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Bitcoin so, dass deine Eltern es verstehen... und nutzen könnten Kapitel 2 - Teil 1

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1 month ago

Nachdem wir in den vorangegangen Teilen uns damit befasst haben, was Geld ist und ob sich Bitcoin als Währung eignen könnte, ist es nun an der Zeit, mehr über die Funktionsweise und den Zweck von Bitcoin zu erfahren. Ich möchte dabei möglichst Sprachbilder verwenden, so dass sich die Mechanismen (im kommenden Teil) hinter Bitcoin, die komplett anders funktionieren als unser bisheriges Geld, verstehen lassen....

Kapitel 2: Technische Grundlagen

Der Geist von Bitcoin und anderen Kryptowährungen

Jetzt befassen wir uns nicht nur mit dem technischen Grundwissen, das nötig ist, um Kryptowährungen zu verstehen, sondern auch mit dem Zweck, den sie zu erfüllen versuchen.
Im Jahre 2008 veröffentlichte eine Person oder eine Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto erstmals die Funktionsweise von Bitcoin, welches als elektronishes Peer-to-Peer Bezahlsystem (Gemeint ist damit von Person zu Person, ohne das eine zentrale Institution, wie z.B. eine Bank, zwischen diesen beiden benötigt wird) vorgestellt wurde (https://www.bitcoin.de/de/bitcoin-whitepaper-deutsch-html) .

Noch immer ist nicht geklärt, welche Person oder Gruppe federführend hinter dem Pseudonym gearbeitet hat. Dementsprechend gibt es reichlich Spekulationen, die alle bisher nicht bestätigt wurden. Einige interessante Vorschläge, die ich bisher gehört habe, reichen dabei vom Computerwissenschaftler und Geschäftsmann Craig Wright, der von sich behauptet Satoshi Nakamoto zu sein (von der Szene wird wegen mangelnder Beweislage allerdings eine Falschbehauptung angenommen), über den Programmierer und kriminellen Kartellboss Paul Calder Le Roux (https://news.bitcoin.com/satoshi-nakamoto-could-be-criminal-mastermind-paul-le-roux/) bis hin zur NSA, die den zugrundeliegenden Algorithmus (SHA256) entworfen hat.

Bitcoin wurde damit als erste Kryptowährung vorgestellt. Da die Funktionsweise veröffentlicht wurde und jeder den Code kopieren oder modifizieren kann, dauerte es nicht lange, bis sich weitere dieser digitalen Währungen aus Bitcoin entwickelten. Heute gibt es tausende solcher Währungen, die nicht alle als "Geld" verwenden werden wollen, sondern auch für andere Zwecke genutzt werden können. Andere Projekte mit ihren eigenen Coins versuchen z.B. einige Nachteile, die mit Bitcoin verbunden sind, zu lösen. Mit diesen alternativen Münzen (oder Altcoins) wollen wir uns jedoch zu einer anderen Zeit genauer befassen.

Jetzt möchten wir einfach und anschaulich versuchen, den Geist hinter Bitcoin zu verstehen. Und dies nicht nur im Sinne dessen, wie es funktioniert, sondern auch, wieso Bitcoin erfunden wurde...

Zentrale vs. dezentrale digitale Währung

Im vorherigen Kapitel haben wir gesehen, dass unser Vertrauen in eine zentrale Instanz (einer Bank) nicht nur für unsere Währung sondern auch für eine Bezahlung essenziell ist. Entweder vertrauen wir darauf, dass die von der Zentralbank ausgegebenen Noten noch in Zukunft als Maß für den Wert eines Gutes oder Dienstleistung dienen, oder, dass diese in unserem Namen einen Bezahlvorgang korrekt abwickelt.

Mit diesem Vertrauen gehen jedoch einige Probleme einher. Zum einen kann eine Bank jederzeit eine Transaktion, die wir durchführen möchten, widerrufen oder gar unser Vermögen einfrieren. Zum anderen ist ein nicht unerheblicher Teil der Weltbevölkerung von unserem Finanzsystem faktisch ausgeschlossen.

Einem solchen zentralen System steht ein dezentrales System gegenüber. "Dezentral" bedeutet, dass jeder (unabhängig vom Geschlecht, Alter, der Herkunft, Religion, etc.) an einem System teilhaben kann und dass die "Macht" innerhalb dieses Systems auf mehrere, oder gar alle Teilnehmer, verteilt wird.

Dies ist vergleichbar mit der Gewaltenteilung in Legislative, Judikative und Exekutive in unserem politischen System, anstatt alle Macht in einer zentralen Instanz (Diktator) zu vereinen. In einem dezentralen Währungsystem kann also jeder teilnehmen (und es auch wieder verlassen, was sich beim zentralistischen Euro schwer gestaltet) und es gibt keine zentrale Instanz, die verhindern könnte, dass ich eine Transaktion (egal mit welchem Teilnehmer) durchführe. Es existiert also keine Firma "Bitcoin" mit einem Sitz in irgendeinem Land, die man kontaktieren, ausrauben oder gar schließen könnte.

Stattdessen ist es uns mit Bitcoin (und den hunderten anderen Kryptowährungen, die zur Zeit existieren) nun möglich, selbst eine Bank zu werden. Diese Freiheit und Unabhängigkeit geht jedoch auch mit einer großen Verantwortung einher: denn mit einer Teilnahme in diesem dezentralen System können und müssen wir die Verantwortung über unser Vermögen in unsere eigenen Hände nehmen.

Glücklicherweise ist Bitcoin sehr sicher gestaltet, und wenn du einige Grundregeln befolgst, musst du dir bei dem Gebrauch nicht wirklich viele Sorgen machen. Es ist aber von großer Wichtigkeit, dass du den Unterschied und die Gefahren von dezentralen und zentralen Systemen erkennst und für dich entscheidest, ob du an einem dezentralen System teilnehmen möchtest.

Zur Zeit sind dezentrale Systeme als eine Alternative anzusehen. Die Notwendigkeit einer solchen Alternative wird jedoch bei Missbrauch der Macht über eine Währungsehr schnell deutlich. Ich empfehle hierfür die englisch-sprachige Dokumentation "Venezuela and the Cryptocurrency Revolution" (siehe das eingebundene Video unten):

Wie wir bereits gesehen haben, ist Bitcoin bewusst komplett anders gestaltet als alle Währungen, die heute existieren. Den Grund dafür finden wir vielleicht im Genesis Block (dem Anfang der Blockchain). Dort hinterließ Satoshi Nakamoto folgende Botschaft (https://news.bitcoin.com/wp-content/uploads/2017/01/1tmreg.jpg) : "Chancellor on brink of second bailout for banks" - Kanzler vor Entscheidung über zweites Rettungspaket für Banken.

Sollte diesmal wieder eine Bankenrettung mit Steuergeldern drohen, wäre eine Rettung nicht mehr alternativlos. Stattdessen könnten wir ein System ohne diese erschaffen. Und Bitcoin könnte den Grundstein dafür legen...

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1 month ago
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