deines Bedingungslosen Grundeinkommens durch die EZB wären. Diese Credits wären ausschließlich an die Ausgabe von Lebensmittel gebunden und der Anteil, der damit kaufbar wäre, wäre total bürokratisch ermittelt (rationiert). Food Credits wären nicht übertragbar, so dass mit diesen kein Schwarzmarkthandel betrieben werden kann!
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelmarke
**EZB-1155 Token:**
**Zertifikate, Urkunden und fraktionierte Assets als NFT:**
Deine Bürgerwallet wird all deine offziellen Urkunden und Dokumente als einzigartigen, fälschungssicheren Token (NFT) verwalten. Anwendungsbeispiele für NFTs habe ich dir hier vorgestellt. Im Rahmen dieses speziellen Blogposts möchte ich daher hier nur das **digitale Impfzertifikat** und deine Ausweisdokumente oder deinen Führerschein nennen. Und mit Erhalt eines aktuellen und gültigen Impf-NFTs von einem durch die EZB anerkannten Herausgeber wird dein Sozialkredit angehoben werden! Natürlich erlaubt dir das Impf-NFT auch weiterhin normal an der Gesellschaft teilnehmen zu dürfen, weil du dieses benötigen wirst, um den Supermarkt überhaupt betreten zu dürfen.
Deine Bürgerwallet benötigst du für den Einkauf ja sowieso.
https://read.cash/@mad-readcash/die-gegenwart-und-zukunft-von-nfts-meine-einschatzung-d67fdb52
NFTs können auch Teil eines digitalen Vermögensregisters werden. Deine Immobilie, Autos und andere "einzigartige" Objekte von Wert könnten als NFT in deiner Bürgerwallet gehalten werden und dort jederzeit als liquides Asset behandelt werden.
Wenn du mal knapp bei Kasse sein wirst, könntest du ein Mikrokredit zu extra für dich ermittelten Sonderkonditionen (z.B. auf Basis deines Sozialkredits) bei der Zentralbank gegen deine Immobilie aufnehmen, um deinen Urlaub zu finanzieren! Andererseits bedeutet das auch, die EZB könnte jederzeit die Besitzansprüche/Urkunden (z.B. dann ein Fahrzeugbrief) einfrieren, transferieren oder konfiszieren, denn die Private Keys zum Signieren einer Transaktion mit dem Bürgerwallt wird lediglich die EZB halten.
https://edelmetall-experte.com/vermoegensregister-2023/
**Killswitch:**
Sollte, aus welchen Gründen auch immer, die Zentralbank erwägen, dein Konto bei ihr zu sperren, dein Vermögen einzufrieren, deine Rente zu kürzen etc., dann kann und wird sie es tun! Du wirst dann keine Transaktion mehr tätigen können, kein digitales Geld mehr empfangen können, oder an Interaktionen mit der Gesellschaft beteiligt sein können. Die ZBDG sind Mittel absoluter Kontrolle zur Unterdrückung jeglicher Opposition. https://rp-online.de/politik/ausland/kanada-notstandsgesetz-trudeau-dreht-trucker-protesten-den-geldhahn-zu_aid-66258923
Ich hoffe, dieser Artikel konnte dir zeigen, welche Macht von der Zentralisierung unserer wichtigsten Daten in einem Bürgerwallet bei der Zentralbank ausgehen kann. Auch wenn dies alles sehr nach Verschwörungstheorie klingt, sollte dir klar sein, dass all dies praktisch schon heute umgesetzt werden kann.
Das Einzige, was es dafür benötigt, ist lediglich eine hochperformate Smart-Contract-fähige Blockchain in der Hand der Zentralbank und eine Bevölkerung, die die Einführung eines digitalen Euros willig und ohne Widerstand entgegennimmt.
Vielleicht erzeugen die Zentralbanken jetzt bewusst eine Krise, nur um dann auch gleich den digitalen Euro als einzige Rettung (und Werkzeug absoluter Kontrolle) zu präsentieren.
Deshalb habe ich diesen Blog verfasst: Um dich zu warnen und dir zu zeigen, was möglich wäre!
Wir haben die Wahl, **wir brauchen keine zentrale Instanz, die Geld herausgibt, das nichts anderes als eine künftige Schuldeinforderung ist.** Projekte wie der Chiemgauer zeigen, dass alternative Regionalgeldsysteme funktionieren können.
***Die dezentralen Blockchains wie z.B. Bitcoin Cash und weitere erlauben mit SLP oder anderen Techniken die Erzeugung eigener Token, die eine Gemeinschaft wie eine unabhängige Regionalwährung verwenden könnte.***
***Obendrauf kommen die Boni der freien, dezentralen und transparenten Blockchaintechnik: Mit einer Infrastruktur des digitalen, bargeldlosen Bezahlens inklusive!*** https://de.wikipedia.org/wiki/Chiemgauer
Abschließen möchte ich dieses Kapitel mit einer anderen, weitaus älteren Warnung:
"Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand [...] und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat[...]." Offenbarung Kapitel 13: 16-17
(Bild von: https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTJYAia7RxXYzbmBYFMZCAVvMs0kTyM4P6eYNy5XuTTnPjTQLSLyGwFvyHCgpzQ-jFacvM&usqp=CAU)
Stablecoins ... Was du wissen solltest
In diesem neuen Blogpost soll es, passend zum aktuellen Debakel um den Terra Stablecoin (UST), um "Stablecoins" gehen.
Was ist ein Stablecoin?
Das Wort Stablecoin ist eine Zusammensetzung aus "stable" (engl. stabil) und "coin" (engl. Münze) und stellt eine Kryptowährung dar, die, anders als Bitcoin, keine Schwankungen im Preis aufweisen, sondern einen konstanten Wert halten soll. Dieser konstante Wert beträgt häufig 1 US Dollar (von nun an abgekürzt als USD).
Ok, und wofür braucht man das?
Der **hauptsächliche Nutzen** von Stablecoins besteht darin, dass, wenn man Kryptowährungen mit großen Kursschwankungen (zum Beispiel Bitcoin oder Ethereum) zum richtigen Zeitpunkt "verkauft", man mit der Zahlungsabwicklung nicht den Kryptomarkt verlassen muss.
Man parkt also stattdessen die Gewinne kurzfristig in dem Stablecoin. So kann man auf einfache Weise, wenn der Preis wieder nach unten korrigiert, sofort das Asset zurückkaufen, ohne erneut eine Einzahlung auf einer Börse vornehmen und Wartezeiten (sowie Preissteigerungen) hinnehmen zu müssen.
Ich möchte an dieser Stelle aber noch zwei weitere Anwendungsbereiche nennen, die für die Regulatoren, insbesondere im Zusammenhang der häufig diskutierten Einführung eines digitalen Zentralbankgelds (dem "digitalen Euro", welche ich in meinem nächsten Post etwas beleuchten möchte), ein Dorn im Auge sind:
Da wäre erstens die praktisch weltweite Nutzbarmachung des Dollars als **Zahlungsmittel**. Stablecoinherausgeber haben durch die Blockchaintechnik einen technischen Vorsprung gegenüber den Notenbankern. Praktisch können Stablecoins bereits jetzt als vollständig digitales Zahlungsmittel überall und online verwendet werden, die Akzeptanz ist jedoch noch gering.
Außerdem können sie in Smart Contracts **im Decentralized Finance (DeFi) Bereich** verwendet werden.
Wenn diese Worte für dich befremdend klingen, versuche es dir kurz so zu beschreiben:
*Wenn Kryptowährungen ihr eigenes Finanzsystem aufbauen, dann muss es einen Markt geben, bei dem man Geld (ver)leihen und so Zinsen verdienen kann! Und genau das wird in DeFi gemacht!*
Damit konkurriert der DeFi Sektor mit dem klassischen Finanzdienstleistungssektor. Allerdings sind im DeFi Sektor die Zinsen (und natürlich die Risiken) deutlich höher als bei Banken. Wenn ich meine Euros bei der Bank parke, bekomme ich was? Negativzins? 0.5%? Die DeFi Projekte AAVE oder Compund bieten z.B. auf den Stablecoin DAI (etwa 1 USD) zwischen 1.2 und 1.7%. Thorswap bietet sogar je nach Stablecoin zwischen 8 und 25% (alle Werte zum Zeitpunkt des Verfassens des Artikels, 04.06.2022). Risiken natürlich inklusive ;) https://app.aave.com/markets/ https://app.compound.finance/ https://app.thorswap.finance/dashboard
Aber, wenn der LUNA Stablecoin an Wert verloren hat, sind dann nicht alle Stablecoins wertlos?
Was gibt Stablecoins also ihren Wert? Viele Stablecoins werden von Kryptobörsen herausgegeben und sind damit Teil des Ökosystems dieser Börse. Als Beispiel möchte ich hier BUSD den US Dollar Stablecoin der Börse Binance oder GUSD der Börse Gemini erwähnen.
Theoretisch sollte also der Wert des Stablecoins durch eine **Einlage in "echten Dollar"** bei der Börse abgesichert sein. Es ist jedoch auch theoretisch möglich, dass diese Mindestreservepolitik betreiben könnten (dies soll keine Unterstellung sein, sondern nur besser zum Verstädnis beitragen).
Das bedeutet, der Herausgeber des Stablecoins geht davon aus, dass nicht jeder Kunde seine Stablecoins gegen echte Dollar zurücktauschen will. Also können sie einfach mehr Stablecoins herausgeben.
Wenn du das jetzt für Betrug hältst, dann sei gewiss, dass deine Bank dasselbe tut. Du kannst dies auf den offiziellen Seiten der EZB nachlesen. Banken benötigen eine Mindestreserve von 1 Prozent! Das heißt sie haben nur das Geld von einem von 100 Kunden (oder nur 1% deines dort geparkten Vermögens)!
Aber sind bei dem Herausgeber des Stablecoins dann auch wirklich US Dollar hinterlegt?
Das bringt mich zum nächsten Punkt. Tether. Tether ist der nach Marktkapitalisierung größte Stablecoin im Kryptomarkt und stellt seine Preisbindung durch eine "Einlage in Dollaräquivalenten" sicher. Diese "Dollaräquivalente" sind aber nicht zwingend Barreserven, sondern können, wie aus dieser Grafik auf Coindesk hervorgeht, auch aus Unternehmens-, Staatsanleihen, Edelmetallen und sogar ANDEREN KRYPTOWÄHRUNGEN bestehen! Aus der Grafik geht auch hervor, dass nur etwa 4% des 76% Anteils (also nur etwa 3% insgesamt) Barreserven sind! https://www.ecb.europa.eu/ecb/educational/explainers/tell-me/html/minimum_reserve_req.de.html https://www.coindesk.com/markets/2021/05/13/tethers-first-reserve-breakdown-shows-token-49-backed-by-unspecified-commercial-paper/
Stablecoins, die das Umkehrprinzip von Mindestreserve verwenden, werden als **over-collaterized** (etwa über-abgesichert) bezeichnet. Bei diesen Stablecoins erhält man vom Herausgeber des Stablecoins weniger Stablecoins als die Einzahlung wert war. Man erhält zum Beispiel nur 100 DAI (etwa 100 USD) für Ether (ETH) im Wert von 150 Dollar. Dies ist eine über-Absicherungsrate von 150%!
Nutzt ein Stablecoin ausschließlich mindestens eine andere Kryptowährung zur Wertsicherung, spricht man von **algorithmischem Pegging**. Diese Art der Wertbindung basiert auf den Prinzipien des freien Markts:
Steigt der Wert des Stablecoins (z.B. auf 1.01 USD) über den Zielwert (z.b. 1.00 USD), kann man seine Stablecoins gegen das Reserveasset (meist ETH) tauschen. In diesem Fall erhält man dann mehr ETH, da man ETH mit Dollars erwirbt, die mehr als 1 Dollar Kaufkraft haben. Fällt hingegen der Wert, bekommt man beim Verkauf des Reserveassets mehr Stablecoins. Auf diese Weise können Stablecoin und Reserveasset so oft hin- und hergetauscht werden, bis es keine Gewinnmarge mehr gibt- also die Preisbindung (wieder)hergestellt ist.
Und wieso ist LUNA gescheitert?
LUNA ist die Reservekryptowährung für den Terra US Dollar Stablecoin (UST). Es liegt also ein algorithmischer Stablecoin vor. Vor dem Crash des Projekts wurde eine große Menge an UST (ob dies eine gezielte Attacke war, ist Teil einer anderen Diskussion) auf den Markt geschwemmt.
Das Überangebot an Stablecoins senkt deren Marktpreis. Die Preisbindung wurde also nach unten verlassen.
Nutzer des UST können aber immer 1 UST (unabhängig von dessen Wert) gegen Anteile des LUNA Tokens im Wert von 1 USD tauschen.
Sie kaufen also 1 USD in LUNA für, sagen wir 90 Cent. Wie du sehen kannst, erlaubt dieses Prinzip beim Verlust der Preisbindung mehr Werte in LUNA zu erwerben, als in UST an Kaufkraft eigentlich besitzt.
Folglich gibt es einen Anreiz in LUNA zu gehen, und es werden immer mehr LUNA benötigt. Also wurden weitere LUNA erzeugt und der Markt damit LUNA geflutet. Dadurch sinkt aber der Wert von LUNA und man bekommt, wenn man UST gegen diese LUNA tauscht noch mehr LUNA! Dieser sich selbst verstärkende Zyklus ist quasi ein digitaler Bankensturm! Und jeder Bankensturm endet, wenn nicht durch eine Zentralbank (oder anderen politischen Maßnahmen) verhindert, mit dem Bankrott der Bank. https://www.gfinityesports.com/cryptocurrency/luna-circulating-supply/
Und was halte ich von Stablecoins?
Ich persönlich halte nicht viel von Stablecoins. Dies hat mehrere Gründe:
Ich erwarte Regulierung von Stablecoins (das heißt nicht, dass ich diese befürworte), da diese eine nicht gern gesehene Konkurrenz der Notenbanker sind. Man erinnere sich nur daran, wie gegen Facebooks Libra vorgegangen war, welche im Endeffekt auch ein Stablecoin unter der Kontrolle von Facebook und einem Konsortium großer Unternehmen hätte werden sollen/können. Und was unterscheidet das nun von z.b. dem Binance-Dollar? https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/facebook-meta-libra-diem-ezb-waehrung-1.5515854
Zwar ist es schwierig gegen Computerprogramme auf der Blockchain vorzugehen, da dann die gesamte Blockchain, wenn nicht sogar das gesamte Internet dafür abgestellt werden müsste... Aber ich persönlich vertraue Börsen und anderen zentralen Herausgebern (mit festem durchsuchbaren Firmensitz) und der Möglichkeit, der langen Liste von Betrügen, wie bei Quadriga oder Mt. Gox , beizusteuern nicht. https://www.spiegel.de/netzwelt/web/bitcoin-handel-auf-quadrigacx-der-grosse-krypto-schwindel-a-1a80d15a-e731-4246-99fd-7f727bcf64a4 https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/mt-gox-pleite-der-bitcoin-boerse-trifft-kunden-doppelt/20611344.html
Kryptowährungen haben das Potenzial unser Finanz- und Wirtschaftswesen umzugestalten. Brauchen wir da wirklich noch einen Übertrag des alten Wesens auf neue Technik?
Und wenn ich einen Stablecoin nutzen müsste?
Dann würde ich mich für den über-abgesicherten DAI Stablecoin entscheiden, der von der dezentralen autonomen Organisation, also einem Computerprogramm, herausgegeben wird. Dies ist keine Finanzberatung sondern nur meine persönliche Meinung.
Tether und Regulierungen - eine Zeitbombe?
Überraschenderweise hat Tether, dessen Reservewert schon seit Jahren infrage steht, den Zusammebruch von LUNA (jetzt übrigens LUNA CLASSIC) und dem Crash seines Nachfolgeprojekts erstaunlich gut überstanden. https://de.cointelegraph.com/news/tether-stablecoin-can-the-crypto-market-live-without-it https://www.finanzen.net/nachricht/devisen/comeback-luna-2-0-erneut-mit-massiven-kursverlusten-kann-der-relaunch-des-krypto-projekts-gelingen-11406441
Es ist meines Erachtens nach aber nur eine Frage der Zeit, bis entweder Regulierung, eine gezielte Attacke oder irgendeine andere Form von digitalen Bankensturm auf Tethers Reserven den Stablecoin signifikant von dessen Preisbindung lösen.
Sollte dies geschehen, könnte dies für einen gewaltigen Kurssturz im Kryptomarkt sorgen.
Ob Regulierungen von Stablecoins eventuell einem (gesteuerten?) Ansturm auf Tether folgen könnten, ist ebenso nur Spekulation meinerseits, aber ein möglicher Super-GAU.
Sollte dies tatsächlich geschehen, könnte, ähnlich wie bereits 2018, ein langer Kryptowinter mit 75-90% Kurssturz bis zum Tiefpunkt möglich sein! https://www.coindesk.com/markets/2019/10/22/trump-administration-popped-2017-bitcoin-bubble-ex-cftc-chair-says/
Die Gegenwart und Zukunft von NFTs - (m)eine Einschätzung
Vorwort
Mittlerweile hast DU bestimmt vom Hype innerhalb des Kryptohypes gehört: NFTs!
Seien es digitale Kollagen zu astronomischen Preisen (69 Millionen für Beeples Collage), tokenisierte Kunstwerke oder Aufnahmen von Flatulenzen (das ist kein Scherz!), irgendwie hast du bestimmt schon davon gehört.
NFTs sind aber viel mehr als nur technische Spielereien und werden, meiner Meinung nach, in Zukunft ganz anders eingesetzt werden als derzeit.
Der aktuelle Hype ist wahrscheinlich eine spielerische Experimentierphase dieser neuen Technologie. https://www.spiegel.de/netzwelt/web/nft-auktion-bei-christie-s-69-millionen-dollar-fuer-beeples-kryptokunst-a-fb6e4d0a-9ab3-44f6-8889-6115ddcfb578 https://www.spiegel.de/netzwelt/web/nfts-ein-furz-auf-der-blockchain-bringt-75-euro-a-48a46f66-e63a-470f-b4d2-e45e14465e26
Was sind NFTs?
NFT steht für non-fungible Token (oder nicht austauschbare Abbildung) und ist -auf das Wesentliche reduziert - nichts Anderes als ein einzigartiger Eintrag auf der Blockchain, der ein Besitzverhältnis eindeutig regelt. Dieser Eintrag kann mit weiteren Daten verknüpft werden.
Die beigefügten Daten sind dabei meist Grafiken, können aber theoretisch alles mögliche an Daten (Musik, Romane, Datensätze, Animationen, etc.) sein. Der Eintrag umfasst unter anderem Urheber, Erstellzeitpunkt und eventuelle Eigenschaften eines digitalen Objekts:
*In diesem Screenshot siehst du die Metadaten eines NFTs auf der Tezos Blockchain. Darunter befinden sich der Name des Objekts, eine Beschreibung des Inhalts, den Urheber (Creator) und ein Link zu IPFS (also dem Speicherort), wo das Objekt abgelegt ist.*
Wird ein NFT durch eine Transaktion mit einer Kryptowährung seiner nativen Blockchain (meist Ether) erzeugt, erworben oder versendet, wird, wie bei Blockchains üblich, die komplette Transaktionshistorie dieses spezifischen Objekts aufgezeichnet.
Also kann jeder jederzeit eindeutig nachverfolgen, wer was wann besitzt. Und hierin liegt die wohl wichtigste Anwendung von NFTs. **Digitale Besitztümer**!
**Aber warum sollte man zum Beispiel ein Bild als NFT kaufen wollen, wenn ich davon doch jederzeitkostenlos abspeichern kann?**
Aus demselben Grund, warum reiche Leute echte Kunstwerke kaufen! Natürlich kann ich mir via Googlesuche ein Bild der Mona Lisa ausdrucken und aufhängen. Aber das macht es nicht zur **echten** Mona Lisa.
Außerdem beweist ****unveränderliche**** die Transaktionshistorie, dass ICH den Künstler unterstützt habe. NFTs sind also auch ein Nachweis von sozialer Interaktion, Kontakten und Kreativität! Basierend auf diesen beiden Gesichtspunkten lassen sich weitere Anwendungsmöglichkeiten für NFTs ableiten, auf die ich im Folgenden eingehen möchte:
Anwendungsmöglichkeiten für NFTs
**1) NFTs als Mitgliedschaft, Ticket und/oder Sammlerstück**
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen aus dem einleitenden Beispiel. Als Content-Creator (Neudeutsch: Erzeuger von (meist digitalen) Inhalten) können NFTs genutzt werden, um eine Art **digitale Club Mitgliedskarte (Memberships)** zu erzeugen.
Das anschaulichste Beispiel hierfür ist Irene Zhao, ein Modell aus Singapur, das im Prinzip Fotos von sich als NFT verkauft und so eine Armee von treuen Verehrern in einer Art Fanclub an sich bindet. Die eingesammelten Kryptowerte werden für den Aufbau einer Firma genutzt, die Social Collectibles (also Sammlerstücke in sozialen Netzwerken), Künstler und Fans verbinden soll.
Durch die Transparenz der Blockchain ist jedes Mitglied, die Anzahl der Mitglieder und Beitrittszeitpunkt usw. einsehbar. Die Fans behandeln das NFT wie ein Ehrenabzeichen und tragen es mit Stolz! In künftigen Sozialen Netzwerken könnten solche NFTs zusätzliche Berechtigungen oder erweiterte Funktionen bieten. Wenn soziale Netzwerke künftig ins Metaverse (also einer virtuellen Welt) ausgelagert werden, können NFTs noch viel weitere Funktionen bieten: https://cryptomonday.de/news/2022/01/19/irenedao-nfts-werden-nur-eine-woche-nach-dem-start-zur-sensation/
**2) NFTs in der virtuellen Welt**
Ein NFT könnte in dieser - wie bei einem Computerspiel durchschreitbaren - Welt dein **Avatar,** also deine Spielfigur, repräsentieren - theoretisch wäre es sogar möglich, dass dieses NFT ein 3D Abbild von dir wäre, welches mittels eines Lasers erstellt wurde. Ich persönlich finde diese Idee mega spannend.
*Hier siehst DU, wie ein Avatar in der virtuellen Welt Decentraland erstellt wird. Dieser Avatar ist dort dann mit deiner persönlichen Blockchain Adresse verbunden und repräsentiert diese.*
Außerdem können, und daran wird auch schon gearbeitet, Edelmarken wie Gucci NFTs erzeugen, die als **Accessoire** für deinen Avatar dienen. Die Repräsentation von Status wird also auf das Metaverse, die virtuelle Welt, übertragen werden. https://de.fashionnetwork.com/news/Gucci-bietet-personalisierte-nfts-in-zusammenarbeit-mit-dem-angesagten-virtuellen-store-10ktf,1391205.html
Neben der virtuellen Welt können NFTs auch in regulären Computerspielen verwendet werden und Ausrüstung, Sammelkarten und viel andere Dinge darstellen, die in Spielen vorkommen und verwendet werden.
Das Neue ist aber jetzt, dass der Spieler nachweisbar sein NFT besitzt....selbst wenn der Spielehersteller Konkurs anmeldet oder das Spiel eingestellt wird! Durch Standardisierung der NFT-Technik könnten Spielgegenstände von einem Spiel in ein anderes übertragen werden. Auch wenn es etwas komisch klingt und aussähe, könnte ein NFT Auto als Reittier in einem Fantasy-Epos verwendet werden. https://www.gameswirtschaft.de/meinung/froehlich-am-freitag-2021-51-nft-games-blockchain/
In der Spielebranche war der Erfolg von NFTs bisher bescheiden. Aber das Internet fing ja auch einmal langsam an ;)
**3) Authentizitäsnachweise und Besitzverhältnisse**
NFTs könnten als **Besitzzertifikat** wertvollen Objekten beigefügt werden, so dass jederzeit nachgesehen werden kann, welcher Diamant (Masse, Form, Gewicht, Reinheit, etc.) von wem besessen wird und ein Verkauf des Objekts wäre dann ohne Übertrag des NFTs nicht möglich. Diebesgut könnte also als solches auf diese Weise identifiziert werden.
Ein derartiger **Authentizitätsnachweis** muss nicht nur auf Wertgegenstäde beschränkt sein. Ein NFT könnte als Nachweis bestimmter Eigenschaften eines Produkts verwendet werden.
Zum Beispiel könnte ein Hersteller, der CO2 neutral produziert und dies per externem Audit nachgewiesen hat, seine Produkte mit NFTs als **digitales Etikett** verkaufen. Auf diese Weise kann Etikettenschwindel reduziert werden.
Und das bringt mich zum nächsten Punkt oft gefälschter Dinge: Urkunden!
Eine Institution könnte ihre **Urkunden** als NFT herausgeben und es ließe sich dann mit wenig Aufwand prüfen, ob eine Urkunde von der benannten Instanz wirklich an einen bestimmten Empfänger übergeben wurde und, (sofern Datenschutz etc. dies zulässt) ob die erwähnten Eintragungen identisch mit dem Original sind! https://www.wirtschaft-digital-bw.de/aktuelles/thema-des-monats/nft-non-fungible-tokens-digitale-echtheitszertifikate https://www.blockchain-insider.de/zeugnis-faelschung-ausgeschlossen-a-959811/
Interessiert?
Ich hoffe, ich konnte DIR mit dieser kleinen Auflistung eine spannende Übersicht über mögliche, künftige Anwendungen von NFTs geben, die auf aktuellen Testphasen basieren. Wenn DU NFTs nun vielleicht anders siehst und mit dieser Technik experimentieren möchtest, zeige ich DIR in meiner Miniserie auf Youtube, wie DU NFTs auf der Tezos Blockchain kostengünstig kaufen, erstellen und verkaufen kannst:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLvDv5sGAy2tETekwzCBFjrefDkgN8aDbS
Und wenn du dann auch noch das Beispiel NFT erwirbst, unterstützst du mich und meine Arbeit. Und....du kannst dies nach außen zeigen!
Vielen Dank dafür!

Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen...und nutzen könnten. Kapitel 2 - fünfter Teil
Das Mining Rätsel etwas detailierter
In früheren Sektionen meines Blogs habe ich versucht, die Funktionsweise von Bitcoin möglichst bildhaft und verständlich - ohne technische Details - zu erklären. Schließlich heißt diese Serie ja nicht umsonst:
"Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen [...] könnten."
Der rechnerische, kryptographische und mathematische Miningprozess, der die gesamte Bitcoin Blockchain (und viele andere) aufrecht erhält und erweitert, habe ich bisher immer mit "dem Lösen eines Rätsels" beschrieben.
Jetzt möchte ich dieses Bild des "Rätsels" mit etwas mehr technischem Hintergrund füllen.
Aber Bitcoin ist wie der sprichwörtliche Kaninchenbau, der immer tiefer geht, je mehr Wissen man sich aneignet. Deswegen wirst du feststellen, dass selbst dieser Post nur an der technischen Oberfläche kratzt. Er sollte dir aber dennoch ein grundlegendes Verständnis über den Mining Prozess geben.
Grundlagen: Hashfunktionen
Eine **Funktion** ist eine mathematische Vorschrift, die einem Input (einem Eingangswert) X genau einen Output (Ausgangswert) Y zuordnet. Ein Beispiel ist die absolut simple und unnötige Funktion:
Y=X+3.
Für z.B. den Input X=2 liefert sie den Output Y=5 (2+3=5).
Kennt man den Output und die Funktionsvorschrift, lässt sich aus dem Output einer Funktion - mit unterschiedlichem Aufwand - der Input bestimmen (5 und +3 => 2, da 5-3=2).
Eine **Hashfunktion** ist eine Funktion, die einen beliebigen digialen Input verarbeitet und diesem genau einen speziellen Output, genannt **Hash** zuordnet. Dies kann als digitaler Fingerabdruck des Inputs verstanden werden.
Hashes werden unter anderem verwendet, um die Echtheit einer Datei anzuzeigen. Mittels eines Hashes kannst du z.B. sicherstellen, dass ein Programm, das du dir heruntergeladen hast, auch wirklich so, wie du es heruntergeladen hast, von dem Entwickler stammt und nicht manipuliert wurde - z.B. indem jemand dem Programm nicht sichtbaren Schadcode hinzugefügt hat.
Denn: Wäre die Datei manipuliert worden, wäre sie ein anderer Input und würde entsprechend einen anderen Output in der Hashfunktion liefern.
*Übertragen auf unsere unnötige Eingangsfunktion würde der Entwickler als Hash den Wert 5 angeben. Eine minimale Änderung am Startwert bzw. der Software, dargestellt als 2.0001, würde den Output 5.0001 liefern und nicht 5.*
Hashfunktionen sind besonders sicher und nützlich, wenn sich der Output leicht bestimmen, aber aus diesem NICHT der Input zurückbestimmen lässt (oder sich der Hash für einen belieben Input vor dem Hashvorgang bestimmen lässt)!
Einige Hashfunktionen erfüllen dieses Kriterium nicht mehr und werden daher seltener (oder am besten gar nicht mehr) verwendet. Dazu gehören z.B. MD2,MD4,MD5 und SHA1. "SHA" steht dabei für Secure Hashing Algorithm (sicherer Hashing Algorithmus).
Die Hashfunktion **SHA256** von der NSA (National Security Agency) ist verbreitet, (gilt als bisher) sicher und findet von Anfang an in Bitcoin Anwendung.
In den folgenden Abbildungen zeige ich dir, wie der Hash mittels SHA256 von dem Input "Hallo Welt!" bestimmt wird, wie sich dieser ändert, wenn eine offensichtliche Änderung "HALLO WELT!!" und eine weniger offensichtliche Änderung "Hallo Welt! " vorgenommen wird:
*Das Leerzeichen hinter dem "!" ist kein Tippfehler von mir, sondern die absichtlich erzeugte, weniger offensichtliche Änderung. Gut, wenn dir das bereits vor dem Lesen dieser Anmerkung aufgefallen ist ;)*
Wie du sehen kannst, ist der Hash in jedem der drei Fälle unterschiedlich. Unabhängig davon wie offensichtlich die Änderung am Input war, kannst du am Hash schnell erkennen, dass der Input nicht dem gewünschten Ergbnis von "Hallo Welt!" entspricht- und somit eine Änderung vorliegen muss.
Dieses Verhalten ist die Grundlage für das Rätsel beim Bitcoin Mining...
Grundlagen: Hashfunktionen beim Mining
Ein Bitcoin Block besteht, unter anderem, aus den folgenden vier wichtigen Teilen:
1) Der Hash des vorangegangen Blocks (also dem Fingerabdruck der Daten aus dem Block davor)
2) Einem Satz aktueller Transaktionsdaten
3) Ein spezieller Wert, der als **Nonce** bezeichnet wird
4) Der Blockhash, der alle Informationen des Blocks zusammenfasst
Ziel des Minings ist es jetzt, diese ersten drei Werte durch Probieren so zusammenzuzufügen, dass Hashwert einen bestimmten Wert erreicht.
*Zum Beispiel: Wenn der vorherige Hash* ***h*** *=1, der Satz aktueller Transaktionen* ***t*** *=2 und das Ziel 5 ist, welche Nonce* ***n*** *brauche ich, um die folgende Bedingung zu erfüllen:*
*h+t+n=5 => 1+2+n=5*
Die dafür benötigte Nonce ist aber nicht bekannt und muss durch Ausprobieren bestimmt werden, da sich SHA256 bisher noch nicht zurückrechnen lässt. Diesen Vorgang habe ich mit "das Rätsel durch Raten lösen" bezeichnet.
Stell dir folgende Analogie aus dem obigen Beispiel vor:
Hash des vorangegangen Blocks = Hallo
Satz aktueller Transaktionen = Welt
Nonce = ??
Welchen Wert muss man für die Nonce wählen, damit der Hash "426F3445FA7E83C915959C7636630243D6C4E6E607DCFA95BAFBF046D6CA9579" erhalten wird?
Dieses Rätsel ist nach der Beispiellogik sehr leicht, da es nur die Möglichkeiten "!","." und "?" als Satzzeichen gibt.
Wenn du nach und nach einen der Werte auf der Website https://passwordsgenerator.net/sha256-hash-generator/ eingibst, um den angegebenen Hash zu finden, machst du im Prinzip nichts Anderes als Bitcoinminer.
Sie suchen nach einer Nonce, die zusammen mit den anderen beiden Informationen einen Zielhashwert erreichen (oder unterschreiten). Der Hashwert selbst hat keinen ökonomischen oder wissenschaftlichen Nutzen!
Begründung: Darum sind Bitcointransaktionen praktisch unveränderbar
Wie du sehen kannst, werden nicht nur aktuelle Informationen, sodern auch die vorherigen gehasht und andauernd verknüpft und bestätigt.
Das bedeutet:
Wenn man nachträglich zu einem beliebigen, vergangenen Zeitpunkt Daten auf der Blockchain ändern wollen würde, würde dieselbe Nonce des manipulierten Blocks nicht mehr denselben Blockhash liefern (sondern ein anderer, da ja der Input geändert wurde). Es müsste also eine neue Nonce erraten werden und gehasht werden müssen.
Anschließend würde in dem darauf folgenden Block ein anderer Hash als "Hash des vergangengen Blocks" verwendet werden müssen, da ja Nonce und Transaktionsdaten nicht mehr übereinstimmen. Es muss muss dann wieder eine Nonce gefunden werden, die mit den Transaktionen des folgenden Blocks einen gegebenen Hashwert erreicht oder unterschreitet. Diese Infos kombiniert ergeben zusammen gehasht aber nicht denselben Wert wie "Hash des vergangenen Blocks" im darauf folgenden Block. Und so weiter...
Bei einer Manipulation an der Stelle X in der Blockchain würde also die komplette Blockchain auseinanderbrechen und müsste von dort an neu zusammengesetzt werden. Bitcoin akzeptiert aber nur diejenige Kette als gültig, die die meiste Rechenpower auf sich vereinen kann.
Um dies zu realisieren, müsste ein Angreifer aber mehr Rechenleistung aufbringen als das gesamte Bitcoinnetzwerk, damit sich seine manipulierte Blockchain als diejenige mit der meisten Rechenleistung durchsetzt.
Und hierin liegt der Haken, denn wie aus diesem Artikel von 2013 hervorgeht, hatte das Bitcoinnetzwerk bereits 2013 deutlich mehr Rechenleistung als die weltweit besten 500 Supercomputer! nicht einzeln, nein zusammen! https://www.coindesk.com/markets/2013/05/13/bitcoin-network-out-muscles-top-500-supercomputers/
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen...und nutzen könnten. Kapitel 2 - vierter Teil
Eigenschaften und Vor- und Nachteile der Bitcoin Blockchain
Die in der vorigen Sektion besprochenen Sachverhalte resultieren in bestimmten Eigenschaften einer Blockchain und der damit verbundenen Währung, aus welchen sich verschiedene Vor- (+) und Nachteile (-) ergeben. Sehen wir uns jetzt einmal die wesentlichen Eigenschaften und die Konsequenzen genauer an:
**• Transparenz :**
Der Code von Bitcoin ist offen einsehbar, jeder kann diesen Code verwenden oder bearbeiten. Außerdem ist die Blockchain und jede Transaktion, die von jeder Public Address durchgeführt wird oder jemals durchgeführt worden ist, nachvollziehbar
(https://blockexplorer.com/3.1. ).
+ Man vertraut öffentlichen und nachvollziehbaren Regeln auf mathematischer Basis statt dem Wohlwollen einiger Bänker.
- Jede Information ist permanent und weltweit verstreut abgespeichert. Zwar werden keine Klarnamen verwendet, aber mit genügend Kenntnis und Zeit lässt sich eine komplette Kaufhistorie über jeden Teilnehmer erstellen.
Aufgrund dieser Transparenz eignet sich Bitcoin, auch wenn in den Medien oft anders dargestellt, nicht wirklich zur Geldwäsche, da jede Transaktion (wahrscheinlich auch in Zukunft noch) immer von jedem einsehbar ist. Mit genügend Zeit und Hintergrundinformation kann jeder Bitcoin theoretisch bis zu seinem Mining zurückverfoglgt werden.
**• Sicherheit:**
Durch das ständige Bestätigen vergangener Information (Blockhashs) und die dezentrale Abspeicherung ist eine auf der Blockchain abgespeicherte Information faktisch nicht zu manipulieren.
+/- Eine Transaktion kann nicht verhindert oder rückgängig gemacht werden. Dies garantiert einerseits, dass der Empfänger seine Zahlung erhält, andererseits kann man bei Verlust oder Diebstahl der Private Keys keine Ansprüche auf Ersatz stellen.
**• Dezentrales Mining:**
Es gibt keine zentrale Instanz, die angegriffen werden kann, alle Information ist weltweit verteilt und jeder kann am Mining teilnehmen.
- Obwohl theoretisch jeder am Mining teilnehmen kann, ist Mining spätestens seit dem Aufkommen von ASICs -
das sind spezielle Geräte, die nichts anderes können als Bitcoin zu minen (diese Hardware ist also spezialisiert darauf, das Rätsel zu lösen) -
nicht mehr rentabel (auch Kosten für Strom spielen eine Rolle).
Unternehmen können an der Grenze zur Profitabilität mit der neuesten und teuersten Generation ASICs im günstigen Ausland Mining betreiben und einen Großteil der Hashrate auf sich vereinen, indem sie ihre ASICs in Miningpools kombinieren. Sobald sie 51% des Netzwerks kontrollieren, kann theoretisch der Konsensus von diesen Unternehmen diktiert werden. Diese 51%-Attacken fanden bei Coins (https://de.cointelegraph.com/news/ethereum-classic-51-attack-would-cost-just-55-mln-result-in-1-bln-profit-research) statt, deren Netzwerk noch nicht so groß ist wie das von Bitcoin.
+ Um das Netzwerk zu schützen, wird die Schwierigkeit des Rätsels auf Basis der gesamten Hashrate im Netzwerk neu ermittelt. Wenn mehr Miner (oder ASICs) dem Netzwerk beitreten, werden die Rätsel immer schwieriger. Sobald das Mining für Unternehmen nicht mehr rentabel ist (sie zahlen mehr Strom als sie vom Verkauf der geminten Bitcoins erhalten) und diese ihre Hardware abschalten, sinkt die Schwierigkeit der Rätsel. Dies macht das Mining wieder für kleinere Unternehmen oder dem "Hobbyminer" attraktiv, der dann wieder seine Hardware aktiviert. Durch diesen Prozess regelt sich die Dezentralität des Netzwerks von selbst.
- Das Minig selbst ist bedingt durch die Größe des Netzwerks und der vielen 24/7 arbeitenden Rechnern (mit Kühlung) etc. verantwortlich für einen hohen Energieverbrauch (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bitcoin-schuerfer-verbrauchen-mehr-strom-als-ganz-daenemark-a-1236988.html). Die gefundenen Lösungen der mathematischen Rätsel haben auch keinen ökonomischen Nutzen. Oder Nutzen in der Forschung: So hätte man die Rechenpower ja auch nutzen können um z.B. komplizierte Rechnungen zur Proteinfaltung oder Medikamentendesign (z.B. gegen Krebs) durchführen können!
Mehr über das Rätsel werden wir in der nächsten Sektion besprechen.
Das Energiethema ist wegen Aspekten des Klimawandels in der Szene breit diskutiert worden. Zwar ist es fakt, dass das Bitcoin-Netzwerk immense Mengen Energie benötigt, andererseits werden die Kosten/Nutzen kaum in Relation gesetzt:
Wieviel Energie benötigt das aktuelle Bankensystem weltweit (Gebäude, Server, Automaten etc)?
Wieviel Energie verbraucht das Bitcoin Netzwerk relativ zu (sonst) verlorener Energie (z.B. Verbrennungen bei Öl-Raffinerien)?
Wieviel Energie, die dem Bitcoin Netzwerk zugeführt wird, stammt aus erneuerbaren Quellen (z.B. Vulkanenergie im Falle von El Salvador)?
Wieviel Energie verbraucht das Bitcoin Netzwerk relativ zum Gold- oder Bergbau?
+ Andere Projekte versuchen statt via Mining (Proof of Work, PoW) über andere Mechanismen wie Proof of Stake (PoS) oder Proof of Importane (PoI) Konsensus zu finden. Diese Prozesse sind deutlich weniger energieintensiv. Wir wollen sie hier jedoch nicht besprechen, da sie in Bitcoin keine Anwendung finden. Die Kryptowährung Ethereum, von der du bestimmt auch schon gehört hast, plant seit geraumer Zeit von PoW auf PoS zu wechseln.
• **Starrheit:**
Bedingt durch die grundlegende Technik kann Bitcoin auf seiner Blockchain (ausgenommen sind Second-Layer-Solutions wie das Lightning Network) nur wenige Transaktionen pro Sekunde durchführen.
- Daher eignet es sich nicht als Konkurrenz zu Visa oder Mastercard, deren Transaktionsrate (Transaktionen pro Sekunde) die von Bitcoin um mehr als das Zehntausendfache übersteigt.
+ Die Technik hinter Bitcoin entwickelt sich schnell weiter. Theoretisch kann die Größe der Blöcke erhöht werden, was zu dem Fork "Bitcoin Cash" führte, oder die für eine Transaktion benötigte Informationsmenge wird komprimiert oder ausgelagert (SegWit). Vielversprechender sind allerdings sogenannte Second-Layer-Technologien (wie das Lightning-Network). Dabei handelt es sich um Kanäle, die "außerhalb" der Blockchain verlaufen, aber wie Verästelungen mit dieser verbunden sind. Wir gehen zu einem anderen Zeitpunkt noch darauf ein...
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen... und nutzen könnten. Kapitel 2 - dritter Teil
*In dieser Sektion wollen wir versuchen zu verstehen, wie eine Blockchain funktioniert und was "Mining", das in diesem Zusammenhang oft als Begriff fällt, eigentlich bedeutet. Ich werde auch in diesem Absatz modellhaft Sprachbilder verwenden, die dem Verständnis helfen sollen. Weitere technische Details, die mit diesen Vergleichen verbunden sind, erfährst du in Absätzen, die kursiv geschrieben sind. Wenn du also nur ein grundlegendes Verständnis erwerben möchtest, kannst du diese überspringen.*
Blockchains und Mining
Jetzt, da wir die wichtigsten Begriffe (wie Public und Private Key aus der letzten Sektion) eingeführt haben, ist es an der Zeit, die hinter Bitcoin liegende Technologie - die Blockchain - zu erklären. Wir wollen für die Beschreibung jedoch keinesfalls technische Details erörtern, sondern eine möglichst bildliche und leicht verständliche Darstellung verwenden. https://read.cash/@mad-readcash/bitcoin-so-dass-deine-eltern-es-verstehen-und-nutzen-konnten-kapitel-2-zweiter-teil-9062f6a4
Bei Bitcoin handelt es sich nicht nur um digitale Währung (besser sollte hier der Begriff "Geld" verwendet werden), sondern auch um ein globales Netzwerk. Alle Transaktionen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums in diesem Netzwerk getätigt werden (in der Einheit Bitcoin (BTC) statt EURO), werden zunächst einem Pool gesammelt.
*An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es für "Bitcoin" je nach Verwendungszweck zwei unterschiedliche Schreibweisen gibt. "Bitcoin" (mit großem B) wird verwendet, wenn das Netzwerk als solches gemeint ist, während "bitcoin" (mit kleinem "b") genutzt wird, wenn die in dem Netzwerk verwendete Einheit gemeint ist. Ich verwende der Einfachheit halber für beide Zwecke dieselbe Schreibweise.*
Stelle dir also vor, der Pool ist eine Art Briefkasten, in dem sich Transaktionaufträge wie die klassischen "Überweisungsträger" sammeln (vielleicht gibt oder gab es ja bei deiner Hausbank noch einen Briefkasten dafür).
Diese Analoga in der realen Welt enthalten die Kontonummer des Empfängers den Betrag und eine Signatur des Senders (gemeint ist die Unterschrift des Konotoinhabers).
Bitcoin verwendet ähnliche Elemente, die genauso funktionieren aber etwas anders heißen. Du hast diese Begriffe im letzten Abschnitt kennengelernt, der Vollständigkeit halber werden sie aber hier noch einmal aufgeführt:
*Kontonummer des Empfängers -> Public Address des Empfängers*
*Betrag -> Betrag*
*Unterschrift des Kontoinhabers -> Signatur*
*(die Signatur ist ein mathematischer Beweis dafür, dass jemand den Private Key besitzt, ohne diesen Key jedoch zu offenbaren.)*
Darüber hinaus verwendet Bitcoin (und die meisten anderen Blockchains) noch die Transkationsgebühr (in Abb. 1 dargestellt als Betrag unterhalb des Pfeils).
Den Zweck dieser Gebühr, die eigentlich frei wählbar und nicht festgelegt ist, werde ich dir etwas später erläutern.
Nehmen wir zur Vereinfachung einmal an, in einem solchen Pool werden über Zeitraum von zehn Minuten sechs Transaktionen gesammelt.
Diese lauten wie folgt und seien voneinander unabhängig:
Als "Miner" werden Teilnehmer im Bitcoin-Netzwerk bezeichnet, die sich um die Bearbeitung dieser Transaktionen kümmern. Sie prüfen z.B. ob es den Empfänger gibt, ob der Sender über ausreichend Guthaben verfügt, seine Signatur korrekt ist, und sie führen, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, die Transaktion durch, indem sie, bildlich gesprochen, soviele Überweisungsträger (Transaktionen) auf einen Zettel kleben (bündeln) wie auf diesen passen.
Diesen Zettel (Block) heften sie dann chronologisch in einen Ordner (die Blockchain). Die Blockchain ist damit nichts anderes als ein fortlaufendes digitales Kassenbuch. Zuletzt übernehmen die anderen Miner diese Änderungen in ihren Ordnern, welche dann eine exakte Kopie dieses Kassenbuchs verfügen.
Wenn die Mehrheit der Miner diese Änderung übernehmen, wird von "Konsensus finden" gesprochen.
Dieser anschauliche Vorgang wiederholt sich bei Bitcoin etwa alle zehn Minuten (Blockzeit) und erfolgt jedoch nach strengen Regeln, die wir versuchen wollen, nun etwas detailierter, aber immer noch anschaulich zu besprechen:
Nehmen wir einmal an, die Größe des Blatts, auf dem die Überweisungsträger geklebt und dann abgeheftet werden, beträgt zwei - dies ist ein bildliches Beispiel für die Blockgröße.
*(Die Blockgröße bei Bitcoin beträgt 1 MB und entspricht etwa 4000 Transaktionen. Wenn zu einem Zeitpunkt eine erhebliche Menge Transaktionen eintreffen, (so wie z.B. viel mehr Pakete um Weihnachten verschickt werden), verweilen die nicht bearbeiteten Transaktionen bis zu ihrer Bearbeitung in dem Pool. Eine Bearbeitung kann sich in solchen Fällen über Tage erstrecken - ähnlich wie bei der verspäteten Paketzustellung an Weihnachten. Ferner beobachtet man bei einem hohen Transaktionsaufkommen eine Erhöhung der mittleren Transaktionsgebühr, was das Netzwerk vor weiteren Auslastungen schützt.)*
Miner A wählt für seinen Block (sein Papier) die Transaktionen von Carmen an Dori und die von Alice an Bob, weil er dadurch die meisten Transaktionsgebühren verdienen kann. Miner B wählt die Transaktionen von Bob an Carmen und die von Dori an Emil. Miner C bearbeitet die verbleibenden.
Die Miner A, B und C müssen nun, um das Recht zu haben, ihr Blatt als erstes in den Ordner abheften zu dürfen, ein mathematisches Rätsel lösen (dieser Prozess ist das Mining oder "Schürfen").
Die Lösung dieses Rätsels ist leicht zu überprüfen, aber schwer zu finden. Dies ist vergleichbar mit "Proben", die du in der Schule am Ende einer Matheaufgabe gemacht hast, um zu prüfen, ob dein Ergebnis Sinn macht. Die Probe fiel dir dabei stets leichter als das Lösen der Aufgabe selbst, oder nicht?
Nun sind aber die Aufgaben, die die Miner lösen müssen, so schwierig, dass die Miner (gemeint sind hier natürlich deren spezielle Computer bzw. Rechenzentren) statt zu rechnnen, versuchen, die Lösung innerhalb eines festgelegten Zeitraums
*(der sogenannten Blockzeit, welche bei Bitcoin bei etwa 10 Minuten liegt. Das bedeutet, alle 10 min findet ein Miner einen Block mit bis zu 4000 Transaktionen. Auf diese Weise ergibt sich, dass Bitcoin nur etwa 6-7 Transaktionen pro Sekunde bearbeiten kann)*
zu erraten. Sie geben also einen Tipp ab, und diesem Tipp folgt weiterer Rateversuch, wenn die Probe keinen Sinn macht. Die Geschwindigkeit, mit der die Miner einen Lösungsvorschlag machen, wird als "Hashrate" bezeichnet.
*(die gesamte Hashrate im Bitcoin-Netzwerk ist so riesig, dass es sich um mehrere Millionen von Millarden Rateversuche pro Sekunde handelt. Du kannst die Hashrate jederzeit hier nachsehen:* *https://www.blockchain.com/en/stats**)* https://www.blockchain.com/en/stats34
Die Hashrate hängt von verschiedenen Faktoren ab. Uns reicht jedoch zu wissen, dass unterschiedliche Miner über verschiedene Hashrates verfügen und damit in diesem Zeitraum unterschiedlich viele Rateversuche abgeben. Natürlich hat derjenige Miner mit den meisten Rateversuchen eine höhere Chance das Rätsel zuerst zuerst zu lösen. Daher wetteifern die Miner zur Kosten-Nutzen-Maximimierung um die beste Hardware bei günstigstem Stromverbrauch.
*Mehr Informationen zu diesem Rätsel möchten wir in der nächsten Sektion besprechen.*
Derjenige Miner, dem es zuerst gelingt, dieses Rätsel zu lösen, teilt seine Lösung allen anderen Minern mit, die nun das Ergebnis überprüfen und nicht mehr weiterraten (es macht für sie ja keinen Sinn mehr, denn die Lösung des Rätsels ist ja vermeintlich bereits gefunden).
Nehmen wir an, Miner B gelingt dies zuerst.
Miner A und C prüfen nun die Lösung und, wenn beide zustimmen
(im Bitcoin-Netzwerk müssen mindestens 51% der Miner zustimmen), dass die vorgeschlagene Lösung stimmt, ist Konsensus (Übereinstimmung, Zustimmung) darüber gefunden, was innerhalb dieser Zeit als passiert gilt.
D.h. Obwohl die anderen Transaktionen, die nicht in dem Block von Miner B liegen, innerhalb desselben Zeitraums eingereicht wurden, betrachtet sie das Netzwerk als "verspätet".
*(Transaktionen, denen also Spesen in Form von erhöhten Transaktionsgebühren beigefügt werden, werden folglich mit größerer Wahrscheinlichkeit schneller bearbeitet, da die Miner diese immer zuerst auswählen)*
Die anderen Miner tragen nun diese Seite in ihrem Ordner ein (sie übernehmen den Block) und die Blockchain (deutsch: Blockkette) wird um einen Block verlängert. Gleichzeitig kehren die Transaktionsaufträge der Miner A und C wieder in die Postbox (Mempool) zurück. Dort warten sie zusammen mit den innerhalb der Blockzeit eintroffenen, neuen Transaktionsaufträgen erneut auf Bearbeitung.
Jetzt müssen wir unsere bildliche Darstellung noch um das Element des "Blockhashs" erweitern.
Dies ist eine zusätzliche Sicherheitsstufe, die verhindert, dass der Konsensus nicht im Nachhinein verändert werden kann.
Eine Seitenzahl ist ein anschauliches, aber primitives Beispiel für einen Blockhash. Eine Seitenzahl ermöglicht es dir sehr leicht festzustellen, ob zum Beispiel jemand versucht, im Nachhinein den Inhalt eines Buchs durch Entfernen von Inhalten zu manipulieren.
Die Seitenzahl der vorigen und der nächsten Seite erlaubt dir, das Fehlen von Information schnell zu erkennen. Doch wie kannst du dir sicher sein, dass der Inhalt einer Seite selbst nicht nachträglich manipuliert wurde?
Ein Blockhash entspricht also einer Seitenzahl, die zusätzlich noch Auskunft darüber gibt, welche Transaktionen auf dieser Seite stattgefunden haben.
Ähnlich wie die Seitenzahlen in einem Buch werden diese Blockhashes miteinander verbunden und der Blockhash stellt sicher, dass die Einzigartigkeit jeder Seite gesichert ist.
*(ein nachträgliches Manipulieren eines Blocks würde einen anderen (einzigartigen) Hash ergeben, der nicht mit den anderen Blockhashes sinnvoll verbunden werden kann)*.
Wollte man eine Änderung zu einem älteren Zeitpunkt in der Blockchain vornehmen, muss nicht nur die Arbeit, die in diesen Block gesteckt wurde (in Form der Lösung des Rätsels) neu aufgebracht werden, sondern durch die Verkettung der Blockhashes muss dies auch für jeden weiteren Block vorgenommen werden.
Ab einen gewissen Zeitpunkt ist der Aufwand viel größer als der Nutzen und deshalb gilt die Blockchain auch als praktisch unveränderbar. Wenn also wieder einmal berichtet wird, dass Bitcoin "gehackt" wurde, wurde nicht die Blockchain selbst gehackt, sondern jemand ist über einen Hack des Endgerät oder der Software eines Nutzers (z.B. eines Laptops, einer App, oder Smartphones) an den Private Key eines Nutzers gelangt und hat diesen benutzt, um die damit verbundenen Coins an eine andere Public Address zu senden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Blockchain unangreifbar ist. Wir wollen diese und weitere Aspekte in einer anderen Sektion besprechen.
Doch nun zurück zu Miner B, dem es gelungen ist, den Block zuerst zu finden: Dafür, dass es nun Miner B gelungen ist, den Block zu finden, erhält Miner B nicht nur alle Transaktionsgebühren in diesem Block, sondern auch noch eine Belohnung - den Blockreward.
Der Blockreward ist eine bestimmte Menge an BTC. Diese Belohnung halbiert sich bei Bitcoin etwa alle 210.000 Blöcke (oder etwa alle 4 Jahre mit angefangen 50 Bitcoin pro Block). Daraus folgt (da ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Teilung mehr möglich ist), dass es, im Gegensatz zu unendlich druckbarem Papiergeld, nur maximal etwa 21.000.000 Bitcoins geben wird.
*Dadurch, dass also die Belohnung der Miner immer kleiner wird, die Energiekosten jedoch mindestens gleich bleiben oder steigen (steigender Energiepreis vs. effizientere Hardware bzw. mehr Netzwerkteilnehmer), muss der Preis eines Bitcoins steigen, damit sich der Prozess des Minings (und damit das Sichern bzw. Aufrecht erhalten des Netzwerks) auszahlt.*
Auf "nerdisch" sieht das dann so aus:
Der exakte Wert für diese Formel ist laut : https://goodcalculators.com/summation-calculator/
übrigens 20999999.99755528.
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen... und nutzen könnten. Kapitel 2 - zweiter Teil
*Es wird Zeit, tiefer in die Materie um Bitcoin einzutauchen. Denn, erst wenn wir verstehen, wie Bitcoin funktioniert, können wir erklären, wie seine Eigenschaften zustande kommen. Bevor wir uns aber mit dem technischen Hintergrund befassen, müssen wir ein grundlegendes Verständnis für die Begriffe "Wallet", "Private Key" und "Public Key" bzw. "Public Address" entwickeln. Und das ist der Sinn dieses Abschnitts. Im nächsten Teil sehen wir uns dann an, wie die Blockchain funktioniert und was Mining ist....*
Wie funktioniert Bitcoin - (erster Teil)
Die eingehens erwähnten Anforderungen an ein dezentrales Geldsystems sind hoch und daher dauerte es eine lange Zeit, die Technologie dafür zu entwickeln. Viele Bausteine, die Bitcoin heute verwendet (Hashing, Verschlüsselung, etc.), sind allerdings schon seit längerer Zeit bekannt und wurden in Bitcoin neu kombiniert.
Realisiert wird das dezentrale Geldsystem durch eine Technik, die als "**Blockchain**" bezeichnet wird. Sicherlich hast du diesen Begriff schon das eine oder andere Mal gehört. Denke daran, dass die Begriffe "Bitcoin" und "Blockchain" keine Synonyme sind, sondern sich ähnlich wie die Begriffe "Motor" und "Automobil" verhalten. Bitcoin (Automobil) basiert zwar auf einem Motor (Blockchain), aber nicht jeder Motor (nicht jede Blockchain) realisiert zwingend ein Automobil (Bitcoin), denn man kann einen Motor auch für andere Maschinen (Anwendungen) verwenden.
Bevor wir uns jedoch detailierter mit der Blockchain befassen wollen, führen wir noch einige andere Begriffe ein, die nötig für das Verständnis sind.
Public Keys, Private Keys und Wallets
Wenn du eine Transaktion über eine Bank oder mit einer Kreditkarte tätigen willst, benötigst du ein Konto bei diesem zentralen Institut, z.B. eine Kontonummer oder Kreditkartennummer, welche dann von dieser Institution eindeutig deiner Identität zugeordnet werden kann. Vor der Eröffnung eines Kontos führen diese Instanzen daher Identitätsprüfungen durch.
Da Bitcoin jedoch dezentral ist, gibt es keine Instanz, die ein Konto anlegt und deine Identität prüft. Stattdessen sind alle möglichen Konten und Identitäten in Bitcoin bereits vorhanden und dir wird nach dem Zufallsprinzip eine (oder mehrere) Identität(en) zugeordnet. Diese Identitäten werden als "**Private Keys**“ (Private Schlüssel) bezeichnet.
Private Keys werden als Zeichenketten bestimmter Länge dargestellt, die aus einer Anzahl von Zahlen und Buchstaben bestehen. Ohne nähere Informationen ist es also unmöglich von einem Private Key auf die wahre Identität eines Nutzers (z.B. auf seinen Namen) zu schließen.
Ein Nutzer kann seine Identität jedoch leicht durch Offenbaren oder Nutzen seines Private Keys bestätigen (Auf diese Weise kann jemand beweisen, dass es sich bei dieser Person wirklich um den Erfinder von Bitcoin handelt) .
Ein Beispiel für ein Private Key wäre:
*5KGQBCzfsDfGuSjxzVHwKiSvJWQw23VteLivT3fheysLaSRuGuy*
In Bitcoin ist die Anzahl aller möglichen Private Keys auf 2²⁵⁶ begrenzt.
Dies ist eine unvorstellbar hohe Zahl, wie die folgende Darstellung zeigt:
2¹ = 2
2² = 4
2³=8
2¹⁰= 1024
2²⁰= 1048576
2³³= 859934592
Wie wir sehen, gibt es bereits bei 2 hoch 33 etwa so viele Identitäten wie es Menschen auf der Erde gibt. 2 hoch 34 würde bedeuten, dass etwa jeder Mensch nun zwei Konten anlegen könnte. Bei 2 hoch 35 wären wir schon bei 4 Konten pro Person, und so weiter.
Um eine Vorstellung für diese hohe Zahl zu erhalten, nehmen wir an, alle Menschen auf der Welt würden jede Sekunde 1000 Private Keys erstellen. Um alle möglichen 2 256 Private Keys zu erstellen bräuchte die gesammte Menschheit (der Einfachheit nehmen wir 8 Milliarden Menschen an) etwa:
2 hoch 213 Sekunden. Ein Jahr besteht aus etwa 2 hoch 25 Sekunden. Entsprechend wäre die Menschheit 2 hoch 188 Jahre beschäftigt, wobei das Alter des Universums auf ca 14 Milliarden Jahre (etwa 2 hoch 34 ) datiert wird.
Das bedeutet, alle Menschen dieser Welt bräuchten, wenn sie jede Sekunde 1000 Private Keys erstellten, noch immer die Zeit von 2 hoch 154 Universen!
Es ist also legitim zu behaupten, es gibt "praktisch unbegrenzt" viele Identitäten. Und die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen denselben Private Key erstellen ist **faktisch Null**.
Aus den Private Keys wird mittels mathematischer und kryptografischer Transformation der "Public Key" (Öffentlicher Schlüssel) erstellt, aus welchem dann wiederum die kürzere "Public Address" erstellt wird. Diese funktioniert dann wie deine Kreditkarten- oder Kontonummer. Wir möchten an dieser Stelle nicht ins Detail gehen, wie dies genau funktioniert.
Es reicht uns zu wissen, dass die Public Address aus dem Public Key erstellt wird, welcher wiederum aus dem Private Key erhalten wird.
Die Transformation:
Private Key → Public Key bzw. Private Key → Public Address
ist mathematisch leicht, während die "Rückrechnung":
Public Address → Private Key
für die heutige Generation von Computern bisher als unmöglich gilt.
Die Public Address entspricht daher in der realen Welt der Kontonummer, die man für das Empfangen von Währung herausgibt.
Der Private Key ist demnach gleichzusetzen mit der Unterschrift (oder der Kartenprüfnummer bei Kreditkarten), die wir zum Autorisieren einer Transaktion benutzen.
Dieses Schlüsselpaar ist einzigartig und definiert somit "dein Konto" . Es kann im Nachhinein nicht mehr verändert werden.
Es ist daher von großer Wichtigkeit, dass du unter keinen Umständen jemals deinen Private Key irgendjemanden verrätst. Wer deinen Private Key kennt, kann jederzeit auf deine Coins (Münzen) zugreifen bzw. in deinem Namen Transaktionen signieren!
**Das Sichern deiner Private Keys ist von entscheidener Bedeutung.**
Einerseits möchtest du deine Private Keys auf dem Computer oder dem Smartphone nutzen, um Transaktionen zu tätigen, andererseits kannst du deine Keys verlieren, wenn dein Computer irreparabel abstürzt oder dein Smartphone gestohlen wird.
Die Programme, die du auf deinem PC oder Mobiltelefon verwendest, um Coins zu versenden und zu empfangen, werden "**Wallets**" (engl. Brieftasche) genannt. Diese Wallets enthalten nicht (trotz ihrer Bezeichnung) die Coins, sondern verwalten lediglich deine Private Keys.
Beim ersten Einrichten deiner Wallet (oder zu einem späteren Zeitpunkt im Menü) werden dir deine Private Keys - oft in Form eines **Seeds** - offenbart.
(Das ist eine Aneinanderreihung von einer bestimmten Anzahl ausgewählter englischer Wörter. Diese Wortliste dient lediglich zur erleichterten Lesbarkeit für Menschen)
Du solltest sie dir unbedingt auf ein Stück Papier notieren und dieses Papier so sicher wie möglich verwahren.
Auch wenn es nicht so aussieht, aber dieses Papier ist exakt dasselbe wert, wie die mit diesem Private Key verknüpften Coins! Alle Verantwortung liegt allein bei dir. Denke daran:
Es gibt bei Bitcoin und Co. keinen Kundenservice, den du um Hilfe bitten kannst, wenn du deine Keys verlierst! Du kannst zwar jederzeit neue Keys erhalten, allerdings sind diese Keys dann wieder mit 0 Coins verbunden!
Es ist ratsam eine Sicherungskopie dieses Papiers an einem anderen Ort (zum Beispiel in einem Schließfach bei der Bank) zu hinterlegen.
Wie du nun festgestellt hast, besteht bei dem Verwenden einer Wallet auf deinem PC oder dem Smartphone immer das Risiko, dass jemand dein Gerät hackt und deine Keys ausspioniert.
Ein Stück Papier, das du in einer Schublade aufbewahrst, kann von Hackern nicht angegriffen werden, da es einfach nicht online ist. Private Keys und die daraus berechneten Public Keys bzw. der Public Address auf einem Blatt Papier werden als "**Paper Wallets**" bezeichnet. Paper Wallets sind sehr sicher, allerdings ist die richtige Erstellung eines Paper Wallets extrem aufwendig.
(Der Computer, auf dem du die Wallet erstellst, darf unter keinen Umständen eine aktive Internetverbindung besitzen, der verwendete Drucker darf weder über eine Memory Funktion noch drahtlos sein, etc.)
Paper Wallets eignen sich daher hervorragend zum Sichern großer Beträge, doch sobald du den Private Key einer Paper Wallet einmal verwendest, um Coins, die mit dieser Identität verbunden sind, auszugeben, hat die Paper Wallet sofort ihre Sicherheit verloren!
Ein Kompromiss zwischen hackbaren Software Wallets (**Soft- oder Hotwallets**) und Paper Wallets sind "**Hard(ware)wallets**" , bei denen es sich um separate und spezielle Hardware handelt, die deine Keys verwaltet und mit Knöpfen und Pins gegen externes Hacking abgesichert ist.
Ein prominentes Beispiel für eine Hardwallet ist der Ledger Nano S 11 , das Coolwallet oder Produkte wie der Trezor.
Denke darüber nach, wenn du vorhast, große Summen in Krypto zu investieren, ob du eine solche Wallet erwerben willst.
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen... und nutzen könnten Kapitel 2 - Teil 1
Nachdem wir in den vorangegangen Teilen uns damit befasst haben, was Geld ist und ob sich Bitcoin als Währung eignen könnte, ist es nun an der Zeit, mehr über die Funktionsweise und den Zweck von Bitcoin zu erfahren. Ich möchte dabei möglichst Sprachbilder verwenden, so dass sich die Mechanismen (im kommenden Teil) hinter Bitcoin, die komplett anders funktionieren als unser bisheriges Geld, verstehen lassen.... https://read.cash/@mad-readcash/bitcoin-so-dass-deine-eltern-es-verstehen-und-nutzen-konnten-kapitel-1-erster-teil-4cd95142 https://read.cash/@mad-readcash/bitcoin-so-dass-deine-eltern-es-verstehenund-nutzen-konnten-kapitel-1-zweiter-teil-fede6f63
Kapitel 2: Technische Grundlagen
Der Geist von Bitcoin und anderen Kryptowährungen
Jetzt befassen wir uns nicht nur mit dem technischen Grundwissen, das nötig ist, um Kryptowährungen zu verstehen, sondern auch mit dem Zweck, den sie zu erfüllen versuchen.
Im Jahre 2008 veröffentlichte eine Person oder eine Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto erstmals die Funktionsweise von Bitcoin, welches als elektronishes Peer-to-Peer Bezahlsystem (Gemeint ist damit von Person zu Person, ohne das eine zentrale Institution, wie z.B. eine Bank, zwischen diesen beiden benötigt wird) vorgestellt wurde (https://www.bitcoin.de/de/bitcoin-whitepaper-deutsch-html) .
Noch immer ist nicht geklärt, welche Person oder Gruppe federführend hinter dem Pseudonym gearbeitet hat. Dementsprechend gibt es reichlich Spekulationen, die alle bisher nicht bestätigt wurden. Einige interessante Vorschläge, die ich bisher gehört habe, reichen dabei vom Computerwissenschaftler und Geschäftsmann Craig Wright, der von sich behauptet Satoshi Nakamoto zu sein (von der Szene wird wegen mangelnder Beweislage allerdings eine Falschbehauptung angenommen), über den Programmierer und kriminellen Kartellboss Paul Calder Le Roux (https://news.bitcoin.com/satoshi-nakamoto-could-be-criminal-mastermind-paul-le-roux/) bis hin zur NSA, die den zugrundeliegenden Algorithmus (SHA256) entworfen hat.
Bitcoin wurde damit als erste Kryptowährung vorgestellt. Da die Funktionsweise veröffentlicht wurde und jeder den Code kopieren oder modifizieren kann, dauerte es nicht lange, bis sich weitere dieser digitalen Währungen aus Bitcoin entwickelten. Heute gibt es tausende solcher Währungen, die nicht alle als "Geld" verwenden werden wollen, sondern auch für andere Zwecke genutzt werden können. Andere Projekte mit ihren eigenen Coins versuchen z.B. einige Nachteile, die mit Bitcoin verbunden sind, zu lösen. Mit diesen alternativen Münzen (oder Altcoins) wollen wir uns jedoch zu einer anderen Zeit genauer befassen.
Jetzt möchten wir einfach und anschaulich versuchen, den Geist hinter Bitcoin zu verstehen. Und dies nicht nur im Sinne dessen, wie es funktioniert, sondern auch, wieso Bitcoin erfunden wurde...
Zentrale vs. dezentrale digitale Währung
Im vorherigen Kapitel haben wir gesehen, dass unser Vertrauen in eine zentrale Instanz (einer Bank) nicht nur für unsere Währung sondern auch für eine Bezahlung essenziell ist. Entweder vertrauen wir darauf, dass die von der Zentralbank ausgegebenen Noten noch in Zukunft als Maß für den Wert eines Gutes oder Dienstleistung dienen, oder, dass diese in unserem Namen einen Bezahlvorgang korrekt abwickelt.
Mit diesem Vertrauen gehen jedoch einige Probleme einher. Zum einen kann eine Bank jederzeit eine Transaktion, die wir durchführen möchten, widerrufen oder gar unser Vermögen einfrieren. Zum anderen ist ein nicht unerheblicher Teil der Weltbevölkerung von unserem Finanzsystem faktisch ausgeschlossen.
Einem solchen zentralen System steht ein dezentrales System gegenüber. "Dezentral" bedeutet, dass jeder (unabhängig vom Geschlecht, Alter, der Herkunft, Religion, etc.) an einem System teilhaben kann und dass die "Macht" innerhalb dieses Systems auf mehrere, oder gar alle Teilnehmer, verteilt wird.
Dies ist vergleichbar mit der Gewaltenteilung in Legislative, Judikative und Exekutive in unserem politischen System, anstatt alle Macht in einer zentralen Instanz (Diktator) zu vereinen. In einem dezentralen Währungsystem kann also jeder teilnehmen (und es auch wieder verlassen, was sich beim zentralistischen Euro schwer gestaltet) und es gibt keine zentrale Instanz, die verhindern könnte, dass ich eine Transaktion (egal mit welchem Teilnehmer) durchführe. Es existiert also keine Firma "Bitcoin" mit einem Sitz in irgendeinem Land, die man kontaktieren, ausrauben oder gar schließen könnte.
Stattdessen ist es uns mit Bitcoin (und den hunderten anderen Kryptowährungen, die zur Zeit existieren) nun möglich, selbst eine Bank zu werden. Diese Freiheit und Unabhängigkeit geht jedoch auch mit einer großen Verantwortung einher: denn mit einer Teilnahme in diesem dezentralen System können und müssen wir die Verantwortung über unser Vermögen in unsere eigenen Hände nehmen.
Glücklicherweise ist Bitcoin sehr sicher gestaltet, und wenn du einige Grundregeln befolgst, musst du dir bei dem Gebrauch nicht wirklich viele Sorgen machen. Es ist aber von großer Wichtigkeit, dass du den Unterschied und die Gefahren von dezentralen und zentralen Systemen erkennst und für dich entscheidest, ob du an einem dezentralen System teilnehmen möchtest.
Zur Zeit sind dezentrale Systeme als eine Alternative anzusehen. Die Notwendigkeit einer solchen Alternative wird jedoch bei Missbrauch der Macht über eine Währungsehr schnell deutlich. Ich empfehle hierfür die englisch-sprachige Dokumentation "Venezuela and the Cryptocurrency Revolution" (siehe das eingebundene Video unten):
https://www.youtube.com/watch?v=4PbciVl3nYU
Wie wir bereits gesehen haben, ist Bitcoin bewusst komplett anders gestaltet als alle Währungen, die heute existieren. Den Grund dafür finden wir vielleicht im Genesis Block (dem Anfang der Blockchain). Dort hinterließ Satoshi Nakamoto folgende Botschaft (https://news.bitcoin.com/wp-content/uploads/2017/01/1tmreg.jpg) : "Chancellor on brink of second bailout for banks" - Kanzler vor Entscheidung über zweites Rettungspaket für Banken.
Sollte diesmal wieder eine Bankenrettung mit Steuergeldern drohen, wäre eine Rettung nicht mehr alternativlos. Stattdessen könnten wir ein System ohne diese erschaffen. Und Bitcoin könnte den Grundstein dafür legen...
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen...und nutzen könnten - Kapitel 1 (zweiter Teil)
*Nachdem wir uns im ersten Teil, den du* *hier* *finden kannst, mit einer Zusammenfassung der Geschichte und den Eigenschaften des Geldes sowie dem Unterschied zwischen Geld und Währung befasst haben, ist es nun an der Zeit einen Blick in die Zukunft zu werfen.*
*Wir alle haben schon einmal von dem digitalen Euro gehört und dann sind da noch die Kryptowährungen. Aber worin besteht der Unterschied, ist dieses "Digitalgeld" das Geld der Zukunft und kann der e-Euro (oder wie auch immer er heißen wird) Bitcoin obsolet machen? Mehr zu diesen Fragen erfährst du in diesem Teil....* https://read.cash/@mad-readcash/bitcoin-so-dass-deine-eltern-es-verstehen-und-nutzen-konnten-kapitel-1-erster-teil-4cd95142
Digitale Fiat-Währungen
Heute ist ein Großteil der geschaffenen Währungen digital - also nichts anderes als Nullen und Einsen auf dem Computer einer Bank. Diese Bank hält nur einen Bruchteil dieser Währungen in Form von Papiergeld, welches selbst keinen Bezug mehr zu Gold oder Silber aufweist. Würde nur geringer Anteil der Bankkunden (der größer ist als der Anteil, den die Bank als Reserve besitzt) gleichzeitig auf eine Auszahlung sämtlicher Einlagen bestehen, könnte die Bank nicht alle Kunden bedienen und wäre bankrott.
Dieser Ansturm von Kunden auf eine Bank wird als *Bankrun* bezeichnet und ist der Alptraum einer jeden Bank. Banken versuchen dieses Szenario durch Maßnahmen wie Abhebelimits (https://www.welt.de/wirtschaft/article143495321/Die-grosse-Angst-vor-den-leeren-Geldautomaten.html) oder der Forderung nach bzw. der Förderung von bargeldlosen Bezahlen (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schweden-so-entsteht-die-erste-gesellschaft-ohne-bargeld-1.4003789) zu vermeiden.
Im Vergleich zu Papiergeld bieten bargeldlose Bezahlmethoden einige Vorteile: Mehr Komfort, bessere Portability und mehr Durability. Der Komfort einer bargeldlosen Bezahlung steht jedoch der fehlenden Anonymität gegenüber. Dies könnte in einer orwell’schen und dystopischen Zukunft nach dem Vorbild des chinesischen Social-Credit-Score enden, wovor dringend gewarnt werden muss (https://www.deutschlandfunk.de/sozialkredit-system-china-auf-dem-weg-in-die-it-diktatur.724.de.html?dram:article id=42111518).
Kryptowährungen das "Geld" der Zukunft?
Kryptowährungen sind eine Möglichkeit des anonymeren (Bitcoin wird als pseudo-anonym bezeichnet, da keine Klarnamen verwendet werden, aber jeder Kauf trotzdem auf ewig abgespeichert wird) bargeldlosen Bezahlens, die wir uns im Rahmen dieses Handbuches genauer ansehen wollen. Wenn du dich schon ein wenig mit Bitcoin auskennst, kannst du diese Sektion überspringen. Falls nicht, erfährst du jetzt, ob sich Bitcoin als Währung eignen könnte.
Um als Maß für den Wert eines Gutes oder einer Dienstleistung zu dienen, muss eine Währung die vier eingehens genannten Eigenschaften verfügen.
Wir wollen uns jetzt mit der folgenden Aussage von George Soros befassen:
"Der Bitcoin ist keine Währung (https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/george-soros-der-bitcoin-ist-keine-waehrung/20894914.html)"
**Fungibility:** Ein Bitcoin ist ein Bitcoin. Wenn ich meinen Bitcoin mit deinem tausche, besitzen wir beide jeweils einen Bitcoin mit der gleichen Kaufkraft.
Allerdings muss man beachten, dass aufgrund der hohen Transparenz der Blockchain (wie wir später sehen werden) die komplette Transaktionshistorie eines jeden Bitcoins bis zu seiner Erzeugung zurückverfolgt werden kann. Sollte ein Bitcoin in einer vorigen Transaktion in einem Verbrechen verwendet worden sein, kann man dies (im Gegensatz zum Bargeld) feststellen und die Annahme
des Coins verweigern. Diese Coins werden als "tainted" (beschmutzt) bezeichnet. Durch die mit einem Bitcoin verknüpfte Transaktionshistorie kann Bitcoin seine Austauschbarkeit verlieren, und zwei Bitcoins können je nach Historie unterschiedlich wahrgenommene Werte haben.
**Divisibility:** Ein Bitcoin lässt sich in bis zu 100.000.000 Untereinheiten zerlegen, die nach dem Erfinder des Bitcoins Satoshi Nakamoto als *Satoshis (oder einfach nur Sats)* bezeichnet werden. Der Bitcoin besitzt also eine bessere Teilbarkeit als jede andere Währung und würde theoretisch Transaktionen von unter einem Cent ermöglichen. Dies ist allerdings nur so lange möglich, wie der
Wert eines Bitcoins unter 1.000.000 Euro liegt.
**Portability:** Wie andere digitale Währungen existiert der Bitcoin lediglich im Internet (auf der Blockchain).
Zusatzinfo: Gigantische Summen (in Banknoten) können mittels Bitcoin auf einem kleinem Stück Papier oder gar im Kopf des Besitzers von einem Ende der Welt zum anderen transportiert oder gesendet
werden.
**Durability:** Bitcoins existieren nicht in der realen Welt und sind damit unzerstörbar.
**Store of Value:** Trotz massiver Kursverluste seit Dezember 2017 von teilweise über 80% hat sich der Wert eines Bitcoins (gemessen in Banknoten) von $ 0.06 (01.08.2010) auf über $ 3730 (01.01.2019) verzweiundsechzigtausendfacht (62.000)! Zur Zeit ist Bitcoin ein spekulatives und volatiles Investment und
eignet sich daher - auch wegen geringer Akzeptanz- noch nicht für Einkäufe.
Bitcoin erfüllt nicht nur die Eigenschaften einer Währung, sondern auch noch die von Geld. Allerdings scheitert Bitcoin noch an sehr geringer Akzeptanz, der technisch bedingten Starrheit und (vermeintlich) an ökologischen Aspekten. Hierzu später mehr. Außerdem halten Bitcoinbesitzer aufgrund dieses astronomischen Preisanstiegs ihre Bitcoins lieber statt sie auszugeben, da die Kaufkraft eines Bitcoins in Zukunft noch größer sein könnte als gegenwärtig. Bitcoin wird daher auch als *deflationäre Währung* bezeichnet und funktioniert bewusst komplett anders alle anderen Währungen dieser Welt. Dies wird an der folgenden Grafik besonders deutlich:
https://www.peakprosperity.com/discussion/108031/bitcoin-vs-inflation
Zwar lässt sich argumentieren, dass die gesteuerte 2% Inflationsrate dazu dient zu verhindern, dass jeder sein Geld hortet und so die Wirtschaft zum Erliegen kommen könnte. Berücksichtigt wird dabei jedoch nicht, dass die offizielle Inflationsrate oft durch Verkleinerung des Inhalts in Verpackungen (Shrinkflation) oder durch Änderung des Referenzwarenkorbs geschönt wird. Auch gab es vor der Entkopplung der Konvertierbarkeit von Banknoten in feste Mengen (begrenzten!) Edelmetalls eine funktionierende Wirtschaft.
Im nächsten Kapitel wollen wir uns ansehen, wie Bitcoin funktioniert. Ich versuche dabei möglichst Sprachbilder zu benutzen, damit auch jemand ohne großes technisches Knowhow verstehen kann, wie Bitcoin funktioniert.
Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen ... und nutzen könnten - Kapitel 1 (erster Teil)
*Während des Bärenmarkts ab 2018 habe ich mich noch intensiver mit Kryptowährungen und verwandten Themen befasst. Die für mich beste Lernmethode ist, Erlerntes aufzuschreiben. Also ist aus dieser Phase der Akkumulation von (für mich) vielen neuen Dingen ein ganzes Buch geworden. Dieses möchte ich hier auf read.cash Abschnittsweise in Blogposts veröffentlichen. Mit Erscheinen des letzten Segments werden alle Kapitel als eine PDF-Datei auch auf meinem Youtube-Kanal erscheinen. Ich freue mich, wenn du auch dort vorbeischaust.*
*Aber nun zum Thema....*
Eine kleine Geschichte des Geldes
Unsere Reise beginnt mit einer kleinen Einführung in das Thema "Geld". Denn, obwohl man "über Geld nicht spricht", sind einige Grundlagen notwendig, um Bitcoin als Kryptowährung zu verstehen. Bitcoin funktioniert schließlich ganz anders als unser heutiges "Geld".
Ich bin mir sicher, dass es bestimmt nicht langweilig werden wird...
Was ist Geld?
Um ein Verständnis für Kryptowährungen und dem oft umstirttenen diskutierten "Wert" einer solchen zu erlangen, müssen wir uns zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, was wir unter dem Begriff "Geld" verstehen.
Nun bin ich kein Öknonom und kann dir auch keine exakte Definition geben, allerdings möchte ich dir eine gut verständliche Erklärung zum Thema "Geld" geben, die du als Grundlage für dein eigenes Studium verwenden kannst:
Unter "Geld" werden Dinge verstanden, die im Austausch für Waren oder Dienstleistungen allgemein akzeptiert werden, um den Wert einer Ware oder einer Dienstleistung zu messen und dabei über folgende Eigenschaften verfügt (Diese Eigenschaften wurden auch schon von Aristoteles beschrieben):
**Austauschbarkeit** (Fungibility): Zwei identische Einheiten mit gleichen Nennwert haben dieselbe Kaufkraft. Wenn du mit jemanden solche Einheiten untereinander tauschst, ändert sich an eurem Vermögen nichts.
Z.B. tauscht ihr untereinander zwei zehn Euro Noten
**Teilbarkeit** (Divisibility): Eine Einheit von einem bestimmten Wert lässt sich in Einheiten kleineren Wertes teilen, so dass die Summe der Untereinheiten wieder dem Wert der Ausgangseinheit entspricht.
Z.B. Entspricht der Wert zweier zehn Euro Noten dem Wert einer 20 Euro Note.
**Haltbarkeit** (Durability): Das Objekt ist für eine bestimmte Zeit gegen "Verfall" gesichert, so dass es auch über einen längeren Zeitraum noch verwendet werden kann. Aus diesem Grund eignen sich Lebensmittel auch nicht als Geld.
**Transportierbarkeit** (Portability): Das Objekt zur Messung des Wertes muss natürlich auch leicht transportierbar sein, um an beliebigen Orten eine Wertabschätzung und Transaktion vornehmen zu können.
**Wertspeicherung** (Store of Value): Dies ist der wohl wichtigste Punkt. Um als ideales Maß zu dienen, muss das Objekt natürlich auch in Zukunft noch als Referenz verwendet werden können.
Um Geld also zu verstehen, müssen wir uns nur vorstellen, es wäre ein Maßband, mit wir messen können, welchen Wert ein anderes Objekt oder ein Service hat. Wie auch in der Physik so sollte dieses Maßband allgemein gültig, mit den selben Untereinheiten versehen und außerdem auch noch gut transportierbar und haltbar sein.
Wir können mit einem Maßband Längen exakt messen, weil wir uns darüber verständigt haben, was ein Meter ist, und so auch auf Zentimeter, Kilometer etc. schließen können. Mit einer exakten Kopie des ersten Maßbands (z.B. in Form eines Zollstocks) können wir nun zu jeder Zeit und an jedem Ort eine Längenmessung vornehmen. Ein solcher allgemein gültiger Referenzwert hat deutliche Vorteile z.B. gegenüber der "Elle" des Königs, die in jeder Generation neu festgelegt werden würde.
In einem Handel wollen wir jedoch genau an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit keine Längen sondern Werte messen. Zusätzlich sollte einer bestimmten Dienstleistung in Zukunft vielleicht immer derselbe Wert zugeordnet werden können. Dafür nutzen wir Geld.
Im Lauf der Geschichte und in den vielen Kulturen auf dieser Welt haben sich verschiedene Formen von "Geld" entwickelt, von denen viele wieder verschwunden sind. Dazu gehören Gold, Steine (https://de.wikipedia.org/wiki/Rai) und Muscheln (https://de.wikipedia.org/wiki/Kaurigeld). Auch der direkte Tauschhandel sollte hier nicht unerwähnt bleiben.
Vom Geld zur Währung
Die bekannteste Form von Geld - im Sinne aller fünf Eigenschaften - (weltweite Akzeptanz) stellen die beiden Edelmetalle Gold und Silber dar. Gerade Gold ist als Wertspeicher bekannt, denn historisch war der Wert einer Unze (ca. 31 g) Gold vergleichbar mit einem maßgeschneiderten Anzug (https://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/tid-32607/gold-glaenzende-geschichte-2 aid 1056554.html) .
Gold als Geld bringt jedoch einige Komplikationen mit sich:
Es muss über eine bestimmte Reinheit verfügen, die sich schwer prüfen lässt, und große Mengen sind schwierig zu transportieren.
Aus diesem Grund entwickelte sich Papiergeld - und dies zuerst in China und lange vor Europa (https://www.welt.de/geschichte/article153651720/Schon-mit-dem-ersten-Papiergeld-kam-die-Inflation.html) .
Dies geschah in Form von Empfangsquittungen. Die ausgestellten Empfangsquittungen von Waren (Gold, Seide etc.) konnten zu jeder Zeit gegen das hinterlegte Objekt getauscht werden und wurden daher im Handel genauso behandelt wie die eigentliche Einlage.
Aus diesen Quittungen entwickelten sich die Währungen, die wir heute kennen und nutzen. So war auch der US-Dollar bis 1971 de facto ein Silberzertifakt (ähnlich wie die historische Definition des Pound Sterling), und eine bestimmte Menge an Dollar Noten konnte gegen Edelmetalle bei der Bank eingetauscht werden. Für ausländische Banken, die während des zweiten Weltkriegs ihre Goldreserven in die Vereinigten Staaten verkauften, um den Krieg zu finanzieren, wurde ein Wechselkurs von 35 USD pro Unze Gold festgelegt.
Bei diesem als Bretton Woods System bekannten System (von July 1944) wurden also zur Reduktion der Währungsschwankungen der US Dollar an Gold gekoppelt und die Fremdwährungen an diesen gekoppelt.
Allerdings gab es trotz des Umtauschbarkeitsverhältnisses von 35 USD pro Unze Gold kein Reserveverhältnis, das exakt festlegte, wie viel Papiergeld pro Unze gedruckt werden durfte. Dadurch konnte Präsident Johnson über diese "Fehlkonstruktion" im Bretton Woods System den Vietnamkrieg und Sozialprogramme mittels Ausgabendefizite finanzieren.
Der damalige französische Präsident Charles de Gaulle beschloss daher zur festgesetzten Rate von 35 USD Gold zu erwerben und löste einen Ansturm auf Gold aus, der das System von Bretton Woods zu Fall bringen konnte.
Präsident Nixon hob hierauf die Austauschbarkeit des Dollars in Edelmetalle 1971 auf (Nixonschock), und seitdem werden weiterhin immer mehr Dollarnoten gedruckt, als Edelmetalle dazu im Verhältnis stehen. Das Ende von Bretton Woods sorgte nicht nur dafür, dass die Wechselkurse der Länder untereinander deutlichere Schwankungen aufweisen können, sondern auch dass der Dollar vom Gold entkoppelt wurde und der Goldpreis nun vom freien Markt gefunden werden musste.
Deswegen entspricht der Preis für eine Unze Gold heute nicht mehr 35 USD. Die US-DEBT-CLOCK (http://www.usdebtclock.org/) (die amerikanische Schuldenuhr) listet das Verhältnis von Dollar zu Silber und Gold und du kannst es dort jederzeit prüfen.
Heute sind Banknoten die am weitesten verbreitete Form von "Geld". Wie wir jedoch feststellen werden, handelt es sich bei diesen jedoch nicht um "Geld" im eigentlichen Sinne, da sie nicht eine vergleichbare Wertspeicherung wie Gold verfügen.
Wir bezeichnen sie stattdessen als Währung. Jede Währung erfüllt also nur einen Teil der Eigenschaften von Geld (1-4). Bei ungedeckten Währungen wird die Akzeptanz per Gesetz erzwungen (z.B. dadurch, dass sie als gesetzlich verpflichtendes Zahlungsmittel bei Schulden und Steuern verwendet werden müssen).
Sie werden daher als FIAT-Währungen bezeichnet. "Fiat" kommt vom lateinischenWort "fieri" (exakt: 3 Sg, Präsens, Aktiv, Konjunktiv )und bedeutet "es soll sein".
Währungen und Inflation
Schmiede und später Banken, die das Gold ihrer Kunden verwahrten, erkannten jedoch bald, dass niemals alle Kunden gleichzeitig ihre Quittungen gegen das hinterlegte Metall eintauschen würden (dies wird heute als Bankrun bezeichnet,bei dem alle Kunden gleichzeitig alles Bargeld von ihren Konten abheben). So lange es also niemand bemerkte, konnten sie mehr Papier herausgeben, als sie eigentlich an Metall besaßen und sich auf diese Weise bereichern. Denn Papier ist leichter zu vemehren als Gold. Das Überangebot des Papiers resultiert schließlich im Wertverlust desselben. Dies ist etwas, das wir als Inflation bezeichnen.
Inflation am Beispiel des US-Dollars und der Preispolitik der EZB
Der US-Dollar ist zur Zeit die wichtigste Währung der Welt und der Wertverlust des Dollars kann bei diesem am anschaulichsten beschrieben werden, weil der coinage act von 1792 (http://constitution.org/uslaw/coinage1792.txt) eine exakte Defintion des Dollars angibt:
"... the dollar was defined as 371.25 grains (24.056 g) of silver ..."(https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_dollar#Silver_and_gold_standard)
Seit Präsident Nixon 1971 die Umtauschbarkeit des Dollars in Gold und Silber jedoch auflöste, existieren statt Geld nur noch Fiatwährungen als Wertemesser und Zahlungsmittel und die Banken besitzen praktisch die Möglichkeit, beliebig viel "Papiergeld" aus dem "Nichts" zu schöpfen, womit sie letztendlich Inflation erzeugen.
Um dies zu verstehen, wollen wir uns die Definition von Preisstabilität der Europäischen Zentralbank (EZB) ansehen und eine kleine Rechnung durchführen.
Die EZB definiert Preisstabilität als:
"jährliche Inflationsrate ... unter, aber bei nahe 2 % " (https://www.ecb.europa.eu/explainers/tell-me-more/html/stableprices.de.html16)
Das bedeutet, dass nach einem Jahr eine 100 Euro Note nur noch Waren und Dienstleistungen im Wert von 98 Euro kaufen kann.
Spart man also Kapital im Wert von 100 Euro, besitzen diese nach 10 Jahren nur noch eine Kaufkraft von fast 82 Euro, wenn man von einer Inflationsrate von 2% ausgeht.
Oder anders ausgedrückt:
Für die Ware oder Dienstleistung, die heute 100 Euro kostet, brauchen wir in zehn Jahren 122 Euro, wenn wir eine jährliche Inflationsrate von 2% annehmen.
Um die Inflation nicht zu bemerken, muss also das Einkommen jedes Jahr um etwa 2% wachsen.
Am Beispiel amerikanischer Daten kannst du unter https://www.usinflationcalculator.com/ Inflationsrechnungen durchführen. Es ergibt sich, dass die Kaufkraft eines US-Dollars von 1913 der Kaufkraft von etwa 25 heutiger US-Dollars entspricht.
Oder andersherum, die Kaufkraft eines US-Dollars ist seit seiner Einführung auf 4 Cent gefallen.
Auch wenn statistische Inflationsraten um oder nahe bei 2% berichtet werden, solltest du beachten, dass die wahrgenommene Inflation deutlich oberhalb von 2% liegen kann, weil z.B. der statistische mittlere Warenkorb über die Zeit modifiziert wird oder "Shrinkflation" nicht berücksichtigt wird. Bei Shrinkflation handelt es sich um eine Reduktion des Inhalts eines Guts, bei annhernd gleichem Verpackungsvolumen. Dir ist dies bestimmt schon bei vielen Produkten begegnet (die berüchtigten Mogelpackungen ;) ).
Hyperinflation
Letzten Endes vertrauen wir darauf, dass die Zentralbanken ihre Macht nicht missbrauchen. Schließlich könnten sie auf beliebig viel Papier beliebig große Zahlen schreiben. In Zeiten, in denen dringend viel "Geld" benötigt wird, ist dies jedoch eine verlockende Möglichkeit.
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs musste das besiegte Deutschland (die damalige Weimarer Republik) hohe Reparationsforderungen begleichen. Also wurde das benötigte Geld einfach gedruckt. Doch das Überangebot des Geldes verursachte gigantische Preisanstiege, denen man mit noch mehr Währung begegnete:
Siehe z.B. hier: https://www.alamy.com/stock-image-two-billion-reichsmark-banknote-issued-5th-november-1923-by-germanys-162596206.html
Man benötigte also immer mehr Währung für ein und dasselbe Gut. Der Unterschied zwischen Inflation und Hyperinflation ist daher lediglich die Geschwindigkeit, mit der eine Währung an Kaufkraft verliert. Hyperinflationen sind kein Relikt der Vergangenheit. Auch heute beobachten wir dramatischen Wertverlust von Währungen z.B. dem Simbabwe Dollar und dem venezolanischen Bolivar, aber auch im argentischen Peso und der türkischen Lira.
Im nächsten Teil sehen wir uns an, ob Bitcoin eine Währung ist und wie es sich bei Bitcoin mit den Eigenschaften des Geldes nach Aristoteles verhält...
FORTSETZUNG FOLGT...
Ich hoffe, dir hat der erste Teil des ersten Kapitels gefallen, und ich würde mich freuen, wenn du bei den folgenden Abschnitten auch dabei sein wirst.
Du findest diesen und ähnlichen Inhalt auch auf meinem Youtube-Kanal:
**https://www.youtube.com/channel/UCF3Gl8ZWFgmD__jIXciMq1A**
-mad
Eine Einführung und Übersicht in Privacy Coins
In diesem Blogpost möchte ich dir zeigen, warum wir Privacy Coins benötigen, warum es so viele davon gibt und was hinter ihnen steckt.
Warum benötigen wir Privacy Coins?
Stelle dir kurz vor, statt des Euros, US-Dollars, etc. gäbe es nur Bitcoin. Die Bitcoin Blockchain, also dessen **komplette** Transaktionshistorie, ist aber vollständig transparent.
Jeder könnte also jederzeit alle Transaktionen einsehen und überprüfen. Dies sichert zwar einerseits die Integrität des Geldsystems und schützt vor Betrug, könnte aber andererseits die Fungibility (Austauschbarkeit) der Währung schaden und Unternehmensinformationen bzw. Privatinformationen (Gehälter, Einkünfte, Käufe, Kunden, Lieferanten, Kontakte etc.) offenlegen. Und so könnte von jedem über jeden ein allzeit aktuelles Profil über sämtliche Ein- und Ausgaben erstellt werden.
Die Austauschbarkeit ist ein wichtiges Kriterium einer Währung und besagt, dass zwei Einheiten gleicher Nennung dieselbe Kaufkraft besitzen. Wenn wir also untereinander Banknoten im Nennwert von 5 Euro tauschen, haben wir hinterher dieselbe Kaufkraft - die 5 Euro Note ist also voll austauschbar.
Da bei Bitcoin die Transaktionshistorie jedoch vollständig bis zu seiner Erzeugung zurückverfolgt werden kann, ist es möglich, dass zwei verschiedene Bitcoins nicht zwingend den selben wahrgenommenen Wert haben, denn man kann ja über die Blockchain herausfinden, dass der eine Coin Teil eines Verbrechens gewesen sein könnte. In diesem Fall würde ich den Coin nicht annehmen wollen. Derartige Coins werden als "tainted" (von engl. beschmutzt) bezeichnet.
Die Anonymität und hohe Fungibility des Bargelds, welches nun ebenfalls in Verruf geraten ist, ist es meiner Ansicht nach der anschaulichste Vergleich mit Privacy Coins. Im Prinzip sichern Privacy Coins also die Austauschbarkeit -und damit eine grundlegende Eigenschaft einer Währung.
Da Privacy Coins aber letztendlich nur ein Werkzeug sind, liegt es am Nutzer, mit welcher Absicht und zu welchem Zweck er diese verwendet.
Warum gibt es so viele Privacy Coins?
Den allermeisten Kryptowährungen liegt die Blockchaintechnik zugrunde. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Datenbank, die gleichzeitig von mehreren Computern aktualisiert wird und in der alle Einträge und Änderungen verwaltet, bearbeitet und überprüft werden.
Wenn ich eine Transaktion durchführen möchte, sagen wir zwei Einheiten von mir an Person X überweisen will, muss dies der Datenbank mitgeteilt werden. Es muss geprüft werden, ob ich überhaupt über dieses Vermögen verfüge und ob die entstehenden Bilanzen nicht mit anderen Versionen der Datenbank im Konflikt stehen (gibt es am Ende der Transaktion mehr Coins als vorher?).
Und hier ist der Knackpunkt:
**Wie führe ich in einem solchen System eine gültige Transaktion durch, ohne Sender, Empfänger und Beträge offenzulegen?**
Zur Lösung dieses Dilemmas wurden von den Programmierern verschiedene Techniken vorgeschlagen, die dann von verschiedenen Kryptowährungen verwendet werden:
Worin unterscheiden sich diese?
**Mixing** (Cash shuffle, CoinJoin o.ä.): Transaktionen (im Idealfall mit gleichen Nennwert) werden mehrfach unter mehreren Teilnehmern gemischt. Am Ende entsteht ein Unsicherheitssatz, der zwar offenlegt, wieviel gemischt wurde, aber man kann nicht mit Sicherheit sagen, wer genau an wen überwiesen hat. Die Kryptowährung DASH (DASH) verwendet z.B. dieses Verfahren, aber auch mit Bitcoin (BTC) oder Bitcoin Cash (BCH) lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen oder Wallets (z.B. Wasabi Wallet) derartige Transaktionen durchführen.
Der bekannteste Vertreter der **Cryptonite-Familie ist Monero** (XMR). Aus dem ehemaligen Bytecoin (BCN) hervorgegangen, verwendet Monero eine Vielzahl von Techniken, die Sender, Empfänger und Betrag anonymisieren (namentlich Stealth Addresses, Ring CT und Ring Signatures). Wie diese genau funktionieren, würde den Rahmen des Posts sprengen. Es reicht für den Anfang zu wissen, dass Monero durch diese Techniken von Grund auf für vollständige Anonymität konzipiert wurde und für den Zweck anonymer Transaktionen keine weiteren Verfahren oder spezielles Wissen benötigt werden. Aus diesem Grund hat Monero auch seinen weniger guten Ruf als "Darkweb"-Coin.
**Zero-Knowledge Proofs** sind ein theoretisches Konzept und erbringen den Beweis, das man über Informationen verfügt, ohne die Info selbst offenzulegen. In der Kryptowährung Zcash (ZEC) und darauf basierenden (Ycash, YEC) oder verwandten Coins (Komodo, Pirate Chain...) wird dieses Verfahren genutzt, um das obige Dilemma zu lösen. Trotzdem sind nicht alle Transaktionen, die mit Zcash durchgeführt werden, anonym. Zcash bietet stattdessen optionale Anonymität und hat mit Edward Snowden einen prominenten Fürsprecher mit viel Expertise.
Der Nutzer muss die Anonymisierungsfunktionen in Zcash gezielt auswählen, wenn er diese verwenden möchte. Hierfür wird eventuell spezielle Software benötigt (ein spezielles Wallet z.B. Nighthawk). Erreicht und erkenntlich wird die Anonymisierung durch das Verwenden von mehreren Adresstypen:
t-Adressen (beginnend mit "t") sind vollständig transparent
z-Adressen (beginnend mit "z") bieten je nach Kombination einen höheren Grad der Anonymisierung:
z nach t: Sender anonym, Betrag und Empfänger offen
t nach z: Sender und Betrag offen, Empfänger anonym
z nach z: Sender, Empfänger und Betrag anonym
**Mimblewimble (MW)**, benannt nach dem Zauberspruch aus Harry Potter, ist ein neuerer Algorithmus, der anders als die obigen Methoden funktioniert und ebenfalls eine Lösung des o.g. Dilemmas bietet. Bekannte Coins, die MW nutzen, sind Grin und Beam. Aber auch für Litecoin (LTC) soll es eine Implementierung geben. Diese ist dann aber wieder nur unter bestimmten Voraussetzungen nutzbar.
Neben diesen angesprochenen Techniken gibt es aber auch noch weitere Ansätze, mit denen versucht wird, die Transaktionshistorie konsistent und korrekt aber verschleiert zu fortzuführen oder die Transaktionshistorie der Coins durch ständiges Erzeugen frischer Coins und Verbrennen benutzter Coins (z.B. PIVX, FIRO) zu ersetzen.
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel eine Übersicht über den Sinn und die Unterschiede verschiedener Privacy Coins geben. Mehr zu den entsprechenden Projekten und deren Techniken erfährst du auch in meinen Videos auf meinem Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/channel/UCF3Gl8ZWFgmD__jIXciMq1A
Dieser Artikel soll dich auch anspornen über die folgenden Fragen nachzudenken:
1) Eignet sich Bitcoin mit seiner transparenten Blockchain wirklich für Kriminelle?
2) Wofür brauchen wir Bargeld?
Ich würde mich sehr freuen, wenn du mich und meine Arbeit mit einer kleinen Spende unterstützen würdest. Gerne kannst du dafür einen der o.g. Privacy Coins verwenden
**DASH:** Xe163kUBYdsjQMWfnhU3okPQwFM2X3Q3NB
**XMR:** 49byrvSQCkCgWTtmfLToRoj1DFHs37LeWXb7Pi7ADngj759veQwr9cYCh4We568fCT2oreHYKRhntb7aJzm8P1WeB9L2UcV
**ZEC:** t1Mgpa2oMUb8Y2jfjKSYvghuDVtxwcXMQ9t
**oder:** zs1l4gf3x9j4uaexehj2zkyvnpagx96wry9md7g0lf9hpxs24gscuskdsetdq0u46qyqq27x5jt9sd
**YEC:** s1SyFKE5Jpheb6suwLHtaJrDDTQ4yiYgoJ3
**oder:** ys1ud34ceq3ylh2jzlp6flqyq8ka6a7xndsfn337rwlma5eakhk3x2fg70smx2wgp4w08d42rhj2xj
**PIVX:** DFUpChLzvwfuS5qoiJBVE1hH9AtP2gcVQu
**FIRO:** a9t1JuQuezVirQHDQDA5Qw4AGXfLCkKTb2
**oder natürlich**
**BCH:** qpyrdjdpet930x9fldp8sukh75aqkpk4rq3fzzlry3
Vielen Dank.
-mad
Bitcoin Cash Hardfork BCHA ist jetzt eCash
Dieser Blogpost ist eine Zusammenfassung von mehreren meiner Youtube-Videos rund um das Thema der Bitcoin Cash (BCH) Hardforks.
Ich hoffe, mit diesem Post auch Neulingen im Kryptobereich alles Wissenswerte rund um Forks verdeutlichen zu können. Der Schwerpunkt liegt natürlich aus gegebenem und aktuellem Anlass bei den beiden letzten Bitcoin Cash Hardforks.
Worum handelt es sich bei dem Hardfork?
Im Wesentlichen handelt es sich bei einem Hardfork um eine radikale Änderung auf Protokollebene der Blockchain. Diese Änderungen können eine Aufspaltung der Gemeinschaft um das Projekt - aber auch eine Aufspaltung der Blockchain selbst sein.
Bitcoin Cash (BCH) ist im Jahre 2017 ebenso über einen Hardfork aus Bitcoin (BTC) hervorgegangen.
Und was bedeutet das jetzt?
Fast man eine Blockchain als Kassenbuch auf, so hat Bitcoin Cash durch Anheben des verfügbaren Speichers pro Block (von 1 MB auf damals 8 MB) das Format des Kassenbuchs verändert (z.B. von A4 auf A3).
Durch diese Inkonsistenz (es passen ja jetzt mehr Transaktionen auf eine Seite bzw. in einen Block als vorher) muss also fortan ein neues Kassenbuch (Kindkette) geführt werden. Die früheren Bilanzen (Elternkette) müssen jedoch bis zum Zeitpunkt der Änderung übernommen werden.
Wer also vor dem Zeitpunkt des Forks (der sogenannten Blockhöhe des Forks) Coins auf der einen Kette besessen hatte, besitzt automatisch eine äquivalente Menge an Coins auf der anderen durch den Fork entstandenen Kindkette.
Im November 2018 forkte Bitcoin Cash selbst dann noch einmal unter erneuter Anhebung der Blockgröße und Bitcoin Satoshis Vision (BSV) ging daraus hervor:
*Abb.1: Die Kindkette (BSV) geht aus der Elternkette (BCH) ab der Blockhöhe des Forks hervor. Es kommt zu diesem Zeitpunkt also zur Aufspaltung der Bitcoin Cash Blockchain in zwei unterschiedliche Teilstränge, die sich eine gemeinsame Transaktionshistorie (vor dem Fork) teilen, dann aber verschieden fortgeführt werden.*
Und schließlich folgte dann noch ein Hardfork von BCH im November 2020 und der Bitcoin Cash ABC (BCHA) Coin wurde geboren. Grund für den Fork war eine Abgabe von 8% der durch das Schürfen erzeugten Coins, die zur Finanzierung von technischen Weiterentwicklungen von Bitcoin Cash genutzt werden sollten.
Forks und Replay-Angriffe
Da es nach der Aufspaltung nun zwei Kassenbücher gibt, die (abgesehen von der Größe der Seiten oder anderen weniger gravierenden Regeln) nach denselben Bedingungen geführt werden, bedeutet dies, dass Transaktionen, die auf der einen Kette durchgeführt werden, ebenso auf der anderen gültig sind.
Erhält eine Person nach einem Fork also Coins auf der einen Kette, kann er die Transaktion einfach auf der anderen Kette wiederholen - die Informationen für die Transaktion sind ja auf der Blockchain für jeden öffentlich einsehbar.
*Abb.2: Alice hält 3 Coins auf der Elternkette (blau) und hat nach dem Fork auch 3 Coins auf der Kindkette (rot). Sie führt eine Transaktion im Wert von 1 Blau auf der Elternkette an Bob durch. Da die Transaktionsinformationen und Signaturen öffentlich einsehbar sind, nutzt Bob diese und spielt die Transaktion auf der Kindkette erneut ab. Er erhält von Alice's Guthaben (ohne dass diese die Transaktion durchgeführt haben muss) 1 Rot.*
Er erbeutet sich dann also die exakt selbe Menge an Coins auf der anderen Kette.
Wichtig hierbei ist, dass die Transaktion auf der anderen Kette EXAKT mit denselben Informationen wiederholt wird (daher auch der Name Replay).
Coin-Splitting
Da sowohl die Coins auf der einen als auch auf der anderen Kette einen finanziellen Wert haben, möchte man diese separat voneinander ausgeben können und einen Replay von Transaktionen vermeiden.
Dies wird durch das Splitting (Trennen) der Coins möglich. Hierbei handelt es sich um verschiedene Methoden, die verhindern, dass ein Replay auf der anderen Kette möglich ist.
**Bei der "Dust"-Variante** (von engl. Staub) wird einer Transaktion nach der Aufspaltung der Ketten eine ganz geringe Menge desselben Coins hinzugefügt, die als Bilanz auf der anderen Kette nicht vorhanden ist. Vor dem Splittingvorgang muss dieser als Staub bezeichnete Betrag beantragt werden. Durch den zusätzlichen Staub unterscheiden sich die Transaktionsbeträge auf den beiden Ketten, so dass die Transaktion nicht erneut abgespielt werden kann.
Zur Veranschaulichung der Variante möchte ich die Begriffe Euro und Cent verwenden.
Stell dir vor du hast zum Beispiel 100 Euro auf der Kette A, und, weil diese geforkt ist, hast du jetzt auch 100 Euro auf der Kette B. Durch das Hinzufügen von einem Cent als Dust führst du eine Transaktion von 100.01€ auf Kette A durch. Da du aber auf Kette B nur 100.00€ Euro hast, kann diese Transaktion dort nicht abgespielt werden (es fehlt der für den Replay notwendige eine Cent). Somit hast du deine Coins gesplittet. Sie können jetzt separat voneinander verwendet werden.
Eine andere Variante basiert auf **zeitlichem Verzug** der beiden Blockchains. Wenn in den Netzwerken der beiden Ketten unterschiedlich viele Teilnehmer mit der Bearbeitung der Transaktionen beschäftigt sind (dem Mining), kann es vorkommen, dass eine Kette länger ist als die andere (obwohl beide Ketten im statistischen Mittel im gleichen zeitlichen Abstand neue Blöcke produzieren sollten). Wenn dies der Fall ist, splittest du deine Coins, indem du dem Netzwerk mit der längeren Kette eine Transaktion an dich selbst mit einer anderen Adresse A mitteilst und sofort eine Transaktion mit demselben Input aber anderem Output - sagen wir an Adresse B - auf der kürzeren Kette beauftragst.
*Abb.3: Die Elternkette und Kindkette verlaufen asynchron (eine ist länger als die andere). Alice splittet einen ihrer 3 Blau, indem sie diesen an ihre Adresse Alice2 sendet, während sie gleichzeitig dem Netzwerk der Kindkette eine Transaktion von 1 Rot an die Alice3 mitteilt.*
In meinem exklusiven Video auf meinem flote.app-Kanal zeige ich dir das Splitting von BCH und BCHA nach dieser Methode im Detail unter Verwendung der Electron Wallets.
*Abb.4: Screenshot von meinem Video über das Splitting der BCHA/BCH Coins.*
BCHA zu eCash Rebranding
Im Juli 2021 hat sich Bitcoin Cash ABC (BCHA) in eCash umbenannt und verwendet auch ein neues Tickersymbol - nämlich XEC.
Einhergehend mit der Umbenennung (Rebranding) folgte auch eine Umstellung des Coins um den Faktor 1.000.000. Dies bedeutet nicht, dass jetzt eine Million mal mehr Coins gibt als vorher, sondern dass, statt der acht Nachkommastellen, die typisch für Bitcoin und viele der darauf basierenden Coins sind, jetzt nur noch zwei verwendet werden.
Aus zum Beispiel 0.12345678 BCHA wurden also jetzt 123456.78 XEC. Diese sind äquivalent auch nur Zehntausendstel eines Cents wert, während BCHA im Bereich von mehreren Euros gehandelt wird.
Um das neue Tickersymbol und Einheitenformat zu verwenden, musst du lediglich deine Wallet, üblicherweise Electron ABC, auf die neuste Version updaten. Für die Blockchain ist es egal, welche der beiden Anzeigemöglichkeiten deine Wallet verwendet.
Wie du dies tust, zeige ich dir ebenfalls im Detail in meinen Videos.
Das wichtigste in Kürze
Bei einem **Hardfork** kann es zur Aufspaltung einer Blockchain in mehrere Teilstränge kommen. Bilanzen werden dabei auf beiden Ketten weitergeführt. Wer vor dem Fork Coins auf der einen Kette hatte, hat automatisch dieselbe Menge auf der anderen.
Da Transaktionen auf der einen Kette auch auf der anderen Kette gültig sein können und die Informationen der Transaktionen für jeden jederzeit öffentlich einsehbar sind, können diese auf der anderen Kette in einer **Replay-Attacke** erneut durchgeführt werden.
Wenn du deine Coins auf beiden Ketten separat voneinander ausgeben und Replay Attacken vermeiden willst, solltest du sie vorher **splitten**.
Wenn dein Coin forkt, solltest du mit diesem erst einmal keine Transaktionen durchführen und nach einiger Zeit deine Coins splitten.
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https://www.youtube.com/channel/UCF3Gl8ZWFgmD__jIXciMq1A